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Digitales Leben

Elf Erfolgsregeln für ein XING ROTATING DINNER

Zuweilen vermischt sich tatsächlich das digitale mit dem realen Leben. Die Königsdisziplin: Das XING ROTATING DINNER. Hier ist dein Navigator, um heil rein und erfolgreich wieder raus zu kommen.

„Und was machst Du so?“

„Ich bin Friseur.“

„Ach. Hm. Ja. Interessant. Und woher kennst Du die Gastgeberin?“

Hat mir mein Vater beigebracht: Wenn Du keine Lust hast über Deinen Job zu sprechen, sag’ einfach Du seist Friseur.

Nichts gegen den Berufsstand. Den schätze ich sehr. Aber der Begriff „Friseur“ scheint zumindest beim geselligen Beisammensein jegliche weitere assoziative Reihung im menschlichen Gehirn zum Erliegen zu bringen.

180 Grad Drehung: Ich arbeite aber nun mal als selbstständiger Kommunikationsstratege. Daher war ich beim XING Rotating Dinner, einer Businessveranstaltung um andere, mir bisher gänzlich unbekannte Mitglieder der großen Netzwerkfamilie mal persönlich bei einem ausgedehnten Abendessen kennenzulernen. Es gibt drei Gänge. Für jeden dieser Gänge setzt sich die Gesprächsrunde neu zusammen. Eigentlich eine ziemlich gute Idee. Macht Spaß.


Definitiv eine gute Sache. Solange man ein paar Dinge beherzigt

Die elf Erfolgsregeln

Am Schluss der Veranstaltung haben wir dann im Rausch der Kommunikation in kleiner Tischrunde grundlegende, aber gänzlich inoffizielle und subjektive Verhaltensregeln für diese Veranstaltung aufgestellt. Herausgekommen sind elf kleine Erfolgsregeln für die unternehmerische Rotation am Dinnertable:

1. Elevator Pitch noch einmal auffrischen. „Und was machst Du so?“ „Ich? Was mit Medien.“ „Aha.“ „Und was genau machst Du da?“ …  Zeit ist beim Rotating Dinner zwar nicht unbedingt Geld. Aber knapp ist sie auf jeden Fall. Tipps zur professionellen Vorbereitung gibt es hier.

2. Sei entspannt. Es ist kein Bewerbungsgespräch.

3. Die Betonung liegt zuerst auf „Business“, dann auf „Rotating“ und erst zuletzt auf „Dinner“.

Auch wenn zugegeben „Business“ nicht im Titel der Veranstaltung steht, so ist es doch unausgesprochen der zentrale Begriff der Veranstaltung. Ziel ist es, sein persönliches Netzwerk um spannende Personen zu erweitern und im Idealfall gemeinsam das Bruttosozialprodukt zu mehren. Für alle anderen Themen wie „gehst Du auch gerne in die Berge“ oder „ der FC Bayern gewinnt niemals die Championsleague“ etc. ist nach Dessert und finalem Gongschlag noch genügend Zeit an der Bar.

4. Netzwerken ist ein Prozess. Was erfolgreich werden soll, braucht seine Zeit.

Für Selbstständige: Aufträge werden hier nicht verteilt. Der Koffer mit den Versicherungspolicen darf also zu Hause bleiben. Neue Bedürfnisse hingegen können durchaus geweckt werden. Wer hätte schon gedacht, dass es so famose Geschäftsideen in München gibt wie “Endlich erledigt

Für Angestellte: Das Rotating Dinner ist spannend und lohnenswert, wenn man im Unternehmen eine Position bekleidet, in der man Geschäftsprozesse vorantreiben kann. Harte Wahrheit: Fehlt diese unternehmerische Entscheidungsgewalt, bleib‘ zu Hause.

Am besten also im Vorfeld überlegen, was man den anderen Netzwerkern am Tisch über diesen Abend hinaus anbieten kann.

5. Dresscode business-casual, also eine ausgewogene Mischung aus Formalität und Lässigkeit, passt sicherlich am besten zum Event. Krawatten und gleichzeitiges Duzen verhalten sich hingegen nur so mittel zueinander. Darüber hinaus befinden sich sehr viele Leute im Raum. Es kann folglich nicht nur sehr laut, sondern gegebenenfalls auch sehr warm werden. Also nicht vergessen, die Hemden unterm Sakko vorher ordentlich zu bügeln.

6. Du, Paul oder Sie, Herr Müller? Das Duzen oder Siezen klärt man am geschicktesten gleich zu Beginn der jeweiligen Dinner-Runde. Entkrampft die Situation und beugt leicht echauffierten Blicken vor. Erfahrungswert: Mit “Du” läuft die Gesprächsrunde flüssiger.

7. Visitenkarten auf den Tisch! Nach dem Händeschütteln und nachdem sich alle gesetzt haben gleich mit dem großen Visitenkartentauschen beginnen. Bringt die Gespräche viel schneller auf den Punkt. Gleichzeitig erhält man die Möglichkeit eines charmanteren Gesprächseinstiegs: „Prozess- und Anforderungsmanagement Komposit. Das klingt ja interessant. Erzähl doch mal Martin.“ Unverzeihlicher Amateurfehler: keine Visitenkarte dabei.

8. Kurzzeitgedächtnis vs. Langzeitgedächtnis. Schreibe gleich auf die erhaltene Visitenkarte um welchen Essensgang es sich handelt und auf welchem Platz der dinierende Mitrotador gerade sitzt.

9. 50 Prozent einer Unterhaltung bestehen aus zuhören. Niemand mag Dampfplauderer, wenn die Gesprächszeit limitiert ist.

10. Innerhalb der nächsten zwei, drei Tage die neuen Netzwerkfreunde über XING aktiv anschreiben. Natürlich mit einem netten Text. Selbstredend. Leere Textfelder mit einem gedachten “du weißt ja sicher noch wer ich war“ sind ein bisschen unhöflich und vor allem unprofessionell. Noch zu keiner abschließenden Meinung bin ich gekommen, was es wohl bedeuten mag, wenn man die erste Kontaktanfrage bereits nachts um drei unmittelbar nach der Veranstaltung erhält.

11. Sei zufrieden. Das abendliche Rotieren hat sich gelohnt, wenn mindestens ein neuer und nachhaltiger Businesskontakt ins Netz-(werk) gegangen ist.



P.S.: Das komplette Gegenteil vom XING Rotating Dinner, aber ein sehr lustiger und gleichzeitig kluger Film: „Shoppen“ von Ralf Westhoff

 

Von Kristian Laban, dem academicworld-Experten für Digitales Leben




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