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Gesellschaft

“Dann züchte ich Schafe und lege Tarotkarten”

Alina Bronsky ist eine erfolgreiche Newcomerin der deutschen Literaturszene. Ihr Debütroman “Scherbenpark” wurde 2009 für mehrere Literaturpreise nominiert. In ihrem Roman “Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche” (erschienen bei Kiepenheuer & Witsch 2010) überzeugt die gebürtige Russin mit eindrucksvollen und nicht immer leicht verdaulichen Schilderungen aus dem Leben russischer Frauen.

Copyright Bettina Fürst-Fastré

Sie werden in Deutschland als Schriftstellerin immer bekannter. Welche Veränderungen bringt der Erfolg mit sich?


Ein Autorenleben ist in der Regel ziemlich ruhig. Die Arbeit besteht darin, viele Stunden am Schreibtisch zu verbringen. Daran ändert sich nie etwas. Aber es ist schon ein sehr schönes Gefühl, Leser zu haben und hin und wieder eine Einladung zu einer Lesung anzunehmen.

Ihr Debütroman „Scherbenpark“ war gleich ein großer Erfolg. Steht man da unter Druck, mit jedem Buch besser werden zu müssen?


Mit jedem Buch fängt man neu an. Klar, es soll schon nicht schlechter werden als das vorangegangene. Und sich aber auch nicht wiederholen.


Wie gehen Sie mit Schreibblockaden um?


Ich gehe damit gar nicht um. Wenn ich gerade nichts schreiben mag, erledige ich endlich all die Sachen, die bei mir zu Hause liegen geblieben sind.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?


Schreiben ist ein derart inniger Teil meines Lebens, dass ich mit dem Begriff Inspiration nichts anfangen kann. Der ganz normale Alltag, ein Wortwechsel, ein Buch, ein Film können mich auf neue Ideen bringen.

Haben Sie schriftstellerische Vorbilder?


Es gibt sehr viele großartige Autoren, von den man lernen kann. Einer schreibt witzig, und man kann die Natur seines Humors erforschen. Bei einem anderen kann man seiner Lakonie auf den Grund gehen und bei einer dritten das mit der Perspektive und dem Spannungsaufbau abschauen. Ich glaube, viele Autoren beginnen mit dem Schreiben, indem sie erst einmal ihre Vorbilder kopieren. Das Entscheidende allerdings ist, das alles wieder zu vergessen und einfach seinen eigenen Text zu schreiben.

Als Leser hegt man ziemlich zwiespältige Gefühle gegenüber der Hauptfigur Rosalinda in Ihrem Roman ‘Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche’. Worauf kam es Ihnen bei der Darstellung der ‘bösen Großmutter’ an?


Mir kam es vor allem auf die Komik und die Doppeldeutigkeit an. Rosalindas Perspektive war genau das, was ich gebraucht habe, um meinen Roman so zu erzählen, dass er nicht trocken oder langweilig wird.

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