Seite empfehlen
Drucken
Buch

Es gibt kein Entkommen! Chevy Stevens fesselnder Roman

Die junge Maklerin Annie O'Sullivan wird am hellichten Tag von einem fremden Mann entführt und ein Jahr lang festgehalten. Doch auch nach ihrer Befreiung ist der Alptraum noch lange nicht vorbei.

In der Gewalt des Entführers
Annies Leben war schon vor der Entführung nicht einfach. Ihr Vater und ihre große Schwester starben vor vielen Jahren bei einem Autounfall und seitdem hat ihre Mutter ein Alkoholproblem. Doch an dem schicksalhaften Tag ihrer Entführung beginnt Annies persönliche Fahrt durch die Hölle.
Eigentlich sollte es eine einfache Open House Besichtigung werden. Kurz vor Schluss taucht noch ein Klient auf. Sein ehrliches Lächeln fällt sofort auf. Wer könnte schon denken, dass ausgerechnet dieser Mann ein gefährlicher Entführer ist? Doch dann, aus heiterem Himmel, bringt er Annie in seine Gewalt. Er spritzt ihr ein Beruhigungsmittel und versteckt sie im Kofferraum eines Lastwagens. Als sie wieder aufwacht findet sie sich in einer kleinen Hütte wieder, aus der es kein Entkommen gibt. Die einzige Tür nach draußen ist verschlossen und nirgends sind Fenster.
Annie findet nicht einmal irgendeinen Gegenstand, mit dem sie sich selbst das Leben nehmen könnte, denn der Entführer hat einen Plan. Er will sich mit Annie ein neues Leben hoch oben in den Bergen aufbauen, fernab von jeglicher Zivilisation – für sein Opfer beginnt damit eine grausame Tortur.


Alptraum ohne Ende
Die Geschichte wird aus Annies Sicht erzählt, die sich einer Therapeutin anvertraut, weshalb die Kapitel auch als "Sitzungen" bezeichnet werden. Durch diese Erzählweise nimmt die Autorin etwas Spannung weg, da man schon vorher weiß, dass Annie es schaffen wird aus ihrem Gefängnis zu fliehen. Trotzdem bleibt man als Leser gespannt, wie sie sich befreien wird. Lässt der Entführer sie freiwillig gehen? Oder nutzt sie eine gute Gelegenheit, um wegzurennen? Vielleicht tötet sie ihren Peiniger oder jemand kommt und rettet sie? Diese Ungewissheit animiert einen immer wieder aufs Neue zum Weiterlesen.
Außerdem ist es interessant, dass man erfährt, was nach der Entführung geschieht. Während viele Thriller am Punkt der Rettung enden, ist der Albtraum hier noch nicht vorbei.
Annie lebt jeden Tag mit der Angst, dass wieder etwas passieren könnte. Sie kann die schrecklichen Dinge, die auf dem Berg passiert sind einfach nicht vergessen. Und als Leser weiß man nicht mehr was Realität ist oder vielleicht einfach nur Zufall. Ist Annie nur paranoid? Oder ist sie wirklich noch in Gefahr?

Fesselnd und schonungslos

Chevy Stevens ist mit ihrem Debütroman eine spannende Geschichte gelungen, die den Leser neugierig macht und fesselt. Durch ihren flüssigen Schreibstil lässt sich der Roman angenehm lesen. Sie schreibt schonungslos und nennt die Dinge beim Namen, ohne lange um den heißen Brei herumzureden. Außerdem gelingt es ihr tolle Charaktere mit Tiefgang zu schaffen. Und dabei meine ich nicht nur Annie oder ihren Entführer, sondern auch alle anderen Charaktere in der Geschichte, wie zum Beispiel Annies Mutter und ihren Stiefvater, ihre beste Freundin, ihre Tante und ihren Ex-Freund.
Das Ende der Geschichte ist unvorhersehbar und sehr überraschend. Man wird von der Autorin oft auf falsche Fährten gelenkt und weiß nicht mehr, wen man verdächtigen soll und wer vertrauensselig ist. Das ist meiner Meinung nach eine wichtige Eigenschaft für gute Thriller-Autoren.

Fazit

Wer einen blutigen und brutalen Thriller erwartet, der ist hier zwar fehl am Platz, aber trotzdem ist das Buch auf seine eigene Art und Weise grausam, denn der Roman steckt voller böser Überraschungen und unerwarteten Wendungen. Insgesamt ist "Still Missing- Kein Entkommen" ein beklemmender, packender Thriller, der auch ohne blutige Szenen versteht zu überzeugen. Empfehlung!

 

8,99 Euro

413 Seiten

Fischer (Tb.), (Januar 2011)

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Tom Kummer, der Faker

21 Fragen an: Tom Kummer

Tom Kummer arbeitete ab 1993 als Hollywood-Korrespondent für die Magazine der Süddeutschen Zeitung und des Tages-Anzeigers sowie als freier Journalist (unter anderem für Die Zeit, Der Spiegel, Frankfurter Allgemeine und Stern). Zudem ist der gebürtige Schweizer Autor mehrerer Bücher. Im Jahr 2000 löste Tom Kummer einen Presseskandal aus, als bekannt wurde, dass er zahlreiche Interviews mit Prominenten, die im SZ-Magazin erschienen waren, gefälscht hatte. 2010 drehte der Regisseur Miklós Gimes einen Dokumentarfilm namens "Bad Boy Kummer" über den umstrittenen Journalisten, der heute als Tennist...


Die Berufseinsteigerfrage

Wie komme ich auf den Radar von Headhuntern und anderen Arbeitgebern?

Die Berufseinsteigerfrage:

„Ich bin seit zwei Jahren als Chemiker bei einem großen Pharmaunternehmen in einer leitenden Position tätig. Ich suche eine neue Herausforderung in den nächsten zwei bis drei Jahren, möchte aber die potenziellen Arbeitgeber auf mich zukommen lassen und nicht selbst blindwütig Bewerbungen schreiben. Was halten Sie davon, sich über Fachbeiträge zu bestimmten Branchenthemen oder über die Teilnahme an Diskussionen eine gewisse öffentliche Reputation aufzubauen, die mich über das Internet leicht auffindbar machen? Oder, anders gefragt, wie bekomme ich am besten ein öffentliches Profil als Experte, um Headhunter und neue Arbeitgeber auf mich aufmerksam zu machen? Ich rede jetzt nicht von einem anbiederndem XING-Profil, sondern von etwas mit Klasse.“ Patrick S. (30), Frankfurt


Serie: Netzperlen

Diese Woche: People of Walmart

Netzperlen:

Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum ist der Weltraum eigentlich schwarz?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum ist der Weltraum eigentlich schwarz?Antwort: "Hinter dieser scheinbar einfachen Frage, die ein Kind stellen könnte, verbirgt sich das so genannte Olberssche Paradoxon, benannt nach dem Arzt und Amateurastronomen Wilhelm Olbers (1758 - 1840). Er stellte sich die Frage, warum der Nachthimmel eigentlich dunkel ist, wenn doch das unendlich große Universum angefüllt ist mit Abertausenden kosmischen Lichtquellen. Denn wenn hinter einer Lichtquelle eine weitere auftritt und daneben noch eine und so weiter, müsste der Nachthimmel doch eigentlich gleißend hell sein – zumindest aber nicht schwarz, so wie wir es beobachten. Der Strahlungsstrom einer Quelle am Himmel nimmt mit dem Entfernungsquadrat ab; allerdings nimmt ebenso die Zahl der Sterne (bei vorausgesetztem unendlichen, hom...