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KARRIERE

Gesucht und benachteiligt?

Immerhin eines hat Nachwuchsautorin und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder mit ihrem Buch geschafft: Es wird wieder kräftig diskutiert, geschimpft und gestritten über das Thema „Frau in der Arbeitswelt”. Zwar ungeheuer gefragt am Arbeitsmarkt, sehen Frauen ganz realistisch noch viel Strecke auf dem Weg zur Gleichstellung.

Wird sie einmal als Frau in einer Führungsposition arbeiten oder haben vorher externe Faktoren eine große Karriere verhindert?

­­?Werd? bloß nicht schwanger! Das kann ich mir nicht leisten!? Das ist kein Text, der aus einem Trailer-Park im Mittleren Westen der USA stammt. Er kommt aus dem Mund eines deutschen Agenturinhabers und ist an eine seiner drei Mitarbeiterinnen gerichtet. 

Woanders in Deutschland: Barbara Kux und Brigitte Ederer sind Vorstandsmitglieder bei Siemens ? und Deutschlands Top-Verdienerinnen. Die beiden Managerinnen haben 2011 für ihre Arbeit im Vorstand des Münchner Elektrokonzerns insgesamt 3,9 beziehungsweise 3,8 Millionen Euro bekommen, wie im Geschäftsbericht nachzulesen ist. Den Unterschied zu den männlichen Vorstandskollegen würde hier vermutlich nur noch Alice Schwarzer ausmachen können. Natürlich: Es gibt immer noch viel zu wenig Frauen in den Führungsetagen der Großkonzerne ? 2011 waren bei den 200 größten Unternehmen Deutschlands nur drei Prozent der Chefsessel von Frauen besetzt. Dort jedoch, wo sie sind, gibt es kaum etwas, was aufregt. Zumal sich immer mehr Unternehmen klare Ziele setzen. In Deutschland hat sich beispielsweise die Allianz AG im Rahmen einer Selbstverpflichtung dafür ausgesprochen, bis Ende 2015 den Anteil der weiblichen Führungskräfte auf 30 Prozent zu erhöhen. 

Ganz anders wird es jedoch, je weiter man nach unten geht. Leider ist es Fakt, dass Frauen auf den mittleren und unteren Führungsebenen rund ein Fünftel weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen. Der Durchschnittsverdienst normaler Arbeitnehmerinnen liege um 23 Prozent niedriger, berichtet Joachim Kayser, Partner der Beratungsfirma HKP. Allerdings bezieht sich das nur auf die großen Unternehmen. Bei manchen ? nicht allen ? Klein- und mittelständischen Unternehmen  stellen sich die Verhältnisse noch viel krasser dar.

Aber: Kann man einem Vier-Frau/Mann-Betrieb wirklich vorwerfen, Unterschiede bei der Gleichbehandlung von Frau und Mann zu machen? Ein schlechtes Jahr kann einem solchen Unternehmen die Existenz kosten und ein schlechtes Jahr kann schon dadurch entstehen, dass 25 Prozent der Belegschaft durch Schwangerschaft ausfallen. Dazu reicht eine Person. Eine Frau.

Und andererseits gibt es ja die Zwangstransparenz bei börsennotierten Unternehmen. Nachdem die Vorstandsbezüge veröffentlicht werden müssen, könnte schließlich jeder schwarz auf weiß nachlesen, ob manche etwas gleicher bezahlt werden als andere. Das ist sicher kein Nachteil für weibliche Vorstandsmitglieder.

Pauschal über den Stand der Gleichstellung von Frauen, über die Rolle von Frauen in der Arbeitswelt, über die diesbezüglichen Anstrengungen der Unternehmen  zu sprechen, ist somit fast ein Ding der Unmöglichkeit. Also: Wie gehen Unternehmen mit dem Thema um, die sich die Gleichstellung ohne Weiteres leisten können? Und inwiefern können Frauen selbst etwas bewegen ? oder stehen sie sich selbst im Weg, wie es gerne mal heißt?

Dass Frauen wollen, ist kein Geheimnis ? und wurde durch die bundesweite Umfrage ?Karriere, Familie & Co.? der AoN ? AGENTUR ohne NAMEN GmbH und der Studentenorganisation MTP ? Marketing zwischen Theorie und Praxis e.V. gerade noch einmal belegt. 

Frauen sind karriereorientierter als Männer, sehen jedoch weiterhin den Familienwunsch als Karrierekiller

 

35 Prozent der Studentinnen und jungen Berufseinsteigerinnen streben eine Management-Laufbahn an, 22 Prozent wünschen sich eine Teamleitungsfunktion. Damit sind Frauen bereits deutlich karriereorientierter als Männer, die nur mit 34 Prozent beziehungsweise 17 Prozent eine Management- oder Teamleitungsfunktion als Karriereziel definiert haben. Allerdings  befürchten immer noch knapp 50 Prozent aller befragten Frauen, dass ihr Kinderwunsch und damit Erziehungszeit und Babypause der Karriere im Weg stehen. Für Imke Keicher, Vice President bei Capgemini Consulting, ist diese Sorge in Bezug auf ihr Unternehmen unbegründet: ?Wer zum Zeitpunkt der Familienplanung weiter als Berater tätig sein möchte, kann das tun und hat auch in Teilzeit beziehungsweise nach der Elternzeit die vollen Chancen. Wir versuchen dann den veränderten Möglichkeiten beispielsweise hinsichtlich Mobilität gerecht zu werden.? Einfach sei das allerdings nicht immer, wobei jedoch die Zeit und die technologische Entwicklung den jungen Frauen in die Karten spielen: ?In den kommenden Jahren wird sich durch neue technische Möglichkeiten der Zusammenarbeit über die Distanz sowie neue Beratungsformate einiges tun, was die Vereinbarkeit von Familie und Beraterberuf neu definiert.? 

Auch bei der Munich Re ist das Ganze deutlich erkennbar mehr als ein Modethema. Bereits vor zehn Jahren traf man im Rahmen der Betriebsvereinbarung ein weitreichendes Maßnahmenpaket. Neben dem Vorrang bei der Vergabe von Teilzeit-Arbeitsplätzen sind Zusatzzahlungen sowohl für notwendige Sonderausgaben festgelegt als auch Kinderbetreuungszuschüsse für die Mitarbeiter, die nach der Elternzeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. ?Die Sicherheit der Rückkehr an den ursprünglichen Arbeitsplatz ist gegeben?, so Irmgard Joas von der Munich Re. 


Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Barnaby Metschurat, der Bulle vom KDD

21 Fragen an: Barnaby Metschurat

Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Schauspielschule "Die Etage" in Berlin. Seitdem wirkt der 35-jährige sowohl in Kino- als auch in Fernsehfilmen und -serien mit. Mit dem Film L’auberge espagnole von 2002 reüssierte er international, und auch die Fortsetzung L’auberge espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg brachte ihm noch einmal Kritikerlob in seiner Rolle des Deutschen Tobias. Daneben spielt Metschurat auch Theater, unter anderem unter der Regie von Peter Zadek.


Die Berufseinsteigerfrage

Ist spezielle Frauenförderung eigentlich gerecht?

Die Berufseinsteigerfrage:

Stefan T. (27) aus Frankfurt am Main. schreibt uns: “Ich arbeite in einer Unternehmensberatung als Junior Berater. Mir und meinen männlichen Kollegen fällt deutlich auf, dass die weiblichen Beraterinnen von den Vorgesetzten klar bevorzugt werden. Neulich hat ein Partner dies offen damit begründet, dass es für die Firma viel schwieriger sei, Beraterinnen zu gewinnen und vor allem zu halten als männliche Berater und man von daher auch zu mehr Zugeständnissen bereit sei. Für die Kolleginnen gibt es beispielsweise spezielle Rhetorikschulungen, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Ich finde dieses Vorgehen nicht in Ordnung. Meine Kollegen raten mir aber von einer Beschwerde ab, da ich sonst schnell als Mimose oder Querulant dastehen würde. Muss man als Mann eine solche Zurücksetzung einfach runterschlucken, weil Frauen es lange schwerer im Beruf hatten?"


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?Antwort: "Ausdrücklich wurden vom Fragesteller ja nur Viren und Bakterien ausgeschlossen und nicht Einzeller. Nimmt man diese in das Spektrum auf, dann ist eindeutig der Erreger der Malaria, Variante Tropica (Plasmodium falciparum), der größte Killer und einige Arten der Anopheles-Mücke als Vektoren die wichtigsten 'Vermittler' der weit über eine Million Todesfälle pro Jahr.Nimmt man den Menschen als eine Spezies wie jede andere, was wir ja gemeinhin nicht tun – sondern uns als Krone der Schöpfung betrachtend vom riesigen Rest der Evolutionsprodukte gern weit absetzen – dann ist ganz klar, dass der Mensch für den Menschen wohl schon bis in lang vergangene Zeiten der größte Killer war und nach ...



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