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Buch

Christiane Lind: Die Geliebte des Sarazenen

Christiane Lind: Die Geliebte des Sarazenen

Jung und wehrlos

Die junge Nonne Leonore lebt abgeschottet in einem Kloster zur Zeit der Kreuzzüge in Braunschweig. Ihre Mutter ist bei der Geburt verstorben, von der Existenz ihres Vaters erfuhr sie erst vor kurzer Zeit, als er ihr ein teures Kleid sandte. Doch plötzlich fordert dieser fremde Mann, der sich als ihr Vater ausgibt, dass sie zu ihm ziehen soll. Aus den wohlbehüteten Mauern des Klosters wird sie in eine Welt geschmissen, die sie nicht versteht und deren Formen des alltäglichen Lebens ihr gänzlich unbekannt sind.

Unglückliche Ehe

Sie wird schließlich mit einem befreundeten Händler verheiratet, der ihr weder Respekt noch Liebe entgegenbringt.

Sie leben gemeinsam mit der Mutter von Fulk van Claven, dem bösartigen Ehemann, in einem Haus. Leonore wird fortwährend gedemütigt und das nicht nur weil sie ihrem Ehemann ?nur? eine Tochter schenken konnte. Ein weiterer Schandfleck für die Familie van Claven:  sie weiß sich nicht standesgemäß in den Kaufmannskreisen zu bewegen.


Zeit des Schreckens

Eines Tages tauchen Sarazenen in ihrem Haus auf und zeigen reges Interesse an dem Kind von Leonore. Kurz darauf sind Ehemann und Kind verschwunden und Leonore weiß: Sie wurden von den Andersgläubigen nach Jerusalem entführt!!! Sie befürchtet das Schlimmste für ihr Kind und beschließt sich auf die Suche nach ihrer Tochter zu machen. Sie erhält jedoch weder von Ihrem Vater, von ihrer Schwiegermutter, noch von Bekannten Unterstützung und wird überall rüde abgewiesen. Schließlich wendet sie sich an einen Pfarrer, der ihr den Tipp gibt, dass sich ein Ritter in der Stadt aufhält, der nach Jerusalem pilgern möchte. Sie trifft den Ritter und macht sich mit ihm gemeinsam auf die Reise ins gelobte Land.

Gefühle flammen auf

Auf ihrem Weg begegnet sie einem Stamm der Sarazenen, die mit Kamelen Handel betreiben und verliebt sich schließlich in den Anführer. Die Wege der Beiden kreuzen sich schließlich immer wieder, selbst als sie ihr Kind und ihren Mann in Jerusalem findet.

Ende gut, alles gut? Selbstverständlich, denn die junge Leonore bleibt schließlich in Jerusalem und lebt fortan dort mit ihrem Sarazenenmann. Doch wäre das wirklich so einfach möglich gewesen zu dieser Zeit?

Fazit

Von historischen Romanen habe ich leider kein sehr gutes Bild.  Und auch dieses Buch konnte mich nicht von meinem Vorurteil befreien. Gut zu lesen ist das Buch alle mal, keine schweren Satzkonstruktionen oder verschachtelte Sätze, immerhin ein Pluspunkt! Leider ist das Buch sehr vorhersehbar und von Überraschungen kann keine Rede sein. Wer hätte schon bei dem Titel ?Die Geliebte des Sarazenen? gedacht, dass Leonore wohl bei dem Andersgläubigen bleiben wird?

Nun ja, als nette, leichte Bettlektüre ohne großen Anspruch ist das Buch geeignet, von mir gibt es jedoch keine Empfehlung. Die Historie bei diesem Roman beschränkt sich wohl auf die Namen und ein paar recherchierten Persönlichkeiten, die jedoch nicht im Fokus der Handlung stehen.

Pluspunkte gibt es für den Versuch die damalige Mentalität der Christen zur Zeit der Kreuzzüge festzuhalten: Das Christentum ist die einzig wahre Religion. Doch in jeder Glaubensrichtung gibt es gute und edle Menschen, was auch heute noch viel zu oft vergessen wird. Im Anhang befinden sich Karten von Jerusalem und Braunschweig aus dem 12. Jahrhundert und eine Literaturliste. Lobenswert!


JD

384 Seiten

Preis: 8,95 Euro

Verlag: rororo (2010)

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Oliver Hirschbiegel, der kritische Filmemacher

21 Fragen an:

"Plötzlich war ich Filmregisseur ...", beschreibt Oliver Hirschbiegel den Beginn seiner Karriere. Über Malerei und Grafik zum Film gekommen, setzte er sich so mit seinem ersten Drehbuch "Das Go! Projekt" beim ZDF durch. Als Autodidakt schafft er realistisch und nüchtern Filme, mit einer Vorliebe für wahre Ereignissen. "Kommissar Rex" und "Tatort" machten Oliver Hirschbiegel bekannt. Internationale Popularität, Auszeichnungen und Diskussionen riefen seine Kinofilme "Das Experiment" und "Der Untergang" hervor.


Die Berufseinsteigerfrage

Ist spezielle Frauenförderung eigentlich gerecht?

Die Berufseinsteigerfrage:

Stefan T. (27) aus Frankfurt am Main. schreibt uns: “Ich arbeite in einer Unternehmensberatung als Junior Berater. Mir und meinen männlichen Kollegen fällt deutlich auf, dass die weiblichen Beraterinnen von den Vorgesetzten klar bevorzugt werden. Neulich hat ein Partner dies offen damit begründet, dass es für die Firma viel schwieriger sei, Beraterinnen zu gewinnen und vor allem zu halten als männliche Berater und man von daher auch zu mehr Zugeständnissen bereit sei. Für die Kolleginnen gibt es beispielsweise spezielle Rhetorikschulungen, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Ich finde dieses Vorgehen nicht in Ordnung. Meine Kollegen raten mir aber von einer Beschwerde ab, da ich sonst schnell als Mimose oder Querulant dastehen würde. Muss man als Mann eine solche Zurücksetzung einfach runterschlucken, weil Frauen es lange schwerer im Beruf hatten?"


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Diese Woche: People of Walmart

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Wenn man sich in den USA amüsieren will, geht man einfach in den Walmart. Warum es dieser Discounter hierzulande einfach nicht geschafft hat und nach nur wenigen Jahren wieder das Deutschlandgeschäft beendet hat - angesichts dieser Bilder kann man nur den Kopf schütteln. Wir würden sogar Eintritt za...


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