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Die Schule ist aus

Ein letztes Mal gibt es noch Nachschub für die seit Jahren treue Fangemeinde. Seit 18. November gibt es nun auch den letzten und damit achten Film der Reihe um den Zauberlehrling, der auszog die Welt zu retten, käuflich zu erwerben.

Eigentlich ist es ja längst Geschichte - das größte Medien-Spektakel des letzten Jahrzehnts. Alle Bücher sind veröffentlicht, alle Filme im Kino gewesen. Das letzte neue Lebenszeichen aus dem Harry Potter Universum also jetzt: die Veröffentlichung des allerletzten Teils auf DVD und Blu-ray. Auch wenn der Fall nicht wirklich zu erwarten ist: bei Unkenntnis über vorangegangene Bücher und Filme dürfte ein tiefergehendes Verständnis nicht zu erwarten sein.

Düster geht die Welt zugrunde

Regisseur David Yates hatte ja nun schon ein paar Teile Zeit sich in den sich verdüsternden Zaubererkosmos einzufühlen. Jetzt geht es also ums Ganze. Lord Voldemort sammelt seine Anhänger zum Endkampf. Die Aufständischen werden immer weniger und sehen sich außerdem zusehends in den Untergrund gedrängt oder auf der Flucht befindlich. Furcht und Beklemmung herrschen unter den magischen Wesen. Wird der dunkle Lord diesmal tatsächlich restlos und dauerhaft die Macht an sich reißen können?

Derweil kämpfen sich Harry, Hermine und Ron auf der Suche nach den verbleibenden Splittern der Seele des Gegners durch die Landen. Fröhliche Internatsfilm-Atmosphäre war gestern. Aus den schüchternen Kindern von damals sind charakterstarke Schauspieler geworden, aus den kleinen Zauberlehrlingen Kämpfer für das Gute- notfalls auch um den Preis des eigenen Lebens.

Das Schicksal des Einzelnen

Stets waren es die Einzelindividuen, die im Potter-Universum ihren ganz speziellen Platz finden durften. Jetzt, zum Abschluss - vor allem in der finalen Schlacht um Hogwarts, gehen die verschiedene Charaktere auf beiden Seiten fast schon unterschiedslos im jeweiligen Kollektiv auf. Mit großen Kameraschwenks und schnellen Schnitten geht es über das Kampfgeschehen. Kurz werden noch die Toten ins Bild gebracht, aber ob diese nun wichtige Rollen im bisherigen Geschehen hatten oder Unbekannte sind ist fast schon egal. Spielt im größeren Ganz keine Rolle mehr. Bleibt fast unbemerkt.

So voller Spektakel dieser Kollektivkampf ist, so unbedeutend wirkt dann die finale Konfrontation zwischen Harry und seiner Nemesis Voldemort im Vergleich zum Filmgeschehen bis zu diesem Zeitpunkt. Schnell noch alle losen Ende zusammengefasst und zack sind wir am Ende. Nun gut, fast am Ende.


Ende mit Schrecken

Für viele mag die Vorstellung einer der Hauptcharaktere hatte am Ende das Zeitliche gesegnet schrecklich gewesen sein. Doch schon seit Veröffentlichung des letzten Buches wissen wir: Der eigentliche Schrecken liegt im Happyend! Warum liebe Joanne K. Rowling dieses Kapitel Jahre später mit rosa Zuckerguss? Warum nicht einfach dort enden, wo die Handlung zu Ende ist? Kann man der kindlichen Zielgruppen denn so gar keine offenen Fragen zumuten?

So schauderlich und unpassend fremdkörperhaft wie im Buch wirkt leider auch die letzte Szene im Film. Was noch hinzukommt: auch mit spießigen Klamotten und Frisuren wirkt keiner der jugendlichen Darsteller auch nur annähernd 19 Jahre älter. An dieser Stelle wäre daher eine Abkehr von der Buchvorlage nicht nur wohltuend sondern wünschenswert gewesen. Sonst gibt es nicht viel zu meckern am letzten Teil der Reihe: spannendes Popcornkino mit guten Darstellern, rasant inszeniert und fesselnd.

Gisela Stummer (academicworld.net)


Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2


Regie: David Yates
Darsteller:  Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint, Helena Bonham Carter, Robbie Coltrane, Ralph Fiennes, Ciarán Hinds, Alan Rickman, Maggie Smith
DVD-Start: 18. November

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