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TV/DVD/Game, Historische Romane

Gefährliche Zeiten

100 Jahre sind vergangen, seit der 1. Weltkrieg Europa erschüttert hat. Doch nicht nur dieses „Jubiläumsjahr“ lenkt die Aufmerksamkeit aktuell auf die Vorletzte Jahrhundertwende. Seit die britische Erfolgsserie „Downton Abbey“ weltweit Begeisterungsstürme auslöst, wird sie gern als Richtwert für alle Formate herangezogen, die ihren Handlungsschwerpunkt um diese Zeit haben. Zu Recht?

Gefährliche Zeiten
Auch das Leben als Zimmermädchen birgt viele Gefahren. © Polyband

Serienweise Spannung aus Spanien: Grand Hotel

Viele Menschen, viele Schicksale kreuzen sich im „Grand Hotel“. Die spanische Serie führt den Zuschauer zurück an den Anfang des letzten Jahrhunderts, in eine Welt, wo die Unterschiede zwischen Dienstpersonal und Besitzbürgertum bzw. Adel noch unüberwindlich scheinen. Staffel 1 gibt’s jetzt auf DVD. Darin stoßen ein Neuzugang – der junge Julio Omedo (Yon González), der sich als Kellner einschleicht, um nach seiner verschwundenen Schwester zu suchen – und eine Rückkehrerin – Alicia (Amaia Salamanca), Tochter der Besitzerin – auf allerlei dunkle Geheimnisse und Gefahren stoßen. Und auf einander. 

Gefährliche Zeiten

Prachtvolle Ausstattung, reichlich Drama und der latente Konflikt zwischen den Gesellschaftsschichten – ja, es gibt durch aus Parallelen zur englischen Erfolgsserie. Und verstecken braucht sich das Machwerk von der iberischen Halbinsel auch nicht. Es fehlen allerdings die kunstvoll eingewobenen Bezüge zur Zeitgeschichte ein wenig. Dafür sorgen die heißblütigen Südländer für mehr offensichtliches Drama und rasantere Entwicklungen in der Handlung. Wer sich davon überzeugen will, dass nicht nur die BBC Period-Drama kann ist hier goldrichtig. Und spannend ist es auch noch.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Grand Hotel - Die komplette erste Staffel (14 Episoden)

Regie: Sílvia Quer, Carlos Sedes
Darsteller: Adriana Ozores, Amaia Salamanca, Yon González, Pedro Alonso, Paula Prendes

Seit 25. April im Vertrieb von Polyband

Gefährliche Zeiten

Gouvernanten, Geister und Geheimnisse: Der verbotene Fluss 

Quasi auf Jane Eyres Spuren landet die junge Charlotte Pauly aus Berlin als Gouvernante in einem englischen Landhaus voller Geheimnisse. Nach einer unglücklichen Liebe und mit einem leicht demolierten Ruf verschlägt es sie voller Tatendrang auf die Insel, wo sie die junge Emily, Tochter eines Abgeordneten, unterrichten soll. Die ist zwar ein liebes und gelehriges Kind, aber schwer traumatisiert, seit sie vor einigen Monaten ihre Mutter verloren hat. Bald ist sich die rationale Charlotte nicht mehr sicher, ob die Kleine nur von schlimmen Alpträumen gepeinigt wird, oder wirklich vom Geist der Mutter heimgesucht wird. Und niemand im Haus wagt es auch nur von der verstorbenen Lady Ellen zu sprechen. Erst als der Theaterkritiker Tom sich dem Fall im Namen Society of Psychical Research, beginnen sich die Geheimnisse zu lichten.

Ein wenig fortschrittlich und selbstbewusst kommt die junge Gouvernante vielleicht daher, aber trotzdem gelingt es der Autorin mit ihr eine Figur zu kreieren, mit der sich der Leser gut und gerne identifiziert. Auch der Journalist Tom erscheint als runde und glaubwürdige Figur und so verwundert es nicht, dass die zwei sich zwar gut verstehen, aber statt schwülstiger Liebesszenen lieber Nachforschungen anstellen. Aber auch Setting und Zeitkolorit trifft Goga ziemlich gut. Es ist offenkundig, dass sich die Autorin gut im ausgehenden 19. Jahrhundert auskennt, sodass ein detailliertes Bild vom damaligen Leben der Gouvernanten sowie der Londoner Oberschicht entsteht.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Susanne Goga. Der verbotene Fluss
9,99 Euro. Diana Verlag




Die Berufseinsteigerfrage

Welche Unternehmenskultur ist die richtige für mich?

Die Berufseinsteigerfrage:

Irina M. (27) aus Frankfurt schreibt uns: Ich bin kein direkter Berufseinsteiger mehr, sondern seit 13 Monaten in meinem ersten Job. Mein Arbeitgeber ist ein großes Unternehmen und das Renommee der Firma war für mich auch entscheidend, dort anzufangen. Jetzt hat sich aber deutliche Ernüchterung breit gemacht. Denn es geht nicht mehr um die Aufgaben, sondern darum, sich intern permanent abzusichern. Überall müssen Reports vorgelegt werden, für jede Nichtigkeit werden 20 Kollegen in cc. gesetzt. Ich habe das Gefühl, dass meine Eigeninitiative verkümmert und ich langsam eine gewisse Beamtenmentalität an den Tag lege. Mehrere erfahrene Kollegen meinten jetzt, die Praxis der ineffizienten Überkommunikation sei generelles Markenzeichen der Großkonzerne. Würde dies stimmen, müsste ich mich ganz neu orientieren. Können Sie diese "Absicherungskultur" in den Großkonzernen als Standard bestätig...


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?Antwort: Die Wurzeln bairisch-englischer Gemeinsamkeiten rühren daher, dass das Deutsche und das Englische relativ eng verwandte Sprachen sind und dem gleichen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie angehören. Das merken Sie am Wortschatz: Hand – hand, Maus – mouse, Buch – book. Oft geschieht es jedoch, dass ein Wort im Schriftdeutschen ausstirbt, aber im Dialekt weiterlebt. So englisch "foam", bairisch "Foam", was "Schaum" bedeutet – schriftdeutsch kaum mehr erkennbar in "abgefeimt". Oder das englische Wort "bone", das seine bairische Entsprechung in "Boa" hat und ein anderes Wort für "Knochen" ist. Manchmal setzen das Bairisch...