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STUDIUM

Die Idee des CHE: Absolventengebühren

2014 wird kein deutsches Bundesland mehr allgemeine Studiengebühren erheben. Die Finanzierungsfrage von Hochschulen aber bleibt aktuell, wie auch die Diskussion in Baden-Württemberg zeigt. Jörg Dräger, Geschäftsführer des CHE Centrum für Hochschulentwicklung plädiert deshalb für Absolventengebühren, ein Modell, das in Australien bereits erfolgreich umgesetzt wird.

Jörg Dräger: „Absolventengebühren zur Hochschulfinanzierung sind gerecht und effektiv“

Absolventengebühren, auch als nachgelagerte Studiengebühren bekannt, fallen in Australien erst nach dem Studium bei entsprechend hohem Verdienst an. Die Folge: Zusätzliche Einnahmen durchaus in Milliardenhöhe für die Hochschulen, aber keine abschreckende Wirkung auf Studieninteressenten und kein finanzielles Risiko für die Studierenden.

Jörg Dräger, Geschäftsführer des CHE Centrum für Hochschulentwicklung und Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, plädiert deshalb für Absolventengebühren nach australischem Vorbild, um die Studienbedingungen in Deutschland zu verbessern: „Das deutsche Hochschulsystem ist unterfinanziert. Die australischen Absolventengebühren zur Hochschulfinanzierung sind gerecht und effektiv, die Verwaltungskosten gering.“

Solche Gebühren, so Dräger, seien eine sozial gerechte Lösung, da Akademiker in hohem Maße finanziell von ihrer Ausbildung profitieren. Eine Kostenbeteiligung der Absolventen erlaube es zudem, staatliche Ressourcen stärker in Kitas, Krippen und Ganztagsschulen zu konzentrieren, wo sich Chancengerechtigkeit in der Bildung entscheide.

Auch wenn die aktuelle Diskussion innerhalb der grün-roten Regierung in Baden-Württemberg noch auf Studiengebühren für Ausländer begrenzt ist: Spätestens mit der Schuldenbremse für Bund und Länder wird sich die Frage nach allgemeinen Studienbeiträgen in Deutschland schon bald wieder neu stellen, gerade vor dem Hintergrund der Unterfinanzierung der deutschen Hochschulen. Passend dazu erläutert ein Beitrag des CHE Centrum für Hochschulentwicklung das australische Modell der Absolventengebühren. Die Autoren Vitus Püttmann und Ulrich Müller zeigen, wie es auf Deutschland übertragen werden kann und welche Fehler dabei vermieden werden sollten.

Dr. Jörg Dräger, 45, ist Geschäftsführer des CHE Centrum für Hochschulentwicklung sowie Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, unter anderem für den Bereich Bildung. 




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„Ich bin seit zwei Jahren als Chemiker bei einem großen Pharmaunternehmen in einer leitenden Position tätig. Ich suche eine neue Herausforderung in den nächsten zwei bis drei Jahren, möchte aber die potenziellen Arbeitgeber auf mich zukommen lassen und nicht selbst blindwütig Bewerbungen schreiben. Was halten Sie davon, sich über Fachbeiträge zu bestimmten Branchenthemen oder über die Teilnahme an Diskussionen eine gewisse öffentliche Reputation aufzubauen, die mich über das Internet leicht auffindbar machen? Oder, anders gefragt, wie bekomme ich am besten ein öffentliches Profil als Experte, um Headhunter und neue Arbeitgeber auf mich aufmerksam zu machen? Ich rede jetzt nicht von einem anbiederndem XING-Profil, sondern von etwas mit Klasse.“ Patrick S. (30), Frankfurt


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