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Karriereplanung

Gefühlschaos: Fernbeziehung, Karriere, Kinderwunsch

"Mein Freund und ich leben seit fünf Jahren glücklich zusammen. Nun hat uns der Berufseinstieg in verschiedene Städte verschlagen, sodass wir uns nur am Wochenende sehen. Wir merken beide, dass dies für die Beziehung eine Belastung ist, da wir beide das Wochenende in erster Linie zur Erholung benötigen. Beiden ist klar, dass wir wieder an einem Ort leben wollen. Beide sind wir in unseren jeweiligen Jobs zufrieden, so dass jeder vom anderen erwartet, sich zu verändern. Ich argumentiere so, dass ich den anspruchsvolleren Job mit einem höheren Verdienst habe und dieser auch nicht mehr so leicht zu finden ist. Er sagt, dass bei einer beabsichtigen Familiengründung mein Karrierevorsprung sowieso nicht mehr ins Gewicht falle, da es dann auf ihn ankomme. Ich aber möchte nach einer Elternzeit wieder arbeiten. Was raten Sie uns?" Anja F. (31) aus Düsseldorf

?Ich verdiene in meinem Job mehr Geld!? -?Wenn wir ein Kind bekommen, bleibst du doch eh zu Hause!?: Bei der Entscheidung zwischen Karriere und Liebe zählt in Fernbeziehungen jedes Argument.

Niemand sollte sich in einer solchen Situation einem Zwang ausgesetzt fühlen, die eigene Karriere dem Partner zu opfern, das belastet die Beziehung mit einer Hypothek. Das Argument mit dem Karrierevorsprung, der bei einer Schwangerschaft sowieso verschwindet, mutet merkwürdig an und trifft so wohl nur zu, wenn sich die Partner schon auf ein traditionelles Familienmodell geeinigt haben. Ich würde nicht dazu raten, die eigene berufliche Planung aufzugeben, wenn ein Kind unterwegs ist. Was mir auffällt, ist der in der Anfrage konzipierte latente Gegensatz zwischen Erholung und Beziehung an den Wochenenden. Kann denn Beziehung nicht Erholung sein? Werden hier Spannungen zwischen den Partnern auf den Rahmen der Wochenendbeziehung geschoben, die in Wahrheit andere Ursachen haben?

Meine Empfehlung wäre, die Wochenendbeziehung beizubehalten und sich in beiden Städten - oder auch an einem dritten Ort, der beiden zusagt - so lange zu bewerben, bis sich eine Lösung findet, die nicht den Beigeschmack des Zurücksteckens hat. Gerade angesichts einer geplanten Schwangerschaft ist besondere Sorgfalt angezeigt, um die künftigen Eltern nicht durch übereilte Entscheidungen und die blinde Zuversicht zu belasten, dass ein geliebter Mensch durch besondere Zuwendung für den Verlust der Bestätigung im Beruf entschädigen kann.

Das Hinzukommen eines Dritten in eine Beziehung ist immer eine Belastung, die nur unter günstigen Umständen bewältigt wird. Bekanntlich ist die Geburt eines Kindes der häufigste einzelne Anlass für Scheidungen in den ersten Jahren einer Ehe. Aus diesem Grund plädiere ich dafür, nicht von Anfang an zusätzliche Verunsicherungen dadurch zu erzeugen, dass einer der Partner dem anderen dankbar sein soll, weil dieser beruflich zurückgesteckt hat. Nur emotional sehr stabile und vernunftgesteuerte Personen werden dann zuverlässig der Gefahr entgehen, angesichts einer Enttäuschung - zum Beispiel eines frisch gebackenen Vaters, der sich in den Augen der Mutter zu wenig engagiert und sie zu wenig entlastet - dem Partner vorzuhalten, dass ihm zuliebe auf ein Stück Karriere oder auch nur beruflicher Sicherheit verzichtet wurde.

© Privat

Wolfgang Schmidbauer

Wolfgang Schmidbauer arbeitet als Psychoanalytiker und Autor in München. Zu dem Thema hat er 2010 im Gütersloher Verlag das Buch "Paartherapie - Konflikte verstehen, Lösungen finden" veröffentlicht.  


Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Barnaby Metschurat, der Bulle vom KDD

21 Fragen an: Barnaby Metschurat

Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Schauspielschule "Die Etage" in Berlin. Seitdem wirkt der 35-jährige sowohl in Kino- als auch in Fernsehfilmen und -serien mit. Mit dem Film L’auberge espagnole von 2002 reüssierte er international, und auch die Fortsetzung L’auberge espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg brachte ihm noch einmal Kritikerlob in seiner Rolle des Deutschen Tobias. Daneben spielt Metschurat auch Theater, unter anderem unter der Regie von Peter Zadek.


Die Berufseinsteigerfrage

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Die Berufseinsteigerfrage:

"Mein Freund und ich leben seit fünf Jahren glücklich zusammen. Nun hat uns der Berufseinstieg in verschiedene Städte verschlagen, sodass wir uns nur am Wochenende sehen. Wir merken beide, dass dies für die Beziehung eine Belastung ist, da wir beide das Wochenende in erster Linie zur Erholung benötigen. Beiden ist klar, dass wir wieder an einem Ort leben wollen. Beide sind wir in unseren jeweiligen Jobs zufrieden, so dass jeder vom anderen erwartet, sich zu verändern. Ich argumentiere so, dass ich den anspruchsvolleren Job mit einem höheren Verdienst habe und dieser auch nicht mehr so leicht zu finden ist. Er sagt, dass bei einer beabsichtigen Familiengründung mein Karrierevorsprung sowieso nicht mehr ins Gewicht falle, da es dann auf ihn ankomme. Ich aber möchte nach einer Elternzeit wieder arbeiten. Was raten Sie uns?", fragt Anja F. (31) aus Düsseldorf.


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In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?Antwort: "Ausdrücklich wurden vom Fragesteller ja nur Viren und Bakterien ausgeschlossen und nicht Einzeller. Nimmt man diese in das Spektrum auf, dann ist eindeutig der Erreger der Malaria, Variante Tropica (Plasmodium falciparum), der größte Killer und einige Arten der Anopheles-Mücke als Vektoren die wichtigsten 'Vermittler' der weit über eine Million Todesfälle pro Jahr.Nimmt man den Menschen als eine Spezies wie jede andere, was wir ja gemeinhin nicht tun – sondern uns als Krone der Schöpfung betrachtend vom riesigen Rest der Evolutionsprodukte gern weit absetzen – dann ist ganz klar, dass der Mensch für den Menschen wohl schon bis in lang vergangene Zeiten der größte Killer war und nach ...



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