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Gesellschaft

Gestatten: Der Postillon!

"Razzia bei kino.to zwingt Millionen User, zwei Minuten nach neuer Streaming-Plattform zu suchen"   "Großteil der Frauen täuscht regelmäßig Sarkasmus vor".   Artikel wie diese brachten dem Satire-Blog "Der Postillon" binnen kürzester Zeit monatlich rund 200.000 Leser und knapp 30.000 Fans bei Facebook ein. Hinter dem Postillon steckt Stefan Sichermann, der den äußerst amüsanten Blog seit dem 28.10.2008 betreibt. David Santin von academicworld.net sprach mit ihm.

Stefan Sichermann (30), hat Alte Geschichte, Englische Linguistik und Mittlere Geschichte in Erlangen und Dublin studiert und arbeitete danach als Werbetexter, gleichzeitig schreibt er für die renommierte und ausgezeichnete Bildkontrollinstanz bildblog.

Nachdem gerne mal Kommentare wie „Ihr seid so geil!“ auf facebook zu lesen sind, wollen wir gerne dieses Missverständnis einmal aufklären: Der Postillon ist in Wirklichkeit eine komplette One-Man-Show?

Ja, ich mache das alleine. Ich habe ganz selten mal einen Gastartikel, aber sonst mache ich außer dem Newsticker alles selbst. Die Meldungen vom Newsticker werden mir oft von Lesern zugesandt und ich suche mir dann die witzigsten raus.

Wie bist du dazu gekommen, den alltäglichen Nachrichtenwahnsinn umzudeuten? 

Ich habe als Werbetexter gearbeitet und habe dann nebenbei damit angefangen. Inspiriert hat mich vor allen „The Onion“. So was ähnliches wollte ich auf deutsch machen. Am Anfang gab es natürlich Schwierigkeiten, weil es erstens nicht gut war und zweitens keinen interessiert hat, aber nach ein, zwei Jahren hatte ich dann den Dreh raus.

Gab es einen Artikel, der es merklich rausgerissen hat?

Der Artikel über die Schließung von kino.to hat ziemlich viel gebracht. Danach habe ich dreimal so viele Leser gehabt.

Und kannst du davon leben?

Mittlerweile kann ich halbwegs davon leben. Im April habe ich mich damit selbstständig gemacht. Nebenher arbeite ich noch für bildblog.

Was hast du davor gemacht? Wir haben ein paar Zeilen von dir bei dem Satire-Magazin „Die Titanic“ gefunden

Ab und zu habe ich was an „Vom Fachmann für Kenner“ geschrieben, aber irgendwann hat es mich dann genervt, wenn die nicht alles genommen haben und habe mir dann gedacht, bevor ich das dorthin schicke, veröffentliche ich das lieber selbst.

Deine „Freundeszahlen“ explodieren, die Facebook-Seite des Postillon greift langsam die „anderen“ Zeitungen an. 

Ich glaub, ich habe neulich mal die FAZ überholt, wobei man sagen muss, dass die Etablierten etwas lahm in der Nutzung von Facebook waren und sich witzige Sachen und Satire gerade in Facebook schneller verbreiten als ernste Nachrichten, weil Leute eher dazu neigen witzige Sachen weiter zu empfehlen.

Gibt es ein Ziel für dich?

Ich habe kein konkretes Ziel, ich bin sehr zufrieden wenn ich davon leben kann. Ich hoffe natürlich, dass „Der Postillon“ noch erfolgreicher und größer wird, aber im Grunde bin ich ganz zufrieden wie es bis jetzt läuft.

Der Artikel über Steve Jobs’ Tod kam wohl nicht so gut an?

Das hat zwar einige Fans auf Facebook gekostet, aber insgesamt hat es mir mehr neue Fans gebracht. Einige Reaktionen auf den Artikel fand ich aber doch etwas überzogen.

 

 

Der Postillon ist ein themenübergreifender Blog, mit ungewöhnlichen, kuriosen und charmanten Erklärungen des Tagesgeschehens. Aber auch auf alle anderen Bedürfnisse der Leser  wird in Rubriken wie Ratgeber, Gimmicks oder Kleinanzeigen eingegangen. Diese gelungene Mischung aus Tagesaktualität und skurrilen Erklärungen zieht im Monat durchschnittlich 200.000 Leser an.

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21 Fragen an: David Sylvian

In the seventies, David Sylvian founded the band Japan. Later the singer and song-writer worked with distinguished artists such as King Crimson's Robert Fripp or Ryuichi Sakamoto. Now Sylvian has his own label "Samadhi Sound" which also released the latest album by his band project "Nine Horses". Categorising David Sylvian's music is not easy – just listen to one, as we find, of the finest, non-mainstream artists of our time.


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“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


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