CHIKO

- Foto: Maria Krumwiede / corazón international
Das Hamburger Stadtviertel, in dem Chiko (Denis Moschitto) wohnt, gleicht einem Ghetto. Ohne groß in die Vorgeschichte des Deutsch-Türken eingeweiht zu werden, weiß man bald eins: Chiko will mehr. Mehr Respekt, mehr Anerkennung, mehr Macht, mehr Geld.
Zusammen mit seinem besten Freund Tibet (Volkan Özcan) und seinem Kumpel Curly (Fahri Ogün Yardim) hat er vor, die große Drogendealerkarriere zu starten. Davon muss aber erst einmal der Dealerboss Brownie (Moritz Bleibtreu) überzeugt werden. Er hält die Fäden der örtlichen Hasch- und Koksproduktion in den Händen und lässt nicht jeden seine Drogen verticken. Kein Problem, denkt Chiko und verschafft sich und seinen Freunden tatsächlich bald den ersten Auftrag, auf Bewährung, versteht sich. Schaffen sie es, 10 Kilo Gras in 10 Tagen an den Mann zu bringen, sind sie im Geschäft.
Blöderweise läuft nicht alles so glatt wie erhofft. Tibet versucht, seinen neuen Auftragsgeber hinters Licht zu führen und bekommt kurz darauf die Konsequenzen zu spüren. Für Chiko ein Problem, denn er muss sich nun zwischen seinem besten Freund und dem Mann, der ihm seinen langersehnten Reichtum und Respekt verschaffen kann, entscheiden.Was folgt, ist ein knallharter Kampf um Macht, Einfluss, Freundschaft und am Ende das blanke Überleben.
CHIKO ist kein Film für Zartbesaitete. Bei seinem Regiedebüt verzichtet Özgür Yildirim, der ein großer Martin-Scorcese-Fan ist, nicht auf die Darstellung von Brutalität. Die stellenweise schonungslosen Gewaltszenen erfordern vom Zuschauer also gute Nerven. Denis Moschitto, mittlerweile durch einige Produktionen (Kebab Connection, Süperseks) ein wenig auf die Rolle des jüngeren Deutschen mit Migrationshintergrund abonniert, liefert eine glaubwürdige Darstellung des selbstbewussten, aggressiven Chiko.
Fazit: Ein sehenswerter Film, der unter die Haut geht.
KINOSTART: 17. April



























