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Karriereplanung

Die Mutigen und die Karriere

Jens Hilbert ist trotz seines jungen Alters erfolgreicher Unternehmer. Er sagt, dass er das seinen innovativen und unkonventionellen Ideen verdankt. Diese erfordern vor allem eines: Mut. Doch wie viel Mut braucht Karriere wirklich?

Mutlosigkeit führt die Karriere in die falsche Richtung. © olga meier-sander / pixelio.de
Mutlosigkeit führt die Karriere in die falsche Richtung. © olga meier-sander / pixelio.de

Herr Hilbert, Sie sind erst 35 Jahre alt und bereits Geschäftsführer eines Unternehmens. Was hat Mut mit einer erfolgreichen Unternehmerkarriere zu tun?

Ohne Mut und Risiko ist es unmöglich, überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen – ob in der eigenen Karriere oder auch finanziell. Heute weiß ich, dass mein jahrelanger Misserfolg und die ständige Erniedrigung wegen meiner Andersartigkeit überhaupt erst zu meinem heutigen Mut geführt haben, endlich befreit von Ängsten mein Ding durchzuziehen. Ich stand irgendwann an meinem persönlichen Scheitelweg und musste entscheiden, ob mein weiterer Weg fremdbestimmt weitergehen sollte oder ich endlich mein Schicksal in die Hand nehmen wollte.

Welche Situationen erfordern Ihrer Meinung nach hierbei denn besonders viel Mut und wie kann es gelingen, ihn in den entsprechenden Situationen dann auch aufzubringen?

Viele Menschen träumen ein Leben lang von großartigen Leistungen, die ihnen Ruhm und Ehre einbringen. Aber am Ende bleiben sie verängstigt zuhause auf der Couch sitzen und träumen eben nur, anstatt loszulegen. Der Grund dafür ist ANGST. Wir haben vor allen möglichen Dingen Angst. Den Lebensstandard zu verlieren oder auch Ablehnung von anderen in Form von Neid, Erniedrigung oder Ausgrenzung zu erfahren. Egal, wie sehr man sich in seinen Träumen oftmals vorstellt, wie es sein könnte – es fehlt am Ende am nötigen Mut. So bleibt das Ergebnis, dass man in de Regel in der Gruppe der unauffälligen, grauen Mäuschen bleibt und sich am Ende fragt: „Was wäre gewesen, wenn?“ Genau hier muss man irgendwann entscheiden, für wen man sein Leben lebt. Für sich oder für den Schein und die Fassade, um ja den Wünschen seiner Umwelt zu entsprechen? Um große Erfolge zu erzielen, muss man den Mut haben, Grenzen zu setzen und anzuecken und das fehlt den meisten Menschen, um ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

Niederlagen haben bekanntermaßen in den meisten Fällen den Charakter, durchaus schmerzhaft zu sein. Wie kann man lernen, sie leichter wegzustecken und das Positive an ihnen zu sehen?

Die Herausforderung ist, dass wir Menschen konsequent darauf programmiert werden, schmerzvolle Niederlagen als etwas Schlechtes anzusehen. Genau hier liegt aus meiner Sicht aber der Denkfehler. Wir beschweren uns und leiden viel mehr, wenn es uns schlecht geht, als dass wir Erfolgsjournale formulieren, wenn wir happy sind. Denn das Glück nehmen wir oftmals einfach so hin, ohne es zu hinterfragen. Wenn ich Misserfolge genauso akzeptiere wie Glück, dann hat man schon einen riesigen Vorsprung gegenüber der Umwelt.

Was würden Sie jungen Menschen raten, wie man seine persönlichen Ziele erreichen kann bzw. sie auf seinem Weg nie aus dem Blick verliert?

Ich halte mich in meinem Leben an die These, dass man für überdurchschnittliche Erfolge nur 20 Prozent Talent benötigt, dafür aber 80 Prozent Fleiß, Konsequenz und klare Zielsetzungen. Die Herausforderung liegt darin, sich selbst über die folgenden Punkte im Klaren zu sein:

Wenn ich meine zehn größten Talente und zehn schlechtesten Eigenschaften kenne und zudem die 15 wichtigsten Werte in meinem Leben, habe ich 90 Prozent meiner Mitmenschen Schon etwas voraus.

Wenn man dann noch weiß, was der Fünf-Jahresplan des eigenen Lebens vorsieht, müsste die Branche, die Position und damit auch die eigene Zielsetzung viel klarer werden. Also meine Empfehlung: Erstmal die grundlegenden Lebensfragen klären, dann in Zwischenetappen einteilen und loslaufen!

© Jens Hilbert
© Jens Hilbert

Seine Erfahrungen und sein Expertenwissen gibt Jens Hilbert jetzt auch in seinem Ratgeber "Den Mutigen gehört die Welt" weiter, das Anfang 2014 im REDLINE Verlag erschienen ist.

ISBN: 978-3-86881-532-0




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