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Populäres Sachbuch

El Chapo, der König der Narcos

Malcolm Beith informiert in seinem Tatsachenbericht "El Chapo - Die Jagd auf Mexikos mächtigsten Drogenbaron", erschienen bei Heyne Hardcore, über den zur Zeit einflussreichsten Narco (engl. von narcotics) Mexikos. Er erzählt den rasanten Aufstieg Chapos zur Nummer eins im mexikanischen Drogenhandel und zeigt alle Facetten des tödlichen Geschäfts, das auf Geld und Gewalt beruht. Beith enthüllt die Beziehungen zwischen der Drogenindustrie und der Politik, die Konflikte der Kartelle, ist nah am Geschehen, aber wahrt immer die nötige Distanz. Diese Mischung ergibt ein hochspannendes, sachliches und gelungenes Buch zu Mexikos düsterstem Kapital der jüngeren Geschichte.

Seit Mexikos Präsident Felipe Calderón den Kartellen 2006 den Krieg erklärte, erreicht der "Krieg gegen die Drogen" immer neue Höhepunkte. Zwar wurde der mexikanische Korridor bereits seit den neunziger Jahren für den Drogenhandel von Kolumbien in die USA benutzt, aber während der langjährigen Herrschaft der PRI (Partido Revolucionario Institucional), schauten die Behörden mit beiden Augen weg und wurden dafür bestens bezahlt. Nach dem Wahlsieg von Vincente Fox im Jahre 2000, der für die PAN (Partido Acción Nacional) antrat und damit die 71-jährige Herrschaft der PRI beendete, änderte sich dies teilweise, denn Fox' Regierung war halbwegs gewillt, dem Druck der USA nachzugeben und gegen die Kartelle vorzugehen.

Herausspaziert!

An dieser Stelle beginnt Beith seinen Report. Joaquín Archivaldo Guzmán Loera, alias El Chapo sitzt seit mehreren Jahren im Hochsicherheitsgefängnis Puente Grande ein und verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe. 1993 wurde er in Guatemala verhaftet und nach Mexiko ausgeliefert. Das Gefängnis beschneidet seine Aktivitäten jedoch kaum, da er die gesamte Anstalt mit Geld und Gewalt unter Kontrolle gebracht hat. Er lebt mit seinen Mitstreitern im Luxus, veranstaltet Partys und just als die Regierung Fox ein neues Auslieferungsprozedere mit den USA ausgehandelt hat, spaziert der mächtige Drogenbaron fast ungehindert aus dem Gefängnis. Im Wäschewagen lässt er sich in die Freiheit schieben und flieht. Seit diesem Tag im Januar 2001 ist er der meistgesuchte Mann Mexikos.

Zu dieser Zeit ist El Chapo bereits einer der mächtigsten Narcos in Mexiko. Beith nimmt sich die Zeit den Aufstieg El Chapos und seine "Lehrzeit" bei Miguel Ángel Félix Gallardo alias El Padrino zu beleuchten. Hier erfährt der Leser alles über den Drogenhandel während der Herrschaft der PRI, die kräftig mitverdiente, sowie über den mafiaähnlichen Organisationsaufbau von El Padrino, den Chapo für seine Organisation übernahm.

Autor Malcom Beith© Malcolm Beith

Journalist und Autor

Malcolm Beith arbeitet als freier Journalist und lebt in Mexiko-Stadt. Er begann seine Karriere als Reporter bei Newsweek in London, wechselte dann nach New York und stieg dort zum General Editor auf. Danach wurde er Redakteur bei The News,  der in Mexiko erscheinenden englischsprachigen Tageszeitung, sowie bei Newsweek International, für die er aus Mexiko, Haiti, Kolumbien und dem Irak berichtete.

Das Buch ist in sehr nüchternem Schreibstil verfasst. Der Autor gibt keine Wertungen ab, sondern bleibt stets neutral und präsentiert akkurat seine Fakten. Gelegentlich bietet er mehrere Erklärungen an und erläutert dann, die seiner Meinung nach wahrscheinlichste Version. Am Ende des Werkes legt er seine Quellen, sowie seinen Arbeitsethos dar, was das Buch Seriosität und Glaubwürdigkeit verleiht und gleichzeitig seine Unfehlbarkeit bestreitet.

Narcocorridos und das internationale Ausmaß

Neben den unmittelbar zusammenhängenden Fakten mit der Person El Chapo, gibt der Autor auch einen Einblick, in mehrere mit dem Drogenkrieg in Verbindung stehende Themen. Beith schreibt über die Narcocorridos, die Lieder in denen die Drogenbarone und ihre Taten verherrlicht werden, über die üppigen Mausoleen und den Totenkult der Narcos, sowie über die andere Seite des Krieges, über die Männer, die versuchen, die Kartelle zu zerschlagen und deren Bosse zu verhaften oder zu töten.

Auch eröffnet Malcolm Beith die internationale Dimension des mexikanischen Drogenhandels. Er beschreibt den steigenden Druck der USA auf die mexikanische Regierung, sowie die Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit. Aber auch der Problematik des unendlichen Nachschubs an amerikanischen Waffen, der den Kartellen ermöglicht in Sachen Ausrüstung mit den Ermittlungsbehörden gleichzuziehen oder sie sogar zu überholen, widmet der Autor ein Kapitel. Denn nachdem unter Präsident Bush die Waffengesetze gelockert wurden, strömten tausende moderne Sturmgewehre und andere Angriffswaffen ungehindert nach Mexiko. Darüber hinaus beschreibt Beith die Ausbreitung der Kartelle in den USA, wo sie über ein dichtes Netz aus Verteilerstellen verfügt und sich zusehends etabliert.

DEA-Fahndungsplakat Joaquín Guzmán Loera © DEA

Fazit: Mit diesem spannendem Buch zeigt Malcolm Beith die brutale Logik des Drogenhandels, die Auswirkungen auf die mexikanische Gesellschaft, sowie die internationalen Auswirkungen. Vor allem aber zeigt er mit "El Chapo – Die Jagd auf Mexikos mächtigsten Drogenbaron", dass der "Krieg gegen die Drogen" nicht zu gewinnen ist, solange in den USA und Europa, die Nachfrage nach illegalen Substanzen weiter besteht. Trotz dieser düsteren Aussichten ist das Buch absolut empfehlenswert.

David Santin (academicworld.net)


Malcolm Beith: El Chapo Die Jagd auf Mexikos mächtigsten Drogenbaron
Preis: 16,99 Euro. Heyne Hardcore

Das Werk stammt aus dem Hause Heyne, das seit 2005 mit der Kreation der Reihe Heyne Hardcore eine neue Richtung eingeschlagen hat. Unter dem Label "Hardcore" werden seitdem Bücher aus den Bereichen Erotik, Crime, Horror und Popkultur verlegt, die vor allem junges Publikum ansprechen. Kultig, rüde, pornographisch, authentisch und lustig geht es in der Bücherecke von Heyne Hardcore zu. Damit trifft, der zur Random House Gruppe gehörende Verlag, in der Epoche des Bildschirmlesens, den Nerv der Zeit und liefert gute Gründe mal wieder ein Buch aufzuschlagen.

Weitere Bücher aus der Heyne Hardcore-Reihe:

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