Drucken
TV/DVD/Game

Ein Imperium auf Abwegen

Wenn dein Vater einer der wichtigsten Ingenieure für das Imperium ist, wird dir vermutlich kaum einer der Rebellen trauen. Dennoch ist die junge Jyn der einzige Weg, wie die Rebellen an eine höchst brisante Information kommen können - und mit etwas Glück die Zerstörung des Todessterns ermöglichen, bevor ganze Planeten aus dem Universum verschwinden...

Copyright: 2015 Lucasfilm Ltd. & ™, All Rights Reserved.

Jyn Erso ist ein junges Mädchen, als Soldaten des Imperiums auf ihrem Planet landen, ihre Mutter töten und ihren Vater entführen - ein Mikrokosmos bricht für sie zusammen. Es beginnt eine anstrengende Kindheit und Jugend, in der sie die meiste Zeit auf sich gestellt ist. Bis eine besondere Rebellengruppe, die gegen das Imperium kämpft, auf sie aufmerksam wird. Einer der Spione dort ist Cassian, ein Pilot, der mit Jyn zunächst so gar nichts anfangen kann, sich genauso wie sie mit einem unliebsamen Schicksal arrangieren muss.

Diese Rebellen wissen nicht nur, dass sich am Ende der Sterne eine extrem unheilvolle Bedrohung zusammenbraut, sondern auch, dass Jyns Vater immer noch lebt und als Ingenieur für das Imperium tätig ist. Über Jyn wollen sie an ihn herankommen, beziehungsweise an einen Kontaktmann, der von ihrem Vater mit einer unfassbar wichtigen Information über eine unsagbar brutale Waffe betraut wurde. Gibt es eine Möglichkeit, dem Imperium ein Schnippchen zu schlagen?

Die Kritik

Vorab: STAR WARS ist eine interessante Geschichte, dennoch ist diese Rezension nicht aus der Sicht eines echten Fans geschrieben. Die wissen übrigens von Anfang an, wie der Film enden wird, weil so viel der Geschichte schon im letzten Film erzählt wurde. Wie jetzt, die Sache mit dem Todesstern wird noch einmal aufgewärmt? Ja, aber aus einer ganz anderen Perspektive. Die gibt vollkommen anderen Charakteren den Raum, sich entfalten und hält inhaltlich die eine oder andere Überraschung bereit. Für SW ganz wichtig - es werden wohl einige logische Lücken des Vorgängers geschlossen, die "ich schaus mir halt an"-Zuschauern vielleicht gar nicht so aufgefallen sind. Das Ende jedenfalls hat nichts mit einer kleinen SciFi-Geschichte zu tun, die ihre Zuschauer in andere Galaxien entführt und am Ende gut fühlen lässt. Rogue One zeigt eine Seite der Rebellion, die viel stärker mit Verlust befeuert wird und mit dem Wissen sowie der Bereitschaft, für ein größeres Ziel im Leben das seinige zu lassen. Natürlich ist es nicht der erste SW-Film, bei dem wichtige Menschen sterben - aber das Thema ist hier wesentlich präsenter und hinterlässt ein aussichtsloses Gefühl. Selbst wenn wir aus dem letzten Film bereits wissen, dass der Todesstern aus der Welt geschafft wird.

Ein ganz klein wenig erinnert die Figur von Jyn an die junge Dame aus Tribute von Panem - die hatte nämlich auch so gar keine Lust auf eine Rebellion, sondern wollte eigentlich nur ihr eigenes Leben weiterleben. Satz mit x, das Schicksal meint es anders und irgendwann erkennt auch Jyn, dass sie jetzt etwas Großes leisten oder in der Versenkung eines belanglosen Lebens verschwinden kann.

... und es mag nur ein Detail sein, aber im Trailer ist ein entscheidender Satz gefallen, der mich als nicht-SW-Fan dazu bewogen hat, den Film dennoch unbedingt zu schauen. "This is a rebellion, right? It's what I do. I rebel." Der fehlt leider, weil das Ende angeblich noch einmal ordentlich geschnitten wurde. Statt einem richtig starken Charakter bekommt man es mit Jyn mit einem ganz durchschnittlichen Mädchen zu tun, die in entscheidenden Momenten zögert, eben doch mal eine total unbegründete Hoffnung hegt und dann einfach mal macht, was ihr Bauch ihr sagt. Mit der großen Macht hat dieser Film also sehr wenig zu tun und grenzt sich damit von den übrigen SW-Stories ab - im positiven Sinne.

Absolute Bonuspunkte gibt es für die Vermeidung eines rosaroten Fettnäpfchens, gerade in den letzten Sekunden - weil das Leben sowas manchmal eben einfach doch nicht zulässt und auch nicht jeder Handlungsstrang einer Geschichte zu verliebt turtelnden Täubchen führen muss.

Mein Fazit: Man darf keine übliche STAR WARS Geschichte mit Jedi und großen Schlachten erwarten und muss sich auf eine andere Erzählweise einlassen - dann macht ROGUE ONE richtig Spaß.


Bettina Riedel (academicworld.net)

Rogue One - a STAR WARS Story

Regie: Gareth Edwards
Darsteller: Felicity Jones, Diego Luna, Ben Mendelsohn, Mads Mikkelsen, Alan Tudyk, Forest Whitaker uvm

Ab dem 4. Mai 2017 auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D im Vertrieb von Lucasfilms/ Walt Disney im Handel erhältlich.

 

 




Die Berufseinsteigerfrage

Wie geht man als Chef mit Mobbing um?

Die Berufseinsteigerfrage:

“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

Was ist eigentlich so schlimm an Glutamat?

Studenten fragen Professoren:

Glutamatbombe! So bezeichnet man zuweilen verächtlich das Essen vom Asia-Imbiss. Glutamat ist ein Geschmacksverstärker, den man auch pur in Asia-Shops erwerben kann. Und er soll überhaupt nicht gut sein ... Warum eigentlich?