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STUDIUM

Berufsbegleitendes Fernstudium - Organisation, Finanzierung und Förderung

Das berufsbegleitende Studium in seinen unterschiedlichen Ausprägungen eröffnet attraktive Alternativen zum klassischen Präsenzstudium, das sich direkt an die Schulausbildung anschließt. Vor allem finanziell haben diese Varianten enorme Vorteile, allerdings dürfen die Anstrengungen und vor allem die Anforderungen an die Selbstdisziplin nicht unterschätzt werden.

Was sind die Vorteile eines berufsbegleitenden Fernstudiums?

Zeitlich flexibel zu studieren, also seine Lernzeiten ganz nach dem eigenen Lebensrhythmus einteilen zu können, ist sicherlich einer der größten Vorteile, die für ein berufsbegleitendes Fernstudium sprechen. Nicht zu verkennen ist auch der finanzielle Aspekt, denn die Wahrnehmung einer beruflichen Tätigkeit sichert den gewohnten Lebensstandard. Die anfallenden Kosten lassen sich in aller Regel deutlich einfacher stemmen, allerdings hängt deren Höhe von der gewählten Fern-Uni oder -Hochschule ab. Auf diesem Weg können berufliche Karrieren einen deutlichen Schub erhalten, denn die Anforderungen des Arbeitsmarktes setzen den Willen zur Weiterbildung voraus.

Was ist bei der Organisation zu beachten?

Die Herausforderungen sollten aber nicht unterschätzt werden, denn Familie und Beruf dürfen wegen der zusätzlichen Belastung nicht ins Hintertreffen geraten. Zum einen ist es also vorteilhaft, den Arbeitgeber über die Qualifikationspläne zu informieren. Vielleicht beteiligt er sich sogar an den Kosten oder ist in puncto Arbeitszeit großzügig?

Zum anderen müssen zeitliche Freiräume geschaffen werden, um das Pensum eines berufsbegleitenden Fernstudiums auch wirklich bewältigen zu können. Das ist nur mit Abstrichen möglich, über die im Vorfeld ausführlich gesprochen und in Ruhe entschieden werden sollte. Darüber hinaus fallen natürlich Kosten an, neben den üblichen Studiengebühren schlagen auch die Unterrichtsmittel zu Buche. In der Regel ist ein berufsbegleitendes Fernstudium kostenintensiver, als dies bei einem Präsenzstudium der Fall wäre, allerdings sind die sonst eventuell fälligen Fahrt- und Unterbringungskosten natürlich dagegen zu setzen. Im Bedarfsfall kann entweder die Fern-Uni oder -Hochschule Ratenzahlungen bewilligen oder eine der zahlreichen Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden.

Welche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Der erste Ansprechpartner sollte zunächst der Arbeitgeber sein, auch um die betrieblichen Finanzierungsmöglichkeiten abzuklären. Darüber hinaus ist ein breites Spektrum an Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten vom Bund, von den Ländern und einzelnen Institutionen zu recherchieren:

- Unterstützungen nach Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG) kommen in der Regel nur in wenigen Fällen zum Tragen.
- Arbeitssuchende und Berufstätige mit einer Erstausbildung können im Rahmen des Aufstiegsfortbildungsgesetzes (AFBG) das sogenannte "Meister-BAföG in Form von zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen in Anspruch nehmen.
- Die Förderprogramme der einzelnen Bundesländer für berufliche Weiterbildungen sind unterschiedlich geregelt, hier sind Beteiligungen an den Studiengebühren möglich.
- Städte können sich ebenfalls mit einem begrenzten Weiterbildungsbonus beteiligen, beispielsweise fördert Hamburg mit bis zu 2.000 Euro.
- Stiftungen und Bildungsfonds sind meist auf spezielle Studienrichtungen oder -gänge ausgerichtet und sollten detailliert recherchiert werden.
- Alternativ stehen Studien- und Weiterbildungskredite offen, die mit günstigen Konditionen auf die berufliche Perspektive des Studierenden setzen.

Letztendlich können die selbst zu tragenden Kosten im Rahmen der Einkommenssteuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Wie unterscheidet sich ein berufsbegleitendes Fernstudium von einem "normalen" berufsbegleitenden Studium?

Die Flexibilität in den Studiengängen nimmt zu, um den unterschiedlichen Lebensplänen Rechnung zu tragen. So lässt sich ein Präsenzstudium durchaus auch berufsbegleitend gestalten, wie zum Beispiel in den Abend- und Wochenendstudiengängen oder als Teilzeitstudium. Im Gegensatz dazu finden beim klassischen Fernstudium kaum Präsenzveranstaltungen statt, der Studierende eignet sich den Stoff in eigener Verantwortung und meist allein an. Die Lehrmittel werden entweder per Post zugeschickt oder stehen online zur Verfügung, müssen ausgearbeitet und in Belegarbeiten und Prüfungen nachgewiesen werden.




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