Drucken
STUDIUM

Erfolg mit der „Ein-Dollar-Brille“

Eine Brille für einen Dollar: Für Millionen Menschen weltweit, die sich bislang keine Brille leisten können, muss dies kein Traum bleiben, seit der Verein EinDollarBrille ein solches Modell entwickelt hat. Damit die Brillen auch bei den Menschen ankommen, müssen Optiker in Entwicklungsländern in der Technik und der Vermarktung geschult werden. Diese Aufgabe übernehmen vor allem die Studierenden des Enactus-Teams der Technischen Universität München (TUM).

Die "Ein-Dollar-Brille" kann vielen Kindern - hier in Ruanda - ermöglichen, Lesen zu lernen. Foto: Enactus München

In der weltweit tätigen Non-Profit-Organisation Enactus engagieren sich Studierende, mit unternehmerischen Methoden einen besseren Lebensstandard zu schaffen. Mit ihren derzeit fünf Projekten hat die TUM-Gruppe im Oktober unter 36 Teams den Enactus World Cup gewonnen.

Rund 150 Millionen Menschen können sich nach Schätzungen keine Brille leisten. Damit sind viele auch von Bildung und bestimmten Berufen ausgeschlossen. Der Erlanger Lehrer Martin Aufmuth hat ein Modell entwickelt, das nach einem Baukastenprinzip aus stabilen Materialien mit einfach zu bedienender Technik ohne Strom überall hergestellt werden kann – und sich zu einem Preis von einem Dollar auch für die Verkäufer rechnet. Der Verein EinDollarBrille startete 2012 mit der Verbreitung.

Dazu müssen in den zahlreichen in Frage kommenden Ländern Optiker ausgestattet und geschult werden – in der Technik und in betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Dies hat nicht zuletzt das Enactus-Team der TUM übernommen, bislang in Ruanda und völlig selbstständig in Burkina Faso und Bolivien.15 Optiker betreiben dort nun ein Unternehmen mit eigener Brillenproduktion und können teils sogar schon Angestellte beschäftigen.

TUM-Studentin Narei Rassuli erklärt einem Ruander die Herstellung der "Ein-Dollar-Brille". Foto: Enactus München

Bei Enactus sind mehr als 62.000 Studierende an 1.600 Hochschulen in 39 Ländern aktiv. Unterstützt von Unternehmen starten sie nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe Projekte, die Menschen einen besseren Lebensstandard sichern sollen. Dabei wenden sie betriebswirtschaftliche Methoden an. Das Enactus-Team der TUM hat rund 70 aktive Mitglieder. „Bei Enactus können wir optimal zwei Dinge verbinden: Wir bewegen etwas. Und wir gewinnen etwas für uns selbst. Wir können unendlich viel lernen“, sagt Kai Hübner (23), einer von drei Teamleitern.

Ökonomische Grundlagen für Imker

Nachdem die TUM-Studierenden schon den bundesweiten Wettbewerb der Enactus-Teams gewonnen hatten, siegten sie nun auch beim World Cup im mexikanischen Cancun. Dabei überzeugten sie eine internationale Jury aus 400 Unternehmensvertretern, darunter CEOs internationaler Konzerne, und setzten sich gegen Kandidaten aus 35 anderen Länder durch. Ihre sozialen Gründungsprojekte wurden somit zu den besten von weltweit 1.600 Teams gewählt.

Neben der Arbeit für die „Ein-Dollar-Brille“ waren die Juroren auch von den anderen Projekten überzeugt: Bei „Beeconomy“ lernen Imker in Burkina Faso spielerisch ökonomische Grundlagen. Mit „Nebelfängern“ wird in Marokko Wasser gewonnen. Bei „Smart Menu“ haben die Studierenden eine BWL-Software für Kleingastronomen entwickelt. Und mit „Sozialer Inklusion“ wollen sie Hindernisse für gehandicapte Studierende abbauen.

„Der Sieg beim World Cup motiviert uns natürlich zusätzlich – und hoffentlich auch weitere Studierende, bei uns mitzumachen“, freut sich Kai Hübner.




Die Berufseinsteigerfrage

Wie komme ich auf den Radar von Headhuntern und anderen Arbeitgebern?

Die Berufseinsteigerfrage:

„Ich bin seit zwei Jahren als Chemiker bei einem großen Pharmaunternehmen in einer leitenden Position tätig. Ich suche eine neue Herausforderung in den nächsten zwei bis drei Jahren, möchte aber die potenziellen Arbeitgeber auf mich zukommen lassen und nicht selbst blindwütig Bewerbungen schreiben. Was halten Sie davon, sich über Fachbeiträge zu bestimmten Branchenthemen oder über die Teilnahme an Diskussionen eine gewisse öffentliche Reputation aufzubauen, die mich über das Internet leicht auffindbar machen? Oder, anders gefragt, wie bekomme ich am besten ein öffentliches Profil als Experte, um Headhunter und neue Arbeitgeber auf mich aufmerksam zu machen? Ich rede jetzt nicht von einem anbiederndem XING-Profil, sondern von etwas mit Klasse.“ Patrick S. (30), Frankfurt


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Heute: Warum steht auf Verpackungen immer "kann Spuren von Erdnüssen und anderen Nüssen enthalten"?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum steht auf Verpackungen immer "Kann Spuren von Erdnüssen und anderen Nüssen enthalten"?Antwort: "In der Tat machen sich viele Verbraucher über diesen Hinweis lustig, besonders wenn er auf Lebensmitteln wie Erdbeerjoghurt oder Pizza zu lesen ist. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass Erdnüsse und Nüsse bei Allergikern sehr starke Reaktionen auslösen können. Jedes Unternehmen will sich dagegen absichern, obwohl eigentlich nur die Zutaten deklariert werden müssen, die bei der Herstellung eines Lebensmittels verwendet werden. Industrielle Anlagen der Lebensmittelverarbeitung können aber in der Regel nicht so gereinigt werden, dass eine Verschleppung von Inhaltsstoffen von einem auf das andere Produkt völlig ausgeschlossen ist. Bei starken Allergikern reichen kleins...