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STUDIUM

Der fachnahe Nebenjob: Wichtige Erfahrungen für die berufliche Zukunft

Fast zwei Drittel aller Studenten jobben neben dem Studium. Das erfordert zwar besondere Belastbarkeit und ein ausgeprägtes Organisationstalent, denn mit dem Studium ist man in der Regel schon Vollzeit beschäftigt, aber die Studenten versprechen sich vom Nebenjob auch einen Profit. Und den schätzen sie als dementsprechend hoch ein, dass sich die Doppelbelastung lohnt.

Wie wichtig ist die Wahl des Studentenjobs?

Der wirtschaftliche Profit

Zum einen ist da der finanzielle Nutzen: Viele Studenten sind heute auf den Verdienst durch ihren Nebenjob angewiesen. Oft ist der Bafög-Satz niedrig bemessen oder sie wollen ihren Eltern nicht unnötig auf der Tasche liegen. Andere Studenten wünschen sich einfach finanzielle Unabhängigkeit oder würden sich gerne einen Urlaub oder anderen Luxus leisten. Da Studenten meist knapp bei Kasse und Ersparnisse schnell aufgebraucht sind, ist ein regelmäßiges Einkommen durch den Nebenjob eine lohnenswerte Sache.

Der Erfahrungsgewinn

Zum anderen ist da der Erfahrungsgewinn: Viele Studenten erkennen, dass ihnen das theoretische Wissen, das sie sich während des Studiums aneignen, alleine nicht genügt. Zu einem Job gehört schließlich einiges mehr: Die Eingliederung in ein Team, die Auseinandersetzung mit den Vorgesetzten, der Kontakt zu den Kunden.

Es gibt einige Klassiker unter den Studentenjobs: Die meisten Studenten arbeiten als Aushilfe in einem Bürojob, auch Jobs als Kellner oder Barkeeper stehen weit oben auf der Liste. Ihnen folgen Anstellungen als Kassierer, als Produktions- oder Lagergehilfe, als Verkäufer im Einzelhandel, als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl oder als Nachhilfelehrer.

So unterschiedlich diese Jobs auch sind – ihnen ist gemeinsam, dass sie alle zum Erfahrungsgewinn der Studenten beitragen. Ob die Aushilfe im Büro zum Organisationstalent wird, der Kellner zum Teamworker oder der Verkäufer seinen Kundenumgang schult – in der Praxis lernt man andere Dinge als hinter den Büchern in der Bibliothek.

Fachfremder oder fachnaher Nebenjob?

Fachfremder oder fachnaher Nebenjob – beides hat seine Vor- und Nachteile. Die aktuelle Studie Fachkraft 2020, erhoben von der STUDITEMPS GmbH in Zusammenarbeit mit der Uni Maastricht, befasst sich mit der wirtschaftlichen und allgemeinen Lebenssituation von Studenten – unter anderem auch mit der Frage, ob Studenten lieber fachnah oder fachfremd jobben:

Die Studie ergab, dass 80,5 Prozent der Studenten eine größere Auswahl an Nebenjobs ohne Fachbezug als an Nebenjobs mit Fachbezug vorfinden. Das bedeutet, dass es für die meisten Studenten deutlich einfacher ist, einen fachfremden Nebenjob zu finden, der nichts mit ihrer beruflichen Zukunft zu tun hat als einen Job in der eigenen Branche.

Fast 71 Prozent glauben außerdem, dass ihnen ein fachfremder Nebenjob mehr zeitliche Flexibilität bietet als ein fachnaher. Studentenjobs, die nicht in der eigenen Branche angesiedelt sind, haben eben den Vorteil, dass sie oft unkomplizierter zu finden und auszuüben sind als Jobs, die Bedeutung für die berufliche Zukunft haben.

Doch die Vorteile eines fachnahen Nebenjobs fallen demgegenüber schwer ins Gewicht: Eine überzeugende Mehrheit von über 94 Prozent der Befragten glaubt, dass ihnen ein Nebenjob mit Fachbezug eine bessere berufliche Perspektive bietet. 95,4 Prozent stellen positive Effekte fürs Studium fest. Zwei Drittel schätzen den Stundenlohn bei einem fachnahen Nebenjob als höher ein.

Warum der Nebenjob mit Fachbezug?

Auch wenn Aushilfsjobs häufiger angeboten werden und die Suche oftmals weniger Aufwand erfordert, sind Studenten mit fachnahen Nebenjobs doch zufriedener als ihre Kommilitonen im Kellnerjob. Als Student muss man sich seine freie Zeit gut einteilen – da ist es empfehlenswert, sie sinnvoll zu investieren, zum Beispiel in die eigene Zukunft.

Der fachnahe Nebenjob nutzt dem Studium, denn was in der Praxis erprobt wurde, ist anschließend auch in der Theorie besser verständlich. Gleichzeitig ist der Verdienst tendenziell höher, wenn man als Fachkraft jobbt anstatt als Aushilfe. Persönliche Interessen des Studenten werden im Job mit Fachbezug bedient, was ebenso motivierend wirkt wie die Tatsache, dass der Job sich gut im Lebenslauf macht. Schließlich lässt sich ein fachnaher Nebenjob auch nutzen, um berufliche Kontakte zu knüpfen, auf die der Student auch nach dem Studienabschluss zurückkommen kann.

Das Interesse an Nebenjobs mit Fachbezug ist unter deutschen Studenten sehr groß. 85 Prozent der Befragten wünschen sich in ihrem Studentenjob einen inhaltlichen Bezug zum Studium, doch nur 29 Prozent sehen diesen Wunsch auch erfüllt.

Ein Grund für diese Diskrepanz könnte darin bestehen, dass Studenten bei den fachnahen Stellenangeboten, die für das Studium nötige zeitliche Flexibilität vermissen. Der andere Grund ergibt sich ganz bestimmt daraus, dass ein Kellnerjob an jeder Ecke zu vergeben ist, während der Student nach dem fachnahen Nebenjob aktiv suchen muss. Wer sich jedoch bei einschlägigen Studentenjobportalen, wie etwa Jobmensa.de umschaut, der kann auch im fachnahen Bereich einen Job ergattern.

Also auch ein Denkanstoß für die Unternehmen: Interesse und Qualifikationen für Studentenjobs mit Fachbezug sind da; es mangelt an ausreichend vielen Angeboten.

Vorreiter sind Fachbereiche wie Informatik, Erziehungswissenschaften und Kunst/Musik. Hier liegt der Anteil der im eigenen Fachbereich jobbenden Studenten immerhin schon bei 36 Prozent und die Studenten profitieren von den fachnahen Erfahrungen, dem Netzwerk und den beruflichen Perspektiven, die sie dadurch gewinnen. Junge qualifizierte Nachwuchskräfte, die bereits während der Ausbildung Praxiserfahrung sammeln konnten nutzen der gesamten Wirtschaft – da werden die anderen Fachbereiche hoffentlich bald nachziehen!




Die Berufseinsteigerfrage

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Die Berufseinsteigerfrage:

“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


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