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Zeitgenössische Literatur

Erwachsenwerden ist nicht schwer? Von wegen!

Die jungen Damen in Jennifer Closes "Mädchen in Weiß" sind zwar alles andere als brave Jungfern in Not, Probleme haben sie aber genug. Vor allem natürlich mit den Männern.

Erwachsenwerden ist nicht schwer? Von wegen!

Mehr als nur der passende Kerl

Auch wenn Coverbild und -text das vermitteln: Es geht in Jennifer Closes "Mädchen in Weiß" bei weitem nicht nur um Hochzeiten. Und wenn, dann mehr um das chaotische Drumherum, als um die letztendliche Feier. Eigentlich geht es um eine etwas diffuse Gruppe junger Frauen, die nach dem Uniabschluss ihren Platz im Leben suchen - zwischen Jobhorror und Beziehungschaos. Isabella, Mary und Lauren, Kristie, Abby und Ellen - auf dem College wurden sie Freundinnen, doch in den Jahren danach haben sie zu kämpfen, damit sie sich zwischen der Suche nach dem perfekten Job, dem richtigen Kerl und dem richtigen Lebensentwurf nicht verlieren. Während sich die eine für den Job totschuftet und überhaupt keine Beziehung auf die Reihe bekommt, kann die ander ihren Kerl eigentlich gar nicht leiden und überhaupt: Schon wieder eine Hochzeit im Freundeskreis?? Muss das sein?

Jennifer Close kennt ihre Mädels. Glaubhaft, wahrhaftig und gerne einen Hauch böse lässt sie die Damen in den Jahren zwischen 20 und 30 die eigenen und fremden Beziehungen und Karrierepläne analysieren und bewerten. Jedes Kapitel würde auch als abgeschlossene Geschichte funktionieren, immer wieder ist eine andere aus dem Kreis der Fokus um den sich ein Abschnitt dreht und doch tauchen stets die alten Bekannten am Rande wieder auf. So erhält der Leser einen ganz besonderen Einblick in die Dynamik der Gruppe und das Seelenleben ihrer einzelnen Mitglieder.

Leichtfüßig, aber mit trockenem Humor erzählt Close sich durch die Tücken des Erwachsenwerdens. Dabei hilft ihr die Vielfalt und Unterschiedlichkeit ihrer Charaktere dabei immer neue Konstellationen und Problementwürfe überzeugend zu schildern und zur Erkenntnis zu gelangen, dass Perfektion ohnehin im Auge des Betrachters liegt. Und: In mindestens einer der Damen findet sich jede Leserin wieder.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Jennifer Close. Mädchen in Weiß
19,90 Euro. Berlin Verlag
 




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