Studenten beraten Hochschulen zum neuen Masterstudiengang
Studium aktiv gestalten - diese Möglichkeit erhielt die studentische Unternehmensberatung berater e.V., die im Auftrag der Hochschulen Stuttgart und Ulm den neuen MASTER:ONLINE Nano- und Optoelektronik & Leistungselektronik (MONOL) etablieren sollte. Ein spannendes Projekt, bei dem es nicht nur um die Wünsche der Universitäten, sondern auch um die Ansprüche der Studenten ging.
Deutschlands Bildungssystem wird generalüberholt und die Hochschulen stehen dabei im Mittelpunkt. Diplomstudiengänge verschwinden. Bachelor- und Masterstudiengänge erscheinen überall auf dem Programm. Nun stehen die Hochschulen vor der Herausforderung parallel zum normalen Lehrbetrieb völlig neue Studiengänge aufzubauen und zu implementieren.
Eine einfache Übersetzung der alten Studiengänge ist keine Option. Das neue Angebot muss überzeugen. Engagierte Studenten werfen einen genauen Blick auf Ihre zukünftigen Hochschulen und Landesbehörden müssen mit knappen Ressourcen intensiv prüfen, welche Projekte zu unterstützen sind. Ein Businessplan muss her, der die Stake-holder überzeugt. Nur durch gut durchdachte Konzepte kann ein neuer Studiengang inklusive seiner angehenden Studenten eine Zukunft haben.
Diese Problematik veranlasste die Universitäten Stuttgart und Ulm an berater e.V. heranzutreten. Das Studienangebot MASTER:ONLINE Nano- und Optoelektronik & Leistungselektronik (MONOL) sollte implementiert werden. Die nötigen Genehmigungen machten die Erstellung eines Businessplans unumgänglich. Der Dezember hatte bereits begonnen als die Anfrage einging und die Unterlagen wurden bis spätestens Anfang Februar im zuständigen Ministerium benötigt. Das Projektteam machte sich unverzüglich an die Arbeit.
Zunächst galt es, sich einen Überblick über das Projekt zu verschaffen. Masterstudiengänge sind stets sehr spezifisch und MONOL stellte keine Ausnahme dar. In Experteninterviews und Recherchen wurden Informationen über den Master, die Universitäten und die Region zusammengetragen. Ziel war es, ein Gesamtbild von den Anforderungen, denen der Studiengang begegnen würde, zu skizzieren und sich anschließend diesen zu stellen. Ansässige Institute, Unternehmen und vergleichbare Studiengänge wurden untersucht, um Ihre Expertise und Affinität hinsichtlich des Studiengangs zu ermitteln.
Nach der Datensammlung wurde zunächst eine Leistungsbeschreibung erstellt. Die Kenntnis des Studienganginhalts war unerlässlich, um seine Eigenschaften zu verstehen. Als größtenteils Fachfremde war es eine spannende Aufgabe, die vermittelten Fähigkeiten zu erfassen und anschließend zu evaluieren sowie zu bewerten, welche Türen sich einem Absolventen öffnen und welche Unternehmen bereits händeringend nach solchen Fertigkeiten auf dem Arbeitsmarkt suchen. Ein Vorteil von MONOL sollte sein, dass auch Teilzeitstudenten das Studium absolvieren können. Der Fokus der Organisation lag deshalb schnell auf dem Angebot von Onlinediensten zur Wissensvermittlung.

- © berater e.V.
Wir stellten rasch fest, dass es im Markt einen großen Bedarf an Absolventen des zu schaffenden Masters gibt. Umgekehrt war auch das Bedürfnis von Studenten groß, sich in diesem Feld weiterzuentwickeln. Die Spezialisierung des Bildungsfeldes führte zu einem schwer zu kopierenden Unique Selling Point des Studiengangs. Weiterhin bestätigte die Analyse des Instituts- und Kooperationsnetzes an den Hochschulen eine weitreichende Kompetenz im Feld Elektrotechnik. Eine SWOT- Analyse bestätigte unseren ersten Eindruck von den Vorteilen von MONOL. Aus diesen Ergebnissen leiteten wir ein Marketing- und Vertriebskonzept ab, um dem Kunden die Rekrutierung von Studenten und Unternehmen zu erleichtern.
Eine besondere Aufgabe in der Konzipierung des Businessplans war die Finanz- und Ressourcenplanung. Nur durch das vertrauenswürdige Verhältnis mit den Universitäten waren wir in der Lage mit konkreten Finanz-daten die Ressourcenplanung für einen neuen Master-Studiengang durchzuführen. Die seriöse Planung des Potentials war der Dreh- und Angelpunkt des Projekts. Die Zustimmung der Behörden hing von keinem Aufgabenbereich so kritisch ab wie von der Finanzplanung.
Hand in Hand mit der Ressourcenplanung musste zudem relativ früh ein Zeitplan für den Implementierungsprozess erarbeitet werden. Der zeitliche Druck des Projekts und die vielen involvierten Parteien steigerten den Komplexitätsgrad der Meilensteinplanung noch zusätzlich. Eine teure Implementierung eines Studiengangs, der nicht lange bestehen kann, ist Verschwendung. Wie in allen anderen Lebensbereichen spielte Nachhaltigkeit eine überragende Rolle in der Bewertung von MONOL. Die Konzeptionierung der Nachhaltigkeit unterstrich die Notwendigkeit, Faktoren wie Arbeitsmarkt, Region oder Universitäten langfristig zu beurteilen.
Wenn das Projekt auf den Weg gebracht ist, endet nicht abrupt die Geschäftsbeziehung zu den Auftraggebern. Der weitere Kontakt und die längerfristige Evaluation der Kundenzufriedenheit sind wichtige Maßnahmen zur Einschätzung, ob das Projekt erfolgreich war und welche Prozesse vielleicht noch zu optimieren sind. Im konkreten Fall waren wir überaus erfreut, dass die zu entscheidende Behörde, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg den Businessplan nicht nur bewilligte, sondern auch unter allen Anträgen als den Besten des Jahres klassifizierte.
Mittlerweile ist der MASTER:ONLINE Nano- und Optoelektronik & Leistungselektronik angelaufen. Die ersten Studenten haben die Gelegenheit genutzt sich einzuschreiben. Rückblickend hat das Projekt viel Spaß gemacht und vieles, was wir im Studium erlernt haben, konnte in der Praxis erprobt werden. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man mitgeholfen hat, die Bologna-Reformen zu bewältigen und diesen neuen Master-Studiengang mit zu ermöglichen.






















