
- Der große Hildegunst von Mythenmetz ist wieder unterwegs.
Geschichte wiederholt sich?!
Wie schon im Vorgänger-Buch ist es ein mysteriöser Brief, der Hildegunst von Mythenmetz nach Buchhaim lockt. Vieles ist beim Alten geblieben, in der Stadt, die einst durch sein Mitverschulden (?) niederbrannte. Manch alten Bekannten wie den Eydeeten Hachmed bin Kibitzer und die Schreckse Inazea Anazazi trifft er wieder. Es gibt wieder Antiquariate an jeder Ecke und allerlei Schnickschnack rund um das Buch. Und Mythenmetz findet die eigene Lust am Lesen wieder: "Lesen, lesen, immer nur lesen und darüber die eigene erbärmliche Existenz vergessen!"

- Sind die Buchlinge noch am Leben?
Am Ende muss Mythenmetz sich seinen schlimmsten Ängsten stellen. Doch da bricht die Erzählung ab. Vielleicht ja - im Stile des geschilderten Unsichtbaren Theaters - ein unsichtbarer Roman, wo es darauf ankommt, dass der Leser sich das Geschehen vorstellt, selbst zurecht legt, die eigene Phantasie bemüht.
Hier fängt die Geschichte an.
Tut sie das wirklich? Leider schafft Moers es diesmal nicht, seiner Geschichte diese Eigenständigkeit zu verleihen, die "Die Stadt der träumenden Bücher" so einzigartig gemacht hat. Die Idee trägt diesmal nicht so ganz, die Geschichte kommt eher langsam und behäbig daher, überhaupt zeichnet sich nicht so direkt eine klare Handlung ab. Und: die Bücher sind fast zur Kulisse verkommen - nicht nur in den 80 Seiten (!!!), die Hildegunsts Besuch des Stückes, das auf "seinem" Buch "Die Stadt der träumenden Bücher" basiert, im Puppaecircus Maximus schildern.

Die Kulissenschilderungen sind auch weiterhin phantasie- und liebevoll, die Illustrationen entzücken jeden Bibliophilen, aber das Buch an sich vermag es nicht den Leser gefangen zu nehmen. Hinzu kommt das komische, vage Ende: Wird es eine Fortsetzung geben? Eine, in der die Handlung dann in Schwung kommt? Und wird die dann noch jemand lesen wollen? Und überhaupt: Warum ein Buch "Das Labyrinth der träumenden Bücher" nennen, wenn es doch abzüglich der letzten 10 Seiten nicht dort spielt? Es bleiben also viele Fragen offen - und das ist hier nicht nur Qualitätsmerkmal. Schade.

Gisela Stummer (academicworld.net)
Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher
Knaus, 24,99 Euro



























