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Film

Coraline

Es gibt Türen, die besser ungeöffnet bleiben

© Universal

Nach "Der Sternwanderer" kommt nun auch Neil Gaimans mitreißender Kinderbuchbestseller "Coraline" auf die große Leinwand. Regisseur Henry Selick, der schon das Stop-Motion-Meisterwerk "Nightmare before Christmas" schuf, steht hinter diesem ersten im 3-D-Verfahren gedrehten Trickfilm über die magischen Erlebnisse der kleinen Coraline Jones.

Ein besseres Leben

Eine bessere Welt, ein schöneres Leben. Davon hat Coraline schon immer geträumt: kein Vater, der meistens seine Ruhe will, keine Mutter, die kaum Zeit für sie hat, und bitte keine Silberfische in der Dusche. Was würde sie nicht alles geben für ein bisschen mehr Luxus, Spannung und Spaß? Und wer hätte gedacht, dass all das in ihrem neuen Zuhause schon hinter einer versteckten Tür auf sie wartet? Die Tür führt Coraline direkt in eine etwas andere, spektakuläre Version ihres eigenen Lebens. Hier leuchten die Farben, hier stehen Pizza, Hot Dogs und Creme-Muffins auf dem Mittagstisch und abgesehen von den seltsamen schwarzen Knöpfen auf ihren Augen sind diese anderen Eltern weitaus spaßigere Abbilder ihrer Mutter und ihres Vaters. Der Alltag scheint hier wie eine endlose Zirkusvorstellung.

Vom Traum zum Alptraum

Doch als die andere Mutter versucht, sie für immer in diesem Parallelzuhause zu behalten, wird aus dem dauernden Spaß bitterer Ernst. Um sich selbst und ihre wahren Eltern zu retten und ein paar andere Kinder aus ihrem Gefängnis in dieser anderen Welt zu befreien, braucht Coraline ihren ganzen Mut und ein bisschen Hilfe von ihren Nachbarn und einer sprechenden schwarzen Katze.

Ein einzigartiges Abenteuer über die Träume eines kleinen Mädchens und seine Prüfungen in einem gefährlichen Reich der Verlockungen. Märchenhafte Unterhaltung in allen drei fantastischen Dimensionen.

 

Coraline

Regie: Henry Selick

Darsteller: Dakota Fanning, Teri Hatcher, Dawn French, Jennifer Saunders, Ian McShane

Kinostart: 13. August

Universal Pictures International Germany

FSK: ab 6 Jahren


Die englische Stimme von Coralines Mutter spricht übrigens die verzweifelte Hausfrau Teri Hatcher. Hier geht's zum Interview.

Interview mit Teri Hatcher - der englischen Stimme von Coralines Mutter

Leiht Coralines Mutter im englischsprachigen Original ihre Stimme: Teri Hatcher © Universal

Wie würden Sie den Film Coraline aus Ihrer Sicht beschreiben?

Ich würde sagen: Coraline ist eine visuell verblüffende 3D-Erfahrung mit einer Geschichte, die an eine moderne Version von "Hänsel und Gretel" erinnert, aber viel tiefgründiger ist. Es geht um eine Familie, die sich nicht genügend umeinander kümmert. Ihr Kind taucht in eine versteckte Welt ein, die auf den ersten Blick viel besser aussieht als ihr altes Zuhause. Doch sie ist in dieser anderen Realität gefangen und versucht dann, wieder zu ihrer Familie zurückzukehren. Es ist also eine Familiengeschichte.

Wie war es für Sie, erstmals an einem Animationsfilm mitzuwirken?

Es hat viel Spaß gemacht, mich voll auf meine Stimme zu konzentrieren. Das war eine völlig neue Erfahrung. Ich hatte keine Vorstellung, wie das Resultat im Film dann aussehen würde. Darum war ich sehr aufgeregt, als ich den Film-Trailer zum ersten Mal sah, während ich mit meiner Tochter im Kino war. Als ich später den fertigen Film ansehen konnte, war das unglaublich. Es ist alles so toll gemacht und es steckt so viel Handwerkskunst dahinter, dass der Film sich wie ein Kunstwerk anfühlt, das man sich am liebsten an die Wand hängen möchte.

Wie würden Sie Coralines "echte Mutter" beschreiben?

Zunächst einmal ist sie total überarbeitet, ausgepowert und frustriert. Ihre Beziehung zu Coraline ist etwas distanziert, sie ist nicht gerade die treusorgendste und liebevollste Mutter der Welt. Persönlich konnte ich das anfangs nur schwer nachvollziehen, weil ich im Prinzip das genaue Gegenteil bin. Die positiven Eigenschaften, die für mich als Mutter selbstverständlich sind, in meiner Filmrolle auszuklammern, war wirklich harte Arbeit.

© Universal

Denken Sie, dass wir es uns oft zu einfach machen, wenn wir darüber nachdenken, wie viel besser es anderen vermeintlich geht?

Diese Gedanken sind ganz normal, aber damit macht man sich etwas vor. Je älter man wird, desto mehr wird einem aber bewusst, dass eine solche Sichtweise einfach nicht hilfreich ist. Wir sollten uns lieber darauf konzentrieren, was wir selbst haben. Und wenn uns das nicht gefällt, müssen wir es eben ändern! Wie in einer Ehe oder einer Freundschaft, die nicht so läuft, wie sie sollte. Immer nur darüber nachzudenken, was anders sein könnte, hilft einem da nicht. Man muss pro-aktiv an die Sache herangehen, wenn man etwas ändern will. Entweder man geht diesen Weg oder man lässt es bleiben. Dann muss man aber lernen, sich mit der Situation abzufinden.

Ihre Tochter Emerson hat ebenfalls einen Auftritt im Film.

Ja, sie spricht eine Libelle, es sind aber nur ein paar Sätze. Meine Tochter will auch gar keine Schauspielerin werden, es ist einfach nur süß, dass sie mitmachen konnte. Für uns als Familie ist das eine tolle Sache, meine Tochter liebt den Film genauso wie ich. Vor Henrys Arbeit und der künstlerischen Qualität von Coraline hat meine Tochter sehr großen Respekt.

Ist der Film sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gedacht?

Ich denke, alle werden Coraline lieben. Der Film hat einfach sehr viel Tiefe, sehr viele Feinheiten und ist wirklich komplex, sodass er jeden anspricht. Ein echter Familienfilm eben.

 

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