Charles Chadwick erzählt in seinem Roman "Eine zufällige Begegnung" von zwei Außenseitern

- © Robin Farquhar-Thomson
In seinem jüngsten Roman erzählt Charles Chadwick von den Auswirkungen einer zufälligen Begegnung zwischen der hässlichen Elsi und dem Ex-Sträfling Stan. Ohne viel Brimborium entspannt sich eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden, vielleicht auch mehr ...
Klappentext
Elsie liebt schöne Gärten und ihre kleine Wohnung. Sie arbeitet als Putzfrau in einem Krankenhaus, besucht einmal im Monat ihre Mutter und ist gern allein. Denn Elsie ist so hässlich, dass sie immer und überall auffällt. Vor allem, wenn sie lächelt oder aufgeregt ist, wenden sich die Leute angewidert von ihr ab. Auch der Mann, der eines Tages in einem Bus neben ihr sitzt, fühlt sich von ihren neugierigen Blicken belästigt. Um sie loszuwerden, sagt er ihr, er habe einen Mann umgebracht und dafür fünfzehn Jahre im Gefängnis gesessen und hätte jetzt gern seine Ruhe. Aus dieser zufälligen Begegnung entwickelt sich eine Freundschaft zwischen zwei Einzelgängern, die für die Menschen um sie herum zutiefst rätselhaft ist und die beide auf äußerst ungewöhnliche Pfade führt.
Vom Glück der Nähe
Der Inhalt geht einem nahe, ohne kitschig zu wirken. Chadwick zeichnet kein genaues Bild von Elsie, weshalb ihr äußeres eigentlich keine Rolle spielt, es dient mehr zur Rechtfertigung ihrer Umstände. Aber eigentlich geht es gar nicht um das Aussehen, letztendlich könnte Elsie auch normal aussehen. Außenseiter gibt es in jeder Form, auf den Charakter kommt es an. Mitleid, Hass und Wut sind Dinge, die als Kind noch zählen, doch mit dem Alter kaum mehr Bedeutung haben.
Am Ende freut man sich für Elsie endlich einmal Verbundenheit und Nähe erfahren zu haben, doch irgendwie schämt man sich auch so zu denken. Einen Außenseiter, der nicht dazu gehört, den wir kaum beachten, kennen wir alle. Vielleicht gelingt es de Lesern dieses Romans auch einmal an diejenigen zu denken. Man kann sich nicht plötzlich ändern, aber man kann über einen Missstand nachdenken.




























