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Kurioser Sport

Extrembügeln

Extrembügeln ist eine ausschließlich im Freien ausgetragene Extremsportart mit dem Ziel, selbst unter anspruchsvollsten klimatischen, geographischen und körperlichen Bedingungen mittels eines heißen Bügeleisens und eines Bügelbretts Wäsche zu bügeln.

Geboren wurde die Sportart 1997 in Leicester (Großbritannien). Der Fabrikarbeiter und Bergsteiger Phillip Shaw war es leid, den Tag mit Hausarbeit daheim zu verbringen und entschloss sich kurzerhand, eine Bergtour samt Bügelwäsche und Bügeleisen zu unternehmen. Zusammen mit Paul Nicks, dem diese ausgefallene Idee ebenfalls gefiel, folgten weitere Touren. Im Laufe der Monate schlossen sich den beiden Pionieren des Extrembügelns immer mehr Menschen an, die mit Bügelbrett und Bügeleisen bepackt ihre Kleider an immer ungewöhnlicheren Orten plätteten.

Aufgrund des starken Event-Charakters mit ausgeprägten Performance-Elementen und nicht zuletzt wegen der ungewöhnlichen Idee fand der Sport schnell ein großes Medienecho, was die Verbreitung dieser neuen Sportart beschleunigte. Jedoch wird das Extrembügeln aus den gleichen Gründen in den Medien oftmals als reiner Spaßsport dargestellt, obgleich die Akteure den Sport mit großem Ernst, intensiver Vorbereitung, athletischer Ausdauer und nicht unerheblichen Risiken betreiben, wie dies insbesondere beim Unterwasser- und Hochalpinbügeln ersichtlich wird.

Als Reaktion auf die anhaltende Berichterstattung wurde der Sport von namhaften Waschmittel- und Bügeleisen-Herstellern gesponsert und erfolgreich als Marketing-Plattform genutzt.

Bügeleisen und Bügelbrett sind während des gesamten Wettkampfes am eigenen Körper mitzuführen.

Für das Bügeln kommen handelsübliche Bügeleisen zum Einsatz. An Orten, an denen keine elektrische Stromversorgung zur Verfügung steht oder aufgrund von Feuchtigkeit nicht genutzt werden kann, wird die Heizplatte durch Hilfskonstruktionen (zumeist Gaskocher) erwärmt. So wurde für die Weltmeisterschaft ein Verfahren entwickelt, bei dem das Bügeleisen im Inneren durch eine Exotherme Reaktion erhitzt wird, erzeugt durch die Vermengung einer zum Granulat gepressten hygroskopischen Chemikalie mit Wasser.

Auch das Bügelbrett sollte handelsüblich sein, also aus einem bezogenen Bügeltisch und einer Unterkonstruktion zum Abstellen bestehen. Nur in Ausnahmefällen wie dem (luftfahrtrechtlich unzulässigen) Airstyle-Bügeln in Ultraleichtflugzeugen und beim Base Jumping kommen aufgrund der hohen Windgeschwindigkeiten verkürzte Spezialanfertigungen zum Einsatz.

Dieser noch junge Sport bringt nach wie vor neue Disziplinen und interessante Entwicklungen hervor, die über das Internet eine schnelle weltweite Verbreitung und neue Anhänger finden.

- Rocky Style: bezeichnet die Disziplin, die im (Hoch-)Gebirge, an Steilhängen und Kletterwänden ausgeübt wird. Sie besteht meist im Überwinden größerer Höhenunterschiede mit Bügeleisen und -brett in wegloser Gebirgslandschaft.
- Water Style: fasst alle sportlichen Aktivitäten zusammen, die auf, im und unter Wasser stattfinden. Hier hat sich insbesondere das Unterwasserbügeln mit Taucherausrüstung als sportlicher Wettkampf etabliert.
- Urban Style: Bügeln im städtischen Umfeld, vorzugsweise an exponierten Orten und Gebäuden.
- Forest Style: Bügeln im Wald, an oder auf Bäumen unter strenger Berücksichtigung des Umweltschutzes und im Einklang mit der Vegetation.
- Synchronbügeln: Die Mannschaftssportart unter den Disziplinen. Hierbei ist die Bewegungsabstimmung mit den anderen Mitgliedern der Gruppe von entscheidender Bedeutung. Synchronbügeln lässt sich mit allen anderen Disziplinen kombinieren.
- Freestyle: Unter diesem Begriff werden alle Disziplinen verstanden, die sich nicht unter die obigen Kategorien einordnen lassen (wie z. B. dem Eso- und Airstyle-Bügeln).
- Air Style: in Ultraleichtflugzeugen und beim Base Jumping

Die jüngere Entwicklung des Sports hat einige beachtliche Weltrekorde hervorgebracht. Der Trend begann, als die zwei britischen Extrembügler John Roberts und Ben Gibbonsam am Basislager des Mount Everest auf einer Höhe von 5.400 m bügelten und die frische Wäsche anschließend den Gipfel hinauf trugen. Dieser Rekord wurde am 14. August 2003 von dem Südafrikaner Yster durch die Erstbebügelung des Kilimandscharo (5.895 m) gebrochen. Derzeit wird der Höhenrekord durch "Iron Man" Carrick gehalten, der auf der Spitze des höchsten Bergs Amerikas, dem Aconcagua (6.962 m) in den argentinischen Anden, bügelte.

Der Unterwasserrekord im Extrembügeln wird durch Louise "Dive Girl" Trewavas mit einer Tiefe von 100 m gehalten, aufgestellt am Tauchspot Blue Hole in der Nähe des Fischerdorfs Dahab (Ägypten) im April 2003.

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