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Studenten fragen Professoren

Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?

aboutpixel.de / schni schna schnappi © Marlene W.

Frage: Welches Tier, abgesehen von Bakterien oder Viren, tötet weltweit die meisten Menschen?

Antwort: "Ausdrücklich wurden vom Fragesteller ja nur Viren und Bakterien ausgeschlossen und nicht Einzeller. Nimmt man diese in das Spektrum auf, dann ist eindeutig der Erreger der Malaria, Variante Tropica (Plasmodium falciparum), der größte Killer und einige Arten der Anopheles-Mücke als Vektoren die wichtigsten 'Vermittler' der weit über eine Million Todesfälle pro Jahr.

Nimmt man den Menschen als eine Spezies wie jede andere, was wir ja gemeinhin nicht tun – sondern uns als Krone der Schöpfung betrachtend vom riesigen Rest der Evolutionsprodukte gern weit absetzen – dann ist ganz klar, dass der Mensch für den Menschen wohl schon bis in lang vergangene Zeiten der größte Killer war und nach wie vor ist. Und zwar direkt wie auch indirekt. So kostet der Verkehr oder auch technische Betriebsunfälle unvergleichlich viel mehr an Opfern, als sie von allen nachstehend genannten Tieren zusammen verursacht werden.

Klammert man den Menschen aus, dann dürfte unter den vielzelligen Lebewesen der Rekordhalter – für viele sicher eher überraschend – die Honigbiene sein, die in jedem Jahr zahlreiche Allergiker umbringt. Die von Schlangen, Skorpionen und Großtieren artspezifisch verursachten Todefälle liegen niedriger.

Im noch etwas ursprünglicheren Afrika waren nicht die Löwen und auch nicht die Krokodile für die meisten Todesfälle verantwortlich, sondern Flusspferde. Mit deren massiver Abnahme sind auch die tödlichen Unfälle zurückgegangen. Stellenweise spielen Löwen, oder auch Tiger in Indien, für jeweils meist nur kurze Zeit – bis sie dann abgeschossen werden – eine lokal bemerkenswerte Rolle. Auch Elefanten sind für nicht wenige Todesfälle verantwortlich, nicht zuletzt, weil ihr Lebensraum immer mehr eingeschränkt wird und sie dann immer häufiger in Pflanzungen eindringen, bei deren Verteidigung dann nicht immer der Mensch obsiegt.

Bei den Löwen sind es meist alte, aus dem Rudel durch jüngere vertriebene Löwenmännchen, die lernen, dass man Menschen sehr leicht erbeuten kann. Insgesamt sind dies aber zum Beispiel gegenüber häuslichen Todesfällen sehr kleine Zahlen. Unter den Großtieren sind es heute weltweit wohl die Krokodile, die die meisten Todesfälle, etliche hundert pro Jahr, verursachen."

Heutiger Spezialist: Prof. Dr. Eduard Linsenmair, Lehrstuhl Tierökologie und Tropenbiologie der Universität Würzburg. Herzlichen Dank!

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Dominik Graf wurde 1952 in München geboren, wo er die Hochschule für Fernsehen und Film besuchte. Als Kino- und TV-Regisseur ist er unter anderem für zahlreiche Folgen der Kriminalserien “Tatort” und “Polizeiruf” bekannt. 2011 gewann er zum neunten Mal den Adolf-Grimme-Preis und ist damit der am häufigsten ausgezeichnete Träger des begehrten Fernsehpreises. Seit 2004 ist Dominik Graf Professor für Spielfilmregie an der Internationalen Filmschule Köln und wurde 2005 zum Honorarprofessor ernannt.


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