Eldorado: ein schräges Roadmovie von Bouli Lanners

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Standing Ovation in Cannes für den Gewinner der Quinzaine und eine Nominierung für den Auslands-Oscar. Was ist dran an Bouli Lanners Roadmovie?
Eldorado beginnt vielversprechend. Als der Amischlittenverkäufer Yvan nachts nach Hause kommt, bemerkt er eine zerbrochene Fensterscheibe neben dem Türeingang. Mit einem Stahlrohr bewaffnet, macht er sich in seinem Haus auf die Suche nach dem Einbrecher. Unter seinem Bett findet er schließlich den Eindringling, dieser weigert sich jedoch beharrlich, seinen Unterschlupf zu verlassen. Es stellt sich heraus, dass Elie, so der Name des Einbrechers, nur etwas Geld stehlen wollte um aus der Stadt zu kommen. Der junge Stromer wächst Yvan trotz des Einbruchs irgendwie ans Herz.
Yvan beschließt kurzerhand, Elie bis an die belgische Grenze zu dessen Eltern zu fahren. Auf ihrer Reise geraten sie von einer verrückten Situation in die nächste.

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Ein schräges Roadmovie
Eldorado glänzt durch seine melancholische Grundstimmung und den skurrilen Einfällen. Als Yvan beispielsweise nach einem Saufgelage mit einem Hellseher zu betrunken ist, um die Fahrt fortzusetzen, schlägt ihm Elie vor, dass Yvan doch einfach seine Haare mit einem Klebeband an der Innenseite des Autodachs fixieren soll. Falls er dann einnickt und den Kopf hängen ließe, würde ihn der Schmerz bestimmt wieder wecken. Dass Yvan sein Auto dann trotz der fixen Idee an den Baum fährt versteht sich fast von selbst. Die Szene wird noch schräger, als sich anschließend ausgerechnet ein Nudist als Bergungshelfer des Unfallswagens betätigt.
Regisseur Bouli Lanners ist ein kurzweiliges Roadmovie gelungen bei dem Humor und Tragik dicht beieinander liegen. Lanners ist zudem ein guter Schauspieler, der in der Rolle des etwas verschrobenen Yvan überzeugt. Auch Fabrice Adde ist in der Rolle des Elie optimal besetzt. Man kauft ihm seine Unbeholfenheit und Naivität von Anfang an ab.
Die Handlung ist dabei nicht so sonderlich spannend, interessant ist vor allem die Interaktion der beiden Protagonisten. Es macht Spaß, die kauzigen Dialoge der beiden zu verfolgen. Yvan und Elie sind keine stereotypen Charaktere, sondern vielschichtig ausgearbeitet und die Freundschaft ist glaubhaft dargestellt.
mr

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Eldorado
Genre: Road-Movie
Regie: Bouli Lanners
Darsteller: Bouli Lanners (Yvan), Fabrice Adde (Elie)
Kinostart: 23. April 2009



























