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Medizin

“Die Zukunft der Modernen Medizin hat gerade erst begonnen”

Professor Dr. Dr. Harald Mischak ist Gründer und Geschäftsführer der mosaiques diagnostics and therapeutics AG in Hannover. Im Gespräch mit arzt & karriere erläutert er die Schwierigkeiten, ein BioTech-Unternehmen in Deutschland zu gründen und zu etablieren.

Prof. Harald Mischak leitet seit Anfang 2010 die Proteomforschungsabteilung an der University of Glasgow

Herr Professor Mischak, was sind die wichtigsten aktuellen Erkenntnisse der Proteomforschung?

Als wesentlichste aktuelle Erkenntnisse würde ich die Assoziation von Veränderungen in der extrazellulären Matrix, insbesondere in Kollagen, mit einer Reihe von hoch relevanten Erkrankungen wie kardiovaskulären Erkrankungen, Tumoren, und chronischen Nierenerkrankungen bezeichnen. Diese Erkenntnisse werden in weiterer Folge, unter Anwendung von Instrumenten der Systemmedizin zu vollkommen neuen Konzepten bei der Beurteilung und auch der Therapie dieser Erkrankungen führen.


Unserer herausragendster Erfolg ist die Anerkennung der Technologie (CE/MS Kopplung) zur Biomarker Erstellung durch die wichtigsten Regulierungsbehörden, die US Food and Drug Administration, FDA, und im letzten Monat folgend durch die European Medicines Agency, EMA. Es zeigt sich immer mehr, dass die mit der Proteom-Muster-Analyse erstellten Biomarker eine wesentliche Grundlage der personalisierten Medizin sind. Die sehr hohe Präzision (Sensitivität/Spezifität) ermöglicht die frühe Erkennung der Krankheit zum Zeitpunkt der Entstehung, auf Grundlage der Veränderung der molekularen Strukturen. Das ist der biochemisch frühest mögliche Zeitpunkt des Beginns der pathologischen Veränderungen. Sowohl Krankheitsverlauf und insbesondere das Ansprechen der Patienten auf die Therapie können damit abgebildet werden.


Neben dem Monitoring, in welcher Dosierung ein Medikament wirkt, werden auch die individuellen Nebenwirkungen angezeigt, die manchen Therapieerfolg konterkarieren können. Diese Erkenntnisse und Technologien können auch im Tiermodell angewendet werden, wo die Wirkungen der neuen Therapeutika auf der Protein/Peptid-Ebene mit zuvor für nicht möglich gehaltener Genauigkeit getestet wird. Seit drei Jahren unterhalten wir mit der FDA auf diesem Gebiet eine erfolgreiche Kooperation. Das Zusammenspiel dieser Erkenntnisfelder ist ein großer Erfolg. Immer mehr Wissenschaftler sehen diese komplexen Möglichkeiten, die die Biomarker und die vielen in unseren Datenbanken gespeicherten Proteomdaten in Korrelation mit den klinischen Daten ermöglichen. Die Technologie und die ständig von ihr reproduzierte Biomarkeranalyse scheinen auf fast alles eine Antwort zu wissen.


Das Befriedigendste ist, wenn Patienten auch einmal bei uns anrufen, dass die Früherkennung und die gezielte Therapie mit unserer Technologie ihnen ein längeres gesünderes Leben ermöglicht hat.


Gesellschaftspolitisch unabdingbar ist die Früherkennung der vaskulären Erkrankungen, wie zum Beispiel der diabetischen Nephropathie, und ihrer gezielten Behandlung mit schon vorhandenen Medikamenten. Die drohende Kostenexplosion in allen Gesundheitssystemen muss jetzt aufgehalten werden, sonst kann auch unsere demokratische Gesellschaftsordnung Schaden nehmen. Obwohl dessen Dramatik für das Leben ständig zunimmt, scheint sich die Welt nur um die Finanzkrise und die Ressourcenverteilung der Energie zu kümmern. Das ist ein sehr verhängnisvoller Fehler.

 

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Hans Weingartner, der Minimalist

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Von der Neurochirurgie zum Film. Geht nicht? Geht doch! Den 1970 geborenen Vorarlberger Hans Weingartner zog es nach seinem Studium der Physik und der Neurowissenschaften in Wien und Berlin an die KHM in Köln. 2001 legte Weingartner, der sowohl Drehbuchautor, Produzent und Regisseur ist, mit seinem Debütfilm "Das weisse Rauschen" vor und feierte seinen endgültigen Durchbruch 2004 mit seinem globalisierungskritischen Film "Die fetten Jahre sind vorbei". Mitte November 2007 lief Weingartners Film "Free Rainer" mit Moritz Bleibtreu in den deutschen Kinos.


Die Berufseinsteigerfrage

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Die Berufseinsteigerfrage, Bewerbung & Berufseinstieg:

Malte B. (26) aus Bonn schreibt uns: “Ich bin Ingenieur und arbeite in der Automobilindustrie. Bei aller Bescheidenheit bin ich meinen Traineekollegen fachlich weit überlegen. Ich habe bereits in den ersten Monaten technische Lösungsvorschläge erarbeitet, die direkt umgesetzt worden sind. Da bei uns Teamarbeit großgeschrieben wird, präsentieren wir unsere Arbeiten jedoch immer in der Gruppe. Da ich es unangenehm finde, im Mittelpunkt zu stehen, übernehmen die ‘Show-Typen’ die Präsentation meiner Arbeiten. Leider sammeln sie dann auch die Lorbeeren ein. Reicht nicht die fachliche Kompetenz, muss man auch ein ‘Show-Typ’ sein, um Karriere zu machen? Und wenn ja, wie wird man so?“


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