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Beratung & Prüfung

Die Zukunft der IT-Branche

... gemäß den Ergebnissen einer Umfrage unter MINT-Studierenden. Für welche Themen entscheiden sich eure Kommilitonen in Sachen Studienschwerpunkte und wie schätzen Sie die nächsten Trends der IT-Branche ein?

Und welche Qualitäten muss ein Arbeitgeber mitbringen, um die Berufseinsteiger von sich zu überzeugen? Dazu hat capgemini knapp 70 Nachwuchskräfte auf dem expedITion Summit 2015 befragt.

1. Die 5 nervigsten Sätze, die IT-Studierende nicht mehr hören können

IT-Experten haben den Ruf, dass sie nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Aber es gibt da ein paar Sätze die bereits Studierende nicht mehr hören können:

- „Du studierst doch so Computerzeug, kannst du meinen PC reparieren?“
- „Ist iPhone oder Android besser?“
- „Du studierst doch Informatik. Kannst du mir ein gutes Metal Festival empfehlen?
- „Kannst du mir den Rechner so einstellen, dass ich kein Passwort brauche?“
- „Du kennst dich doch mit Computern aus. Kannst du kurz die Druckerpatrone wechseln?"

2. Welche Zukunftsthemen und Technologien sind für IT-Studierende besonders relevant?

Platz 1: Big Data & Analytics Big Data & Analytics ist für IT-Studierende das größte Zukunftsthema in ihrem Bereich. Diese Einschätzung deckt sich mit der Management-Sicht. Rund die Hälfte von ihnen gab in der IT-Trends-Studie 2015 von Capgemini an, dass sie demnächst Big-Data-Projekte umsetzen. Die größte Hürde dafür ist allerdings der Mangel an qualifizierten Fachkräften.

Platz 2: Business Intelligence Inhaltlich verwandt mit Big Data, liegt der Unterschied darin, dass Business Intelligence-Lösungen Daten aus klassischen Datenbanken oder Tabellen voraussetzen, während Big-Data Analytics beispielsweise auch Daten aus sozialen Netzwerken oder Audio und Video auswertet. Laut der IT-Trends-Studie 2015 verwenden 57 Prozent der aktuellen IT-Führungskräfte derzeit beide Methoden in Kombination. 80 Prozent gehen davon aus, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird.

Platz 3: Das Internet der Dinge / Industrie 4.0 Durch das Internet der Dinge werden uns bald immer mehr intelligente, vernetzte Geräte im Alltag und in der Wirtschaft begleiten. Guido Kaman, Leiter CIO Advisory Services bei Capgemini Consulting, sieht dessen zukünftige Bedeutung vor allem im Gesundheitswesen und im Energiebereich (vgl. Digital Transformation Blog). So können die Vitalfunktionen von Patienten durch tragbare Geräte überwacht werden, während Energieerzeuger durch intelligente Stromnetze effizienter arbeiten und dadurch das Klima schonen.

Platz 4: Cloud Computing Lange Zeit gehypt, erreicht Cloud Computing nur Platz 4 der größten Zukunftsthemen der Branche. Und tatsächlich: 2015 ging die Nutzung von Cloud-Lösungen leicht zurück (vgl. IT-Trends-Studie).

Platz 5: SAP HANA Diese neue Technologie des deutschen Softwareherstellers SAP nutzt nicht die Festplatte, sondern den Arbeitsspeicher eines Computers, um Datenbanken darauf zu speichern. Dadurch können große Datenmengen viel schneller ausgewertet werden. So können zum Beispiel Banken aktuelle Geschäftszahlen in Sekundenschnelle abrufen und besser auf Marktschwankungen reagieren.

Platz 6: Agile Softwareentwicklung In der klassischen Softwareherstellung wird erst geplant und dann entwickelt. Was aber, wenn sich die Anforderungen an die Software während der Entwicklung verändern? Das agile Vorgehen nimmt darauf Rücksicht. Durch ständig abwechselnde Planungs- und Entwicklungsphasen soll Software zukünftig besser an Kundenwünsche angepasst werden können.

Die Schlusslichter: Einige Themen wecken bei den IT-Studierenden offenbar weniger Interesse. Dazu gehört überraschenderweise auch Cyber Security, das nur von einem Bruchteil der befragten IT-Studierenden als Zukunftsthema identifiziert wurde. Ganz anders sehen das aktuelle IT-Manager: Für sie ist Cyber Security eines der Aufsteigerthemen der Branche (vgl. IT-Trends-Blog). Wenig begeistern konnte sich der IT-Nachwuchs auch für Themen wie eCommerce oder Digital Customer Experience.

3. Wie wichtig ist ein innovativer Arbeitgeber?

93 Prozent der befragten IT-Studierenden meinen, es sei ihnen wichtig oder sogar sehr wichtig, dass ihr zukünftiger Arbeitgeber Innovationen vorantreibt. Dr. Uwe Dumslaff, Chief Technical Officer bei Capgemini, stimmt dem zu: „Ohne Innovation und deren Weiterentwicklung entsprechend unserer Kundenprojekte wird man in der IT-Branche nicht überleben können. Dafür brauchen wir die jungen Kollegen von den Hochschulen, aber auch die erfahrenen Kräfte, die dabei helfen, Ideen wirtschaftlich zu bewerten und umzusetzen.“

Die Mehrzahl der Befragten stuft ein Unternehmen dann als innovativ ein, wenn Projekte zu Trendthemen der IT-Branche aufgegriffen und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter angeboten werden. Außerdem begrüßt der Nachwuchs moderne Arbeitsbedingungen, wie etwa flexible Arbeitszeiten und Erholungs- und Freizeitangebote am Arbeitsplatz.

4. Welche Faktoren sind für IT-Studierende bei ihren zukünftigen Arbeitgebern am wichtigsten?

Platz 1: Betriebsklima Bei der Suche nach einem zukünftigen Arbeitgeber achten IT-Studierende am meisten darauf, dass das Betriebsklima stimmt und sie ein Team finden, das zu ihnen passt. Knapp zwei Drittel aller Studierenden gaben dies in der Umfrage an.

Platz 2: Vereinbarkeit von Familie & Karriere Die heutigen IT-Studierenden möchten beides: Karriere und Familie. Mit flexiblen Arbeits- und Teilzeitmodellen ist dies auch möglich: „Inzwischen geben wir Führungsaufgaben längst auch an Teilzeitkräfte. Die erzielten Ergebnisse bleiben gleich gut. Für den Kunden ist es nicht wichtig, ob jemand Vollzeit oder Teilzeit arbeitet. Die Hauptsache ist, dass die Aufgaben gut und zuverlässig erfüllt werden“ meint etwa Dr. Christiane Feder-Andres, Vice President bei Capgemini, Application Services.

Platz 3: Abwechslungsreiche Projekte & Herausforderungen Für knapp die Hälfte der Studierenden sind abwechslungsreiche Projekte und Herausforderungen wichtig. Die Berufseinsteigerin Sahar Moussa, IT-Beraterin bei Capgemini, versteht darunter etwa die Möglichkeit, für einzelne Projekte an andere Unternehmensstandorte, etwa in China, zu wechseln und so ständig Neues kennenzulernen.

Platz 4: Flexible Arbeitszeiten Flexible Arbeitszeiten wünschen sich 41 Prozent der IT-Studierenden von ihrem zukünftigen Arbeitgeber. Unternehmen setzen dabei meist auf mobile Lösungen, mit denen schon jetzt viele Projekte von unterwegs oder im Homeoffice bearbeitet werden können.

Platz 5: Weiterbildungsmöglichkeiten 35,3 Prozent der Befragten achten darauf, sich im Beruf weiterbilden zu können. Etwa durch die Unterstützung bei berufsbegleitenden Studiengängen oder durch interne Schulungen.

Platz 6: Hohes Gehalt Weniger wichtig scheint den IT-Studierenden ein hohes Gehalt zu sein. Lediglich ein Drittel der Befragten wählte dieses Kriterium aus.




Die Berufseinsteigerfrage

Welche Unternehmenskultur ist die richtige für mich?

Die Berufseinsteigerfrage:

Irina M. (27) aus Frankfurt schreibt uns: Ich bin kein direkter Berufseinsteiger mehr, sondern seit 13 Monaten in meinem ersten Job. Mein Arbeitgeber ist ein großes Unternehmen und das Renommee der Firma war für mich auch entscheidend, dort anzufangen. Jetzt hat sich aber deutliche Ernüchterung breit gemacht. Denn es geht nicht mehr um die Aufgaben, sondern darum, sich intern permanent abzusichern. Überall müssen Reports vorgelegt werden, für jede Nichtigkeit werden 20 Kollegen in cc. gesetzt. Ich habe das Gefühl, dass meine Eigeninitiative verkümmert und ich langsam eine gewisse Beamtenmentalität an den Tag lege. Mehrere erfahrene Kollegen meinten jetzt, die Praxis der ineffizienten Überkommunikation sei generelles Markenzeichen der Großkonzerne. Würde dies stimmen, müsste ich mich ganz neu orientieren. Können Sie diese "Absicherungskultur" in den Großkonzernen als Standard bestätig...


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...