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Karriereperspektiven

„Future Work“ - Das Ende der Stechuhren?

Das neue Buch "Future Work" beschreibt, wie die Arbeitswelt in zehn Jahren aussehen wird: Angestellte sollen künftig selbst bestimmen können, wann, wo und wie sie ihre Arbeit verrichten.

Zukünftig bleibt das Büro auch mal leer - wenn die Mitarbeiter lieber von Zuhause aus arbeiten; Bild: Rainer Sturm/pixelio.de

Revolution der Arbeitsorganisation

Dem soeben erschienenen Buch „Future Work“ zufolge steht uns in den nächsten zehn Jahren eine Revolution in der Arbeitsorganisation bevor. Geht es nach den Autoren Alison Maitland, Cass Business School (City University London), und Peter Thomson, Henley Business School, so sollen Angestellte künftig selbst bestimmen können, wann, wo und wie sie ihre Arbeit verrichten.

„Im 21. Jahrhundert halten wir an einem Arbeitsmodell fest, das auf das Industriezeitalter zugeschnitten ist“, so Maitland. „Lange Arbeitszeiten werden oft gefordert und auch bezahlt, ohne dass die entsprechende Produktivität gemessen wird. Es besteht jedoch nahezu kein Zweifel, dass Arbeitnehmer produktiver sind, wenn sie freier darüber entscheiden können, wo, wann und wie sie arbeiten.“  

Gemessen an der Produktivität

Daher soll bereits in zehn Jahren ein ergebnisorientiertes Arbeitsmodell zur Normalität geworden sein, in dem Angestellte nicht mehr für die bloße Zeit entlohnt werden, die sie im Büro absitzen, sondern für die gemeinsam mit der Unternehmensführung gesteckten Arbeitsziele. In diesem neuen Szenario werden Büros nicht länger Orte sein, an denen ganztägig gearbeitet wird, sondern Räumlichkeiten, in denen sich die Mitarbeiter treffen und Besprechungen abhalten können.

Die neue Arbeitsform: Selbstorganisation

Das neue Konzept klingt plausibel und ist durchaus umsetzbar, verfügen wir heute doch über eine Kommunikationstechnologie, mit der wir einen großen Teil unserer Arbeit jederzeit und von überall aus erledigen könnten.
Warum aber sind wir dann heute noch immer in dem alten Modell gefangen? Die Gründe sieht Alison Maitland in der Sorge um einen Kontrollverlust über die Mitarbeiter, in Misstrauen, in organisatorischer Trägheit und in einem mangelnden Verständnis der geschäftlichen Vorteile einer solchen Umstellung.

Der Laptop ermöglicht Mitarbeitern flexibles Arbeiten an unterschiedlichen Orten; Bild: schubalu/pixelio.de

Führende Unternehmen machen es vor

Doch es gibt sie bereits, die Unternehmen, die das liberalere Modell praktizieren und offenbar sehr gut damit fahren.

Der US-Bekleidungskonzern GAP, der in einem Teil des Geschäfts in Kalifornien viele Mitarbeiter verlor, führte ein ergebnisbasiertes Modell ein. Die Angestellten können kommen und gehen und so viele (oder wenige) Stunden arbeiten, wie sie wollen - solange sie ihre Ziele erreichen. Nach einer sechsmonatigen Studie hatte sich die Rate der Kündigungen halbiert und die Produktivität erhöht. Die Mitarbeiter hörten nicht ganz auf, ins Büro zu kommen, aber sie kamen und gingen zu verschiedenen Zeiten und arbeiteten auch von Zuhause aus.

Die Macquarie Group, ein weltweit tätiger Finanzdienstleister mit Sitz in Australien, praktiziert das Konzept des „Activity-based Working“. Alle Mitarbeiter arbeiten mit Laptops und lassen sich in dem jeweils benötigten Arbeitsumfeld nieder, das von Sitzungsräumen über thematische Gemeinschaftsräume bis hin zu Ruhezonen und Cafés reichen kann.

Und auch Google zeigt sich fortschrittlich: „Unsere Ingenieure können frei über ihre Arbeitszeit bestimmen“, erklärt Matt Brittin, Google-Geschäftsführer für Großbritannien und Irland, „vorausgesetzt, sie sprechen sich mit ihren Kollegen ab und bringen die vereinbarte Leistung. Sie können durchaus nachts arbeiten.”

Autonomie für alle Berufsgruppen

Natürlich ist das neue Arbeitsmodell nicht auf alle Berufe anwendbar, beispielsweise kann sich eine Krankenschwester nur schwer Arbeitsort und -zeit aussuchen. „Dieses immer und überall arbeiten können, gilt hauptsächlich für Leute, die mit dem Kopf arbeiten und ihr Wissen im Laptop herumtragen“, räumt Maitland ein, doch auch in jenen Berufsgruppen, die von der „schönen neuen Arbeitswelt“ nicht betroffen sind, plädiert die Autorin dafür, den Angestellten ein Höchstmaß an Autonomie zu übertragen.  


Das Buch: Maitland/Thompson - Future Work: How Businesses Can Adapt and Thrive in the New World of Work (Palgrave Macmillan Verlag)





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