
- Bertha Benz, Bild: Daimler AG
Dank vermehrter Anstrengungen in den letzten Jahren unterrichten an deutschen Universitäten immer mehr Professorinnen. Laut Statistischem Bundesamt forschten und lehrten im Jahr 2009 rund 7300 Professorinnen, was einer fachübergreifenden Quote von rund 18 Prozent entspricht. Damit konnte der Anteil weiblicher Hochschullehrer seit 1995 immerhin mehr als verdoppelt werden.
Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass Frauen gerade in den Natur- und Technikwissenschaften immer noch schwach präsent sind. Lag der Anteil der Professorinnen in den Sprach- und Kulturwissenschaften bei über 30 Prozent, betrug er in den Ingenieurwissenschaften gerade einmal neun Prozent. Diese Situation spiegelt sich auch im Berufsleben wider: Im Jahr 2010 waren lediglich 15 Prozent aller Ingenieure weiblich
Die Daimler und Benz Stiftung fördert gezielt junge Ingenieurinnen und weist öffentlich auf ihre Leistungen hin. Aus diesem Grund vergibt sie 2012 zum mittlerweile vierten Mal den mit 10.000 Euro dotierten Bertha Benz-Preis. Er wird am 26. Juni anlässlich der Bertha Benz-Vorlesung in Heidelberg verliehen.
Die Daimler und Benz Stiftung ruft die Präsidenten und Rektoren deutscher Universitäten mit technischen/ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen und Promotionsrecht sowie die Leiter von Forschungseinrichtungen dazu auf, bis zum 15. März 2012 geeignete Kandidatinnen zu nominieren.
Cäcilie Bertha Benz (1849-1944) setzte sich bereits vor rund 120 Jahren über gesellschaftliche Vorurteile hinweg und begeisterte sich für Technik. Ihr Name dient dem Preis nicht nur als Namensgeberin sondern auch als Leitbild. Es bleibt in hohem Maße ihrer Tatkraft und ihrem Engagement zu verdanken, dass ihr Ehemann Carl Benz (1844-1929) als Erfinder des Automobils Geschichte schrieb. Sie investierte das Kapital ihrer vorzeitig ausbezahlten Mitgift in das neu gegründete Unternehmen ihres damaligen Verlobten. Später war sie auch seine Partnerin in sämtlichen unternehmerischen Angelegenheiten und testete zusammen mit ihm Motoren. Im August 1888 fuhr Bertha Benz gemeinsam mit den Söhnen Eugen und Richard ohne das Wissen ihres Mannes mit dem Benz Motorwagen Nr. 3 von Mannheim nach Pforzheim. Diese erste Überlandfahrt verschaffte der Firma große Anerkennung und läutete ihren wirtschaftlichen Aufstieg ein. Mit dem Preis würdigt die Stiftung Bertha Benz' technischen Enthusiasmus, ihre unkonventionelle sowie in Hinsicht auf ihre Vision hin unbeirrbare Persönlichkeit.
Die detaillierten Nominierungsvoraussetzungen sowie weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter www.daimler-benz-stiftung.de.


























