Seite empfehlen
Drucken
TV/DVD/Game

Entscheidung am Abgrund

Liv Tyler zeigt sich in dem erotischen Drama „The Ledge“ – Am Abgrund, in dem sich Matthew Chapman für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet, ungewohnt freizügig. Ab dem 20. Januar 2012 ist der Film auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

Wer ist der Vater?

Von einem auf den anderen Moment gerät das Leben des Polizisten Hollis Lucetti (Terrence Howard) aus den Fugen. Sein Arzt teilt ihm mit, dass er unmöglich der Vater seiner beiden Kinder sein kann. Von dieser Nachricht tief getroffen scheint es für ihn unmöglich wie gewohnt seiner Arbeit nachzugehen. Doch da erreicht ihn ein Anruf, der ihn zu einem scheinbaren Routineauftrag schickt.

Der Hotelmanager Gavin Nichols (Charlie Hunnam) hat beschlossen am helllichten Mittag seinem Leben durch einen Sprung von einem Hochhaus ein Ende zu setzen. Doch handelt es sich bei Gavin tatsächlichem um einen typischen Selbstmörder? Hollis hat schnell Zweifel an dieser Theorie. Im Gespräch erzählt im Gavin seine tragische Geschichte. Eine Affäre mit seiner Nachbarin Shana (Liv Tyler) hat ihn in diese ausweglose Situation gebracht. Nachdem ihr Mann Joe (Patrick Wilson) den beiden auf die Schliche gekommen ist, steht Gavin nun vor einer Entscheidung, von der es kein zurück gibt ?

Erbitterter Zwist

Matthew Chapman greift in "The Ledge" einen Streit auf der so alt ist, wie die Menschheit. Ein rationaler Vertreter der Wissenschaft in Gestalt des überzeugten Atheisten Gavin trifft auf den christlich-fundamentalistischen Glaubensvertreter Joe. Doch beide liefern sich hier einen ungleichen Kampf. Schnell wird deutlich, dass der eloquente Gavin seinem Widersacher weit überlegen ist. So gelingt es Joe kaum seine Positionen mit stichhaltigen Argumenten zu untermauern. Stattdessen zieht er ohne Scheu in Anwesenheit des homosexuellen Mitbewohners von Gavin über gleichgeschlechtliche Partnerschaften her. Es ist daher kaum überraschend, dass sich die biedere Angestellte Shana von ihrem Chef Gavin angezogen fühlt. 

Ungleicher Kampf

Die Auseinandersetzung zwischen Joe und Gavin ist der eigentlich spannende Teil der Geschichte. Allerdings wäre es schön gewesen, wenn sich hier zwei Konkurrenten auf Augenhöhe begegnet werden. Zu präsent ist die drückende Überlegenheit des lebensfrohen Atheisten gegenüber dem christlichen Fundamentalisten. Hier hat Matthew Chapman sein volles Potenzial leider nicht ausgeschöpft.

Epische Länge

The Ledge ist ein durchaus spannender Film, der jedoch auch ein Ticken kürzer hätte ausfallen können. Zwischendrin wirkt er doch sehr langatmig, was den Zuschauer etwas ermüdet. Zum Ende hin nimmt der Film aber wieder Fahrt auf, was nicht unwesentlich an der Dynamik der Beziehung zwischen Howard und Hunnam liegt. Insbesondere die Leistung dieser beiden Schauspieler ist besonders hervorzuheben. Liv Tyler und Patrick Wilson bleiben leider etwas blass. Dies liegt jedoch in erster Linie an den unterzeichneten Charakteren.

Fazit: Matthew Chapman ist mit "The Ledge - Am Abgrund" ein erotischer Psychothriller/Drama gelungen, der teilweise aber noch Luft nach oben erkennen lässt. Gute Unterhaltung ist aber garantiert. 

Thomas Hepp (Academicworld)



The Ledge – Am Abgrund

Regie: Matthew Chapman

Darsteller: Liv Tyler, Patrick Wilson, Terrence Howard, Charlie Hunnam

Im Verleih von Universum Film

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Rolf Miller, der Halbsatz

21 Fragen an: Rolf Miller

Rolf Miller ist der "Meister des unfreiwilligen Humors". Der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises glänzt durch breitesten Odenwälder Dialekt und die Fähigkeit, Sätze einfach mal gar nicht oder wenigstens ganz anders zu beenden, als der Zuhörer erwartet. Die Themen: Alles und Nichts. Die Kunst: Treffende Aussagen eines schlichten Gemüts. Grandios.


Die Berufseinsteigerfrage

Welche Aussagekraft haben Arbeitgeber-Rankings?

Die Berufseinsteigerfrage:

Kim Reinersdorf, Biologiestudentin aus Berlin, fragt: “Auf der Suche nach dem ersten Arbeitgeber trifft man immer wieder auf Rankings, welche die Güte von Arbeitgebern messen. Ein populäres ist die Erhebung des Berliner Trendence-Instituts, das nur Studierende befragt. Können diese aber überhaupt eine Aussage über einen Arbeitgeber machen, bei dem sie noch keine wirkliche Berufserfahrung sammeln konnten? Nehmen Personalexperten solche Studien ernst und kann man sich als Berufseinsteiger wirklich an der Trendence-Studie orientieren, um die Qualität eines Arbeitgebers abzulesen?”


Serie: Netzperlen

Diese Woche: People of Walmart

Netzperlen:

Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


Serie: Studenten fragen Professoren

Wie viel Schlaf brauche ich eigentlich?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen