Drucken
Buch

Elche unterm Weihnachtsbaum

Ich erwarte Geschenke unterm Weihnachtsbaum - was erwartet mich in diesem Buch?

Den Herausgebern Ebba D. Drolshagen und Regine Elsässer ist mit dieser Sammlung von Geschichten und Rezepten aus dem hohen Norden rund um das Weihnachtsfest ein wundervolles Buch gelungen, in dem jedoch leider viel zu wenige Elche umherspazieren. Beim Lesen hatte ich manchmal den Eindruck, die wenigen Elche die ich traf, fühlten sich einsam oder waren sie auf der Suche nach ihresgleichen?

Lustige, menschliche Schwächen aufnehmende Geschichten, die auch wir täglich erleben könnten, enthält die Geschichtensammlung. "Jesus lehrt die Menschen, die Treppe putzen" ist so ein Paradebeispiel. Literarisch lustig umgesetzt, aber im Kern sehr ernst, fordert uns diese Geschichte dazu auf, nicht nur zu Weihnachten den Nachbarn oder Kommilitonen als Menschen zu sehen. Mitmenschlichkeit muss nicht nur auf die wenigen Weihnachtsfeiertage im Jahr beschränkt bleiben.

Weihnachtsträume

Schlemmen ist dann beim norwegischen Karamellpudding angesagt. Mann stelle sich vor: 1 Liter sehr fette Schlagsahne, 8 Eier, 300 Gramm Zucker und 1 Vanillestange ergeben einen Traum der zwar den Bauch anwachsen lässt, den man jedoch genossen haben muss . . .

Den Herausgebern ist eine gute Mischung bekannter und nicht so bekannter Autoren in ihrem Buch gelungen. Hans Christian Andersen, Marianne Jelved, Henrik Valentin und Selma Lagerlöf sind nur einige der Dichter, die in diesem Buch weihnachtliche Stimmung hervorzaubern.

Weihnachtsalbträume

Wobei das mit der Weihnachtsstimmung so eine Sache ist. Ganz schnell und auch ungewollt kann sie kippen. Petri Tamminen erzählt in seiner Geschichte davon. Der Ehemann und Vater rastet aus. Seinem Sohn hat er das Polizeiauto zertreten. Er brüllt und seine Frau sagt er solle sich beruhigen. "Ich stand auf und schrie: Leck mich am Arsch, du blöde Kuh, und fick dich selber. Nach Weihnachten fiel mir in der Turnhalle ein, was ich an Weihnachten zu meiner Frau gesagt hatte. Weihnachten legt das Gute wie das Schlechte unter ein Vergrößerungsglas . . ."

Aber auch biblisch Traditionelles finde ich in diesem Kleinod. Edvard Hoem versetzt mich mit seiner Geschichte "Der Zimmermann aus Nazareth" in die Zeit, in der Joseph Maria kennenlernte. Eine Mischung aus Altvertrautem und neuer Gedanken erwartet mich bei Hoem. Aber egal wie es tatsächlich mit dem Zimmermann gewesen ist, der Autor kommt zu dem Schluss: "Er bewies seine Liebe zu Maria. Das ist das Einzige, was wir wirklich wissen."

Christian Döring

 

Drolshagen, Elsässer (Hgg.)

Elche unterm Weihnachtsbaum

227 Seiten

12,95 Euro

Pendo

 




Die Berufseinsteigerfrage

Wie geht man als Chef mit Mobbing um?

Die Berufseinsteigerfrage:

“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?

Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?Antwort: Die Wurzeln bairisch-englischer Gemeinsamkeiten rühren daher, dass das Deutsche und das Englische relativ eng verwandte Sprachen sind und dem gleichen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie angehören. Das merken Sie am Wortschatz: Hand – hand, Maus – mouse, Buch – book. Oft geschieht es jedoch, dass ein Wort im Schriftdeutschen ausstirbt, aber im Dialekt weiterlebt. So englisch "foam", bairisch "Foam", was "Schaum" bedeutet – schriftdeutsch kaum mehr erkennbar in "abgefeimt". Oder das englische Wort "bone", das seine bairische Entsprechung in "Boa" hat und ein anderes Wort für "Knochen" ist. Manchmal setzen das Bairisch...