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Medizin

Busch-Doktor im Einsatz

Klinikflure gegen Trampelpfade eintauschen, weiße Birkenstocks gegen Flipflops, High-Tech gegen Zange und Hebel ... Jedes Jahr verbringen unzählige Ärzte und Zahnärzte ihren Jahresurlaub in der Dritten Welt. Einer von ihnen ist der ­Rottenburger Zahnarzt und Oralchirurg Dr. Christoph Grundel. Für die deutsche Organisation „Ärzte für die 3. Welt“ ­verbrachte er gerade sechs Wochen auf den Philippinen.

Sonne, Palmen und fantastische Strände sind das, was Touristen nach Thailand, Vietnam oder auf die Philippinen lockt. Ich selbst war einer von ihnen. Mit dem Rucksack zog ich los, genoss das tropische Klima und die fantastische Natur, bevor zu Hause das nächste Semester losging. Bei meiner letzten Reise auf die Philippinen fiel mir aber mehr auf als banana pancake und mango shake ... Auf einer Bootsfahrt erzählte mir eine gleichaltrige Einheimische, wie sie ihren Körper verkaufen müsse, um sich und ihr Kind durchzuschlagen. In Malate, dem Stadtzentrum von Manila, drängelten sich nachts um eins, dreijährige bettelnde Kinder zwischen betrunkenen Touristen, rauchenden Abfallhaufen und chromblitzenden Felgen der vorbeifahrenden Nobelautos. Ich begann mich zu schämen für unseren Wohlstand. Wenigstens irgendetwas Kleines müssen wir doch ändern können?
Hilfsorganisationen gibt es eine Menge: christlich-missionarisch geprägte, konfessionslose, kleine private Projekte, Krisenhilfswerke und karitative Großkonzerne. Auch die Dauer der Arzteinsätze unterscheidet sich stark. Zwei bis drei Wochen bei kleineren Projekten stehen Mindesteinsatzzeiten von einem halben Jahr bei großen Hilfsprojekten gegenüber. Bei ?Ärzte für die 3. Welt? gibt es vor Ort deutsche Langzeitärzte, die dauerhaft auf den Philippinen wohnen. Die Kurzzeitärzte kommen dann für mindestens sechs Wochen zum Einsatz. Es sind fast nur Ärzte aus dem deutschsprachigen Raum, wenngleich mit dem einheimischen Team und den Patienten Englisch gesprochen wird. Der Einsatz ist unentgeltlich. Man bezahlt auch die Hälfte der Flugkosten. Im Einsatzland sind jedoch Kost und Logis frei.
Trotzdem ist es für niedergelassene Kollegen eine ordentliche Belastung, schließlich laufen zu Hause Praxisgehälter und Versicherungen weiter. Klar, dass daher junge Klinikärzte, die mit ihren Chefs kulante Urlaubsregelungen verhandeln, oder pensionierte Kollegen in der Mehrzahl sind. In einem halben Jahr Vorlaufzeit sind dann eine Menge Vorbereitungen zu treffen. Impfungen, Treffen in der Zentrale in Frankfurt mit Fachvorträgen und Erfahrungsaustausch, das Einarbeiten in das sogenannte ?Blue book?, einer eigens erstellten Fibel der Basismedizin.
Außerdem werden die Humanmediziner nach ihrer Ankunft auf den Philippinen zunächst einmal zwei Wochen unter Begleitung eines Langzeitarztes in die lokalen Eigenheiten eingeführt. Erst dann geht es auf jeweils zehntägige ?rolling clinic? Touren. Das Team aus deutschem Humanmediziner, deutschem Zahnmediziner und drei einheimischen Fachkräften (Fahrer, Krankenschwester, PTA) macht sich auf den Weg. In einem vollgepackten Geländewagen mit Alukisten voller Instrumente und Medikamente und Essen für zehn Tage geht es dann ins Hinterland der südphilippinischen Insel Mindanao.
Auf Schlaglochpisten, die nach Regen häufig unpassierbar werden, erreichen wir kleine Bergdörfer, häufig ohne Strom. Hier leben die Menschen von der Hand in den Mund. Ein enormes Bevölkerungswachstum sorgt dafür, dass sich die Pfade und Dörfchen immer weiter in die Berge hineinfressen, es wird angebaut, was am besten satt macht. Mais, Bananen, Cocos ...

Serie: 21 Fragen

Menschen des 21. Jahrhunderts:
Dominik Graf, der Rekordpreisträger

21 Fragen an: Dominik Graf

Dominik Graf wurde 1952 in München geboren, wo er die Hochschule für Fernsehen und Film besuchte. Als Kino- und TV-Regisseur ist er unter anderem für zahlreiche Folgen der Kriminalserien “Tatort” und “Polizeiruf” bekannt. 2011 gewann er zum neunten Mal den Adolf-Grimme-Preis und ist damit der am häufigsten ausgezeichnete Träger des begehrten Fernsehpreises. Seit 2004 ist Dominik Graf Professor für Spielfilmregie an der Internationalen Filmschule Köln und wurde 2005 zum Honorarprofessor ernannt.


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Die Berufseinsteigerfrage:

“Nach einem Traineeprogramm bin ich seit 10 Monaten in leitender Position in einem Industrieunternehmen. Ich habe promoviert und halte mich für überdurchschnittlich qualifiziert. Mit Teamarbeit in einem überwiegend akademischem Umfeld hatte ich noch nie Probleme. In meinem Team, welches aus 22 Mitarbeitern besteht, gibt es aber gerade auf der niedrigsten Hierarchieebene Mitarbeiter, die meinen Anweisungen nicht folgen und an jeder Stelle boykottieren. Die Respektlosigkeit, mit der ich dabei konfrontiert werde, ist vollkommen neu für mich. Die Rüpelhaftigkeit, mit der mir mitgeteilt wird, man sei sowieso unkündbar und ich solle mir ‘die Sekräterinnenbande’ besser nicht zum Feind machen, macht mich sprachlos. Wie soll ich mit dieser Form des Vorgesetzten-Mobbings umgehen?“ Philip S. (29) aus Mannheim


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