Drucken
Zeitgenössische Literatur

Faszinationsfaktor 'unbekannt'

Felix, der Unglückliche? Irgendetwas musste geschehen sein, sonst wäre er vor kanpp 20 Jahren nicht einfach in den Sommerferien verschwunden. Sein bester Kumpel und seine kleine Schwester sind seither ratlos - bis einer von beiden einen Typ in Prag findet - und ihn für Felix hält.

Da ist er plötzlich - der Mann, den Paul für seinen verschwundenen Kumpel Felix hält. Wenngleich er eigentlich gar keine äußerliche Ähnlichkeit mit ihm hat. Damit gerät sein Aufenthalt in Prag, den er für eine Fotostrecke macht, unweigerlich aus den Fugen. Er verliert ein bisschen die Anhaltspunkte zur Realität, weil er sich plötzlich in einem Strudel wiederfindet: Hat er nicht Felix' Muttermal? Aber seine haare sind so dunkel? hat er ihm den Kuss damals übel genommen? Warum rannte er weg? Was wird Agnes sagen, Felix' Mutter, die für Paul eine fast schon krankhaft-mütterliche Bezugsperson geworden ist. Und warum verheimlicht Louise ihm, dass sie sich mit Paul trifft? Denn kaum ist er zurück in Deutschland, steht der Unbekannte auch schon vor seiner Tür und nistet sich in Pauls Leben ein. Der gesteht Louise alles, der kleinen Schwester von Felix. Sie zieht der Unbekannte, der sich Ira Blixen nennt, genauso in den Bann. 

Die Kritik

Ein Buch, das in seiner Art ziemlich einzigartig ist. Es gibt keinen nennenswerten Höhepunkt, die Handlung fließt ineinander über und die Charaktere bleiben auf ihrem Entwicklungsniveau stehen. Trotzdem gibt es Spannung - denn die alles erklärende Frage, ob Felix nun Felix ist, wird final tatsächlich erst FINAL beantwortet.

Legt man es aus der Hand, ist man hin und her gerissen. Einerseits will man es endlich wissen! Andererseits beginnen die Figuren zu nerven. Weil es im Prinzip so einfach wäre: DNA-Test und fertig. Das spricht die Autorin auch selbst in ihrem Buch an und zieht diese scheinbar vernünftige Figur dann doch wieder in den Strudel aus Zweifel und morbide Faszination. Diese eine Figur weiß alles, ist also das Gewissen von Paul und Louise. Aber auch sie würde endlich selbst gerne wissen, was mit Felix geschehen ist. Und die Hoffnung? Die stirbt zuletzt. Ob die Geschichte von Paul und Louise vor oder nach diesem Sterben endet, müsst ihr aber selbst lesen. Und Felix' Geschichte? Die geht definitiv weiter. In euren Köpfen. Versprochen!

Fazit: Nicht das beste Buch zum Thema 'verschwundene Personen und was die für Spuren in anderen Leben hinterlassen', psychologisch nicht sehr tief und erst recht ohne Abgründe und insgesamt recht oberflächlich. Trotzdem einfach mal was anderes, als der klassische Krimi - regt definitiv besser zum Nachdenken an. Ein bisschen so komisch-faszinierend wie die schräge Hauptperson Ira Blixen selbst.


Bettina Riedel (academicworld.net)

Katharina Hartwell. Der Dieb in der Nacht.
Berlin Verlag. 20,00 Euro.




Die Berufseinsteigerfrage

Karriere im Bankensektor: Wie wichtig ist der erste Arbeitgeber?

Die Berufseinsteigerfrage:

Maike S. (24) aus Hamburg schreibt uns: „Ich möchte gerne später einmal im internationalen Bankengeschäft tätig sein, um möglichst viel Geld zu verdienen. Ich habe mich nach dem Studium bei mehreren Banken beworben und nun eine Zusage von einer Genossenschaftsbank erhalten. Meine Freunde raten mir aber davon ab, dort anzufangen, weil sie meinen, dass nur bei den Privatbanken das große Gehalt zu erwarten ist. Stimmt das? Welche Karriereperspektiven kann ich bei einer Genossenschaftsbank maximal erwarten? Und wie entscheidend ist der erste Arbeitgeber für den späteren beruflichen Weg?“


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum ist der Weltraum eigentlich schwarz?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum ist der Weltraum eigentlich schwarz?Antwort: "Hinter dieser scheinbar einfachen Frage, die ein Kind stellen könnte, verbirgt sich das so genannte Olberssche Paradoxon, benannt nach dem Arzt und Amateurastronomen Wilhelm Olbers (1758 - 1840). Er stellte sich die Frage, warum der Nachthimmel eigentlich dunkel ist, wenn doch das unendlich große Universum angefüllt ist mit Abertausenden kosmischen Lichtquellen. Denn wenn hinter einer Lichtquelle eine weitere auftritt und daneben noch eine und so weiter, müsste der Nachthimmel doch eigentlich gleißend hell sein – zumindest aber nicht schwarz, so wie wir es beobachten. Der Strahlungsstrom einer Quelle am Himmel nimmt mit dem Entfernungsquadrat ab; allerdings nimmt ebenso die Zahl der Sterne (bei vorausgesetztem unendlichen, hom...