Daniel Craig als russischer Partisane im Kampf gegen den NS-Terror

- © Constantin
Im März diesen Jahres wird ein weiterer Film in die Kinos kommen, dessen Handlung sich vor dem Hintergrund des Holocaust entwickelt; Defiance. Die Geschichte der Bielski-Brüder beruht auf wahren Begebenheiten, die sich im Jahr 1941 ereigneten. Das Drehbuch von Clayton Frohman basiert auf dem gleichnamigen Buch von Dr. Nechama Tec und wurde von Regisseur Edward Zwick, der sich mit "Glory" und "Blood Diamond" einen Namen gemacht hat, in beeindruckenden Bildern umgesetzt.
Die Bielski Brüder auch bekannt, als die "Bielski-Triade" begründeten 1941, nach dem gewaltsamen Tod ihrer Familienmitglieder durch die Nationalsozialisten, die größte Partisanengruppe in der Geschichte des 2. Weltkriegs. Gespielt werden die drei Brüder von Daniel Craig (James Bond, Layer Cake), Liev Schreiber (Love in the time of cholera) und Jamie Bell (Billy Elliot, Jumper).
Nationalsozialistischer Terror als Initiator
Als Hitlers Truppen im Juni 1941 die weißrussische Region mit enormen Luft- und Bodenangriffen überziehen, kommt es zu sofortigen Exekutionen und Abtransporten der jüdischen Bevölkerung durch die SS, mit Unterstützung der örtlichen Behörden. Die Bielski Brüder finden ihre Eltern ermordet auf der Farm der Familie und sie fliehen in den ihnen vertrauten Naliboki Wald. Zuerst geht es den beiden ältesten Tuvia (Craig) und Zus (Schreiber) vor allem um Rache. Dieses Verlangen steigert sich noch, als sie vom Tod ihrer Familien erfahren, die in den umliegenden Dörfern gewohnt haben.

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Die anfängliche Selbstjustiz wird jedoch schnell zu einem erbitterten Widerstand und einem gewissen Verantwortungsgefühl für andere Juden, die sich nicht selbst verteidigen können. Viele sind ebenfalls in die Wälder geflüchtet, nachdem sie vom Mythos der Bielski-Brüder gehört haben. Ein enormer Teil der Geretteten wird dabei von Tuvia und seinen Anhängern in einer selbstlosen Aktion aus dem Ghetto von Novogrudok befreit. Diese Menschen, die wie Tiere gejagt werden, gründen in den Wäldern eine eigene Gemeinschaft, die sie selbst "Jerusalem des Waldes" nennen und bauen sich dort so etwas wie ein neues Leben auf, um sich einen Rest an Menschlichkeit zu bewahren.
Sie errichten Schulen und Handwerksbetriebe, um so ihr Überleben zu sichern. Sie verteidigen sich mit Waffen, die die Partisanen aus umliegenden Dörfern rauben, wie auch Bedarfsgegenstände und Nahrung.
Konflikte unter Helden
Im Vordergrund stehen vor allem, die Konflikte der Brüder Tuvia und Zus, die sich entzweien, als Zus den russischen Partisanen beitritt. Sowie der Versuch der Menschen sich in ihrer neu erschaffenen Gemeinschaft, eine gewisse Normalität zu bewahren, die sich auch in Liebesbeziehungen und Waldhochzeiten äußert. So schaffen sie es, am Leben zu bleiben. Die Bielski-Brüder gehen in die Geschichte ein, als 1944 mehr als 1200 Juden aus den Wäldern wieder ins wirkliche Leben zurückkehren.
Ein geeignetes Set für Defiance fand Edward Zwick in Litauen, da es im heute diktatorischen Weißrussland nicht möglich war eine Drehgenehmigung zu erhalten. Die bedeutungsschweren Bilder werden von ebenso imposanter Musik untermalt, die, wie die Dialoge, den Pathos und die Ehrhaftigkeit der Handlung unterstreicht. Diese Darstellungsweise war dieser Art von Film schon immer zueigen, der so gesehen wie ein fiktives Kriegsdrama daher kommt.
Da dem aber nicht so ist, wird es einem bald ein bisschen zu viel des Holzhammers, wenn zum x-ten Mal ein Mosesvergleich gemacht wird, oder man, in sich immer wieder wiederholenden Einstellungen, die vom Schicksal gebeutelten Menschen, mit Daniel Craig, als Retter, über eine Anhöhe wandern sieht. Laut Zwick war es jedoch nicht seine Intention einen Dokumentarfilm zu machen, sondern er wollte vor allem Entertainment und dem Zuschauer so spannend wie möglich vermitteln, wie sich diese Menschen in menschenunwürdigen Zuständen trotzdem ihre Menschlichkeit bewahren konnten.
Ob die Ansprüche erfüllt worden sind oder nicht, davon sollte man sich selbst ein Bild machen. Jedoch bleibt zu bedenken, das auch Defiance sich in einen neuen fragwürdigen Trend aus Hollywood einreiht, bei dem der Holocaust zum Instrumentarium verkommt, möglichst spannende Geschichten zu erzählen.
Hansjürgen Mai

Defiance
Regie: Edward Zwick, Pieter Jan Brugge
Darsteller: Daniel Craig, Liev Schreiber, Jamie Bell, Alexa Davalos
Laufzeit: 125 min.
Kinostart: 5. März



























