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Buch

"Eine ganze Stunde der Seligkeit! Ist das etwa wenig, selbst für ein ganzes Menschenleben?"

Dass die russische Literatur nicht nur Schwarten mit 1.000 Seiten Inhalt aufwärts und einem Figureninventar vom Kaliber des örtlichen Telefonbuchs aufweist ist nicht jedem klar. Wer sich davon überzeugen will, kann es ja einmal mit Dostojewskis "Weiße Nächte" probieren. Immer wieder wird die Novellen zu den schönsten Liebesgeschichten überhaupt gezählt. Aktuell kann man sie sogar im Verbund mit dem E-Book erwerben.

Vom Glanz St. Petersburg ist im Schicksal des Erzählers wenig zu spüren. © Andrea Damm/pixelio.de
Vom Glanz St. Petersburg ist im Schicksal des Erzählers wenig zu spüren. © Andrea Damm/pixelio.de

Träumer trifft Träumerin

"Es war eine wundervolle Nacht, eine solche Nacht, wie sie vielleicht nur vorkommen kann, wenn wir jung sind." Er ist seit 8 Jahren in St. Petersburg, kennt aber keine Menschenseele, weil er viel zu schüchtern ist, jemanden anzusprechen. Sie lebt bei ihrer Großmutter und darf dieser kaum einmal von der Seite weichen. In einem Augenblick höchster Verzweiflung sieht er sie, doch noch bevor er sich entscheiden kann ob er sie ansprechen will - er hätte es wohl nicht getan - bedrängt sie ein betrunkener Nachtschwärmer. Und ehe er sich versieht, springt er der jungen Dame als Retter bei. 

Vier Nächte haben die beiden zusammen. Vier Nächte in denen sie einander mehr erzählen, als sie jemals zuvor von sich selbst preisgegeben haben. Und sie entdecken Gemeinsamkeiten, fassen Vertrauen, freunden sich an. Natürlich verliebt er sich sofort in sie. Doch es gibt einen anderen, der für ein Jahr fortging um sich einen Platz im Leben zu erkämpfen, den er mit ihr teilen kann.

"Wenn man liebt, dann gedenkt man der Kränkung nicht lange."

Nun ist er zurück, der andere, aber er zeigt sich nicht bei ihr. Hat er sie vergessen? Und überhaupt: mag sie nicht ihren Retter viel lieber? In einfühlsamen Worten schildert Dostojewski die zarte Romanze zweier verlorener Seelen. Die Sprache ist ausschweifend, üppig, phantasievoll, aber nie überladen oder übertrieben.

Das 109 Seiten schmale Bändchen liest sich in einem Rutsch durch und doch bleibt es hängen. Es erzählt so vieles von den Menschen und ihren Beziehungen, von der Einsamkeit in der Masse und vom Mut sich zu öffnen, der manchmal wirklich belohnt wird - manchmal aber auch nicht.

Gisela Stummer (academicworld.net)


Fjodor M. Dostojewski: Weiße Nächte - Eine Liebesgeschichte
6 Euro. insel taschenbuch

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Dominik Graf, der Rekordpreisträger

21 Fragen an: Dominik Graf

Dominik Graf wurde 1952 in München geboren, wo er die Hochschule für Fernsehen und Film besuchte. Als Kino- und TV-Regisseur ist er unter anderem für zahlreiche Folgen der Kriminalserien “Tatort” und “Polizeiruf” bekannt. 2011 gewann er zum neunten Mal den Adolf-Grimme-Preis und ist damit der am häufigsten ausgezeichnete Träger des begehrten Fernsehpreises. Seit 2004 ist Dominik Graf Professor für Spielfilmregie an der Internationalen Filmschule Köln und wurde 2005 zum Honorarprofessor ernannt.


Die Berufseinsteigerfrage

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Die Berufseinsteigerfrage:

“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


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Frage: Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?Antwort: "Ausdrücklich wurden vom Fragesteller ja nur Viren und Bakterien ausgeschlossen und nicht Einzeller. Nimmt man diese in das Spektrum auf, dann ist eindeutig der Erreger der Malaria, Variante Tropica (Plasmodium falciparum), der größte Killer und einige Arten der Anopheles-Mücke als Vektoren die wichtigsten 'Vermittler' der weit über eine Million Todesfälle pro Jahr.Nimmt man den Menschen als eine Spezies wie jede andere, was wir ja gemeinhin nicht tun – sondern uns als Krone der Schöpfung betrachtend vom riesigen Rest der Evolutionsprodukte gern weit absetzen – dann ist ganz klar, dass der Mensch für den Menschen wohl schon bis in lang vergangene Zeiten der größte Killer war und nach ...