Drucken
TV/DVD/Game

Die Geschichte eines Seitensprungs

Ein einzelnes Haar am Schal ihres Mannes Simon lässt in Gemma Forsters Gedanken einen bösen Verdacht keimen - hat er sie an eine jüngere Frau verraten? Sie klemmt sich dahinter und entdeckt ein Netz aus Lügen und Verrat, das nicht nur ihr eigenes Leben bedroht ...

Überlebe die Wahrheit oder lebe die Lüge …

Eigentlich lebt sie ein perfektes Leben: Gemma Foster ist Ärztin in einer kleinen, englischen Stadt und von allen respektiert. Sie hat einen gutaussehenden Ehemann, der sich auch Jahre nach der Eheschließung um sie kümmert. Ihren Sohn liebt sie über alles. Trotzdem fällt ihr Leben fällt ganz plötzlich wie ein Kartenhaus zusammen: Ein weiblicher Labello in der Hosentasche ihres Mannes macht sie misstrauisch, dann findet sie ein langes, blondes Haar an seinem Schal. Hat ihr Mann eine Affäre? Fest entschlossen, die Wahrheit aufzudecken, stößt sie auf dunkle Geheimnisse, die alles bedrohen, was sie liebt. Brächte sie diese mit einem Paukenschlag ans Tageslicht, so würde sie viele der lieb gewonnenen Menschen ins Unglück stürzen. Stattdessen beginnt sie, Rachepläne zu schmieden - die immer mehr ins Detail gehen, je mehr Verrat sie von Mann, Freunden und Geliebten erfährt ...

Die Kritik

Die Serie hat mehrere entscheidende Punkte, an denen alles richtig gemacht wurde: Keine Models als Schauspieler, sondern normal wirkende Menschen. Hier eine Falte um die Augen, da ein bad hair day, normale Outfits, kein übertriebenes Make up. Eine Hauptdarstellerin (Suranne Jones), die in ihrer Rolle nicht nur überzeugt, sondern glänzt. Selbst ohne viel Text bringt sie genau die Emotion rüber, die man an ihrer Stelle selbst fühlen würde. Kein Wunder, dass die Serie für ihre Arbeit den BAFTA TV Award für die beste Hauptdarstellerin gewonnen hat - und drei Mal mit anderen Preisen als beste Dramaserie ausgezeichnet wurde. Es geht um mehr als nur eine Affäre innerhalb einer Beziehung: Gemmas Rolle as Mutter und Freundin steht genauso im Fokus wie ihr gebrochenes Herz.

Dazu kommt ein Setting, in das sich sofort jeder Zuschauer einfühlen kann: Normales Familienleben, das man natürlich selbst kennt (in den meisten Fällen jedenfalls). Grillparties mit Freunden und Familie, ein Verdacht, der sich zwischen die glücklichen Gedanken schleicht. Die Angst vor dem Verrat. Außerdem einen Handlungsverlauf, der zügig genug voranschreitet, aber nichts überstürzt - und nichts unnötig verlängert. Denn mit 58 Minuten sind die Folgen recht lang.

Das macht aber gar nichts, denn der Zuschauer ist sofort gepackt, in die Handlung eingesogen und mega gespannt, wie sich dieses Netz aus Lügen und Verrat am Ende auflösen wird. Exzellentes Drama!


Bettina Riedel (academicworld.net)

Doctor Foster, Staffel 1
5 Episoden à 58 Minuten

Ab dem 31. März im Vertrieb der polyband GmbH als DVD und BluRay im Handel erhältlich.




Die Berufseinsteigerfrage

Ist spezielle Frauenförderung eigentlich gerecht?

Die Berufseinsteigerfrage:

Stefan T. (27) aus Frankfurt am Main. schreibt uns: “Ich arbeite in einer Unternehmensberatung als Junior Berater. Mir und meinen männlichen Kollegen fällt deutlich auf, dass die weiblichen Beraterinnen von den Vorgesetzten klar bevorzugt werden. Neulich hat ein Partner dies offen damit begründet, dass es für die Firma viel schwieriger sei, Beraterinnen zu gewinnen und vor allem zu halten als männliche Berater und man von daher auch zu mehr Zugeständnissen bereit sei. Für die Kolleginnen gibt es beispielsweise spezielle Rhetorikschulungen, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Ich finde dieses Vorgehen nicht in Ordnung. Meine Kollegen raten mir aber von einer Beschwerde ab, da ich sonst schnell als Mimose oder Querulant dastehen würde. Muss man als Mann eine solche Zurücksetzung einfach runterschlucken, weil Frauen es lange schwerer im Beruf hatten?"


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...