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Bachelor oder doch lieber Master-Plan?

Einen Masterplan hätten wir alle gerne. Doch wie sieht er für einen Kunstkenner namens Harry Deane aus, der seinen Chef Lionel Shahbander zutiefst verabscheut? Letzterer interessiert sich nicht für Kunst, sondern rein für das Prestige, das ihm der Besitz bringt. Zeit, dem Ekelpaket eine Lektion zu erteilen?

© Gambit - der Masterplan, Concorde Home Entertainment

Lionel Shahbander (Alan Rickman), Medienmogul, super reich, super arrogant, super ätzend. Nudist. 

Harry Deane (Colin Firth), expliziter Kunstkenner, explizit arm, explizit mies behandelt vom Chef. Duckmaus.

Der eine brennt für Kunst und zeigt eine enorme Wertschätzung für ihre künstlerische Bedeutung. Den anderen interessiert nur der finanzielle Wert und inwiefern er durch ihren Besitz seinen ‚Feinde‘ damit eins auswischen  kann. Klar, dass es Harry irgendwann zu viel wird und er seinen Teil vom Kuchen des Lebens haben möchte. Nur: Wie schafft er es, Lionel so zu manipulieren, dass er vor lauter Gier den eigentlichen Plan nicht bemerkt? Ablenkung muss her! Die kommt in Form des blonden Cowgirls und Dummchen PJ Puznowski (Cameron Diaz), die ein gefaktes Gemälde als Original verkaufen soll – beglaubigt von Harry. Dabei kann doch gar nichts schief gehen, oder?



Kultiges Elend

Natürlich. Nur leider nicht nur bei der Handlung, sondern auch der Umsetzung. Der britische Humor ist bekannterweise nicht für jedermann, doch der ein oder andere vermag über angestammte Klischees der Briten gegen die USA zu lachen. Aber halt nicht jeder. 

Wer sich an Colin Firth als Mr. Darcy erinnert und bereits die Augen zum Schwärmen aufreißt, darf diese getrost wieder schließen. Er spielt den Kunsthändler Harry Deane so leidenschaftslos wie Toastbrot. Ohne Butter. Ohne Salz. Ungetoastet. So geschmacksfrei, dass es eigentlich schon wieder echt witzig wird.

Einzig Alan Rickman kommt positiv zum Zuge. Das liegt auch an seiner Rolle als katzenliebhabender Nudist, aber hauptsächlich an seiner Schauspielleistung als arroganter Medienmogul. Snape-Hasser dürfen ihm daher weitestgehend ungewogen bleiben.

Der Witz an der Sache

Der größte Clou steckt vermutlich im Titel. Ein „Gambit“ ist ein Schachzug, bei dem man eine niedrige Figur opfert, um den gewichtigeren Teil des Plans anschließend „überraschend“ durchzuführen. Heißt im Film „Gambit“ so viel wie: Am Ende kommt es anders, als gedacht. Das aber so unspektakulär, dass Harrys Zug, Lionel ein Bein zu stellen („dare il gambetto“), nicht wahrgenommen wird. Dem Zuschauer wird es hinterher einfach banal und nebenbei erzählt. Im Schach mag das dem Gewinn dienen, im Kino hinterlässt man unamüsierte Besucher. Wir wollen es schließlich auskosten, wenn einem reichen Ekel auf intelligente Art und Weise eins ausgewischt wird. 

Übrigens: Auch der cat content kann den Film nicht retten, genauso wenig wie der gezeichnete Vorspann im Stile des Pink Panthers. 

Doch kommen wir zur zentralen Frage: Lohnt sich der DVD Kauf?

Fans von Alan Rickmann kommen mit Gambit auf ihre Kosten, denn er hat spätestens hiermit seine Snape Rolle aus Harry Potter überwunden. Colin Firth ist auch nett anzusehen, aber besonders gehaltvoll ist der Film dann eben doch nicht. Leichte Unterhaltung für schlaflose Nächte, aber leider nicht viel mehr. Und doch: Das gewisse etwas „Anders“ hat der Film und ist damit immer noch um einiges besser als so manche schlappe Hollywoodproduktion, bei der man von Anfang an das Plot rückwärts runterbeten kann. 

Bettina Riedel (academicworld.net)

GAMBIT – Der Masterplan 

Regie: Michael Hoffmann
Darsteller: Colin Firth, Cameron Diaz, Alan Rickman
Im Handel: 12. November 2013

Im Verleih der Concorde Home Entertainment.
https://www.facebook.com/GambitDerFilm




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