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TV/DVD/Game

Grauen aus der Tiefe

Haie faszinieren den Menschen schon lange. Gleichzeitig haftet ihnen aber ein Image als blutrünstige Ungeheuer aus der Tiefe an. Die Exemplare im Teenieschocker Shark Night 3D, bestätigen die Vorurteile der grausamen Jäger. Die Beute - eine Ansammlung von attraktiven Collegekids. Seit dem 27. April ist „Shark Night 3D“ auf DVD und Blu-ray Disc 2D/3D im Handel erhältlich.

Die Party fällt ins Wasser

Sara fährt zusammen mit ihren Freunden Malik, Beth, Maya, Gordon, Nick und Blake in das Ferienhaus ihrer Eltern auf einer kleinen Insel im Morris Salzwassersee in Louisiana. Wie viele Collegekids in ihrem Alter hat die Gruppe nur Party in ihrem Kopf. Sie wollen auf der Insel das ultimative Sommerfeierwochenende erleben. Doch kaum angekommen ereignet sich schreckliches. Der angehende Sportstar Malik schleift sich nach einem Stunt mit dem Wakeboard mit einem abgebissenen Arm ans Land. Was aber ist passiert? Schnell wird den Kids klar – das war kein Unfall.

Vielmehr wimmelt es in dem See von blutrünstigen Haien, die nur darauf warten zu scheinen, die Gruppe dezimieren zu können. Wie aber kommen die Haie in den See und welche Rolle spielen die mysteriösen Einheimischen rund um Saras Ex-Freund Dennis, die der Gruppe alles andere als freundlich entgegenkommt? Bald beginnt ein gnadenloser Kampf ums Überleben. 

Viele Fragen bleiben offen

Man nehme eine Gruppe überdurchschnittlich gut aussehender Jugendlicher, einen dunklen, geheimnisvollen Schauplatz und fügt eine große Anzahl an tödlichen Monstern aus der Tiefe, die über einen unstillbaren Hunger verfügen, hinzu – dieses scheinbar einfache Rezept für einen guten Horrorfilm funktioniert tatsächlich in der Regel wunderbar. Gewöhnlich lässt man sich von einem solchen Film in einer gemütlichen Runde mit Freunden berieseln und denkt sich nichts Böses dabei. Das Problem ist nur, dass Shark Night in Konkurrenz zu Filme, wie „Der weiße Hai“ und „Deep Blue Sea“ steht. Und leider zeichnet sich schnell ab – im Vergleich zu den Klassikern des Genres fehlt doch so einiges. 

Klischees und noch mehr Klischees

Die Protagonisten agieren kaum überzeugend. Das liegt aber auch an dem dünnen Drehbuch, das den Darstellern nur wenige Möglichkeiten eröffnet, sich wirklich auszuzeichnen. Leider ist der Plot der Story wirklich ziemlich unausgereift. Eine leichte Entstellung im Gesicht, die noch dazu bei einem Unfall entstanden ist, als Motiv dafür, sich an der ganzen Menschheit zu rächen? Das ist nicht einmal im Entferntesten glaubwürdig. Dazu kommt, dass durch die Zusammenstellung der Collegekids und die Darstellung der Hinterwäldler jegliche Klischees bedient werden, die man sich nur vorstellen kann. Und warum genau liegt der ganzen Gruppe nur soviel daran immer wieder die Nähe des Wassers zu suchen, obwohl sie genau wissen, dass dort der sichere Tod auf sie wartet? Klar sind die Ansprüche an einen Horrorfilm nicht vergleichbar mit den Ansprüchen an gewöhnliche Filme, doch hätten dann zumindest die Hauptfiguren – die Haie – etwas besser animiert sein müssen. In zu viele Szenen erkennt der Zuschauer auf den ersten Blick, dass sie aus dem Computer stammen. 

Kleinigkeiten

Auch wenn man über die teilweise schlichtweg unlogische Story vielleicht noch großzügig hinwegsehen könnte – möglicherweise aufgrund einer morbiden Leidenschaft für Hai-Horrorfilme – hätte man dann doch gerne mehr Liebe fürs Detail erkannt. Doch stattdessen wirkt vieles im Film konstruiert und dazu ziemlich lieblos inszeniert. Auch die richtigen Schockelemente, die einen Horrorfilm eigentlich ausmachen, bleiben aus. Die Haie sind zwar kurz im Bild, doch bevor man ihren Anblick richtig verarbeitet hat sind sie schon wieder raus aus dem Blickfeld. Hier wäre es schön gewesen, wenn mehr das faszinierende Tier im Vordergrund gestanden hätte. Die Idee verschiedenste Haiarten abzubilden ist nämlich eigentlich nicht schlecht – allerdings muss die Geschichte dann konsequent zu Ende gedacht werden. Stattdessen bleibt es hier bei einem reinen anspruchslosen, sinnlosen Gemetzel, dem jegliche Spannung abgeht.    

Mann mit Erfahrung

Das kann Regisseur David R. Ellis definitiv besser. Insbesondere, da er eigentlich mit genügend Erfahrung in diesem Genre ausgestattet ist. Immerhin zeichnet er sich für die Actionszenen von Deep Blue Sea verantwortlich. Doch leider blitzt sein Können in Shark Night 3D nur ganz selten auf. 

Fazit: Hübsche Collegestudenten und eine tolle Location machen leider noch keinen guten Film. Haihorrorfans, die auf einen legitimen Nachfolger zum Klassiker „Der weiße Hai“ gehofft hatten, werden enttäuscht sein.

Thomas Hepp (academicworld.net)  


Shark Night

Darsteller: Sara Paxton, Chris Carmack, Katharine McPhee, Alyssa Diaz, Joel David Moore

Regie: David R. Ellis

Seit dem 27. April im Handel erhältlich.


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