Christiane Zschirnt - Wir Schönheits Junkies

"Plädoyer für eine gelassene Weiblichkeit" ist der Untertitel des Buches.
Genau das ist es aber nicht. Das "Wir" im Titel lässt leider schon vermuten, dass der Leser, entschuldigung, die Leserin, hier durch das altbekannte Wir-Frauen-sind-doch-alle-gleich-Zugehörigkeits-Gefühl, bestochen werden soll. Das Buch ist wohl für vierzigjährige Karrierefrauen gedacht, die möglicherweise nach dem Lesen auf ihren geplanten Botox-Eingriff verzichten, oder wenigstens nochmal darüber nachdenken. Auf keinen Fall ist "Wir Schönheits-Junkies" aber ein "Plädoyer für eine gelassene Weiblichkeit". Einen entspannteren Umgang mit dem eigenen Geschlecht bekommt man nämlich sicher nicht, indem man beim Lesen, schon nach zwei Sätzen, in die Weiblichkeit geradezu reingedrängt wird. Geschlechtsspezifische Verhaltensweisen aufbrechen zu wollen und gleichzeitig den Leser, entschuldigung, die Leserin in die Rolle der Frau zu drängen, die nicht ohne guten Gewissens ein Stück Sahnetorte essen kann (Seite 114) , das passt nicht zusammen.
Einige wenige informationshaltige Kapitel werden von der Flut an einfallslosen, phrasenhaften Kapiteln überschwemmt und somit zunichte gemacht. Die Festellung, dass "Barbie" ungesunde Maße hat, ist auch schon ein alter Hut und muss nicht als neue Erkenntnis angepriesen werden.
Zu hoffen bleibt, dass nicht viele Menschen sich dieses Buch kaufen und damit diesen oberflächlichen Pseudo-Enthüllungsroman auch noch unterstützen.



























