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Familienkrisen im Vatikan

Es hat sich zu Ende intrigiert. Seit 5. Juni gibt es die dritte und finale Staffel von „Die Borgias“ auf in Deutschland auf DVD. Danach heißt es Abschied nehmen von der verrufenen Sippschaft aus dem Renaissance-Italien.

Familienkrisen im Vatikan
Machtkämpfe gibt's auch innerhalb der Familie zuhauf.

Glaube, Gewalt und Geschwisterliebe

Manchen bringt ein Anschlag auf das eigene Leben zur Raison, zum Nachdenken über das eigene Tun. Nicht so Rodrigo Borgia als Papst Alexander VI. (Jeremy Irons). Obwohl er gleich zu Anfang von Staffel 3 dem Tod recht tief ins Auge blickt - Delirium, kräftiges Röcheln und schwarze Galle spucken inklusive – wirft ihn der Giftanschlag seines Erzfeindes Kardinal Giuliano della Rovere (Colm Feore) nur kurzfristig aus der Bahn. Schnell sind aber sein Machthunger und seine ausschweifende Lebensweise wieder auf dem vorherigen Stand. Was natürlich nicht dazu beiträgt die mächtigen Widersacher sanfter zu stimmen. So trachten diese Rodrigo und seiner Sippschaft weiterhin nach dem Leben.

Bald brechen alle Dämme - Liebe und Hass, körperlicher Leidenschaft und persönlichen Trieben kennen keine Grenzen mehr. Rodrigo weiß seine Kinder zudem wieder einmal in lukrativen Ehebündnissen unterzubringen - die Hochzeit Cesares mit einer französischen Adeligen stärkt die Beziehungen zum König der Franzosen und Lucrezia heiratet im Dienste der Familie einen neapolitanischen Prinzen. Weil die Kinder selbst von diesen Ehebündnissen weniger begeistert sind und nebenher die besondere Anziehungskraft zwischen den beiden Geschwistern für Klatsch und Tratsch an den Adelshöfen sorgt, bleiben die Verbindungen brüchig. Dafür darf Cesare (François Arnaud) endlich den Traum vom weltlichten Schlachtenlenker leben und der geistlichen Karriere Lebewohl sagen. Aber kann die Familie dem Druck der Öffentlichkeit auf Dauer Stand halten?

Historische Inspiration statt Faktentreue

Denkt man an die Renaissance  dann tauchen vor dem geistigen Auge wohl zunächst die großen Künstler und Visionäre wie Leonardo da Vinci auf. Wer sich dann aber näher mit den politischen Zuständen auseinander setzt, der stößt schnell auf Niccolò Machiavelli. Der Mann mit dem Blick für die machtpolitischen Wahrheiten (okay, ein positives Menschenbild sieht anders aus) war Zeitgenosse der Borgias und wie Rodrigo und seine Kinder sich rücksichtslos und von zweifelhafter Moral geleitet durchs Leben schlagen spiegelt sich in dessen Werk wieder.

Familienkrisen im Vatikan

Das pralle Leben versuchen die Macher einzufangen und um das Interesse des Zuschauers zu wecken darf man schon auch mal genauer hinschauen als es sein müsste. Die Stimmungen und Settings bringen die Vergangenheit durchaus faszinierend auf die Leinwand, historische Faktentreue sucht man hier aber über weite Strecken vergebens. Vieles wurde dann lieber den schockierenden Schauwerten geopfert. Kann man sich auch in Staffel 3 noch gut anschauen, darüber, dass es danach keine weiteren Fortsetzungen geben wird, dürfte sich die Trauer aber dann doch in Grenzen halten. Irgendwie sind sie einfach vorerst auserzählt, die schändlichen Geschichten aus dem Vatikan.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Die Borgias – Staffel 3

Regie und Produktion: Neil Jordan
Darsteller: Jeremy Irons, Colm Feore, Holliday Grainger, François Arnaud, Gina McKee

Seit 5. Juni im Vertrieb von Paramount Home Media Distribution auf DVD




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“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


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