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Absolventen, STUDIUM

Ausgezeichnet!

Die Forschung verändert laufend unsere Gesellschaft. Aus diesem Grund zeichnet die Körber-Stiftung jährlich die wichtigsten Dissertationen aus. Auch in diesem Jahr wurde der Deutsche Studienpreis wieder an drei herausragende Doktoranden verschiedener Fachgebiete vergeben. academicworld.net konnte kurz mit den Dreien sprechen.

“Wer sich stark fühlt, glaubt, sich nicht an Spielregeln halten zu müssen.“

Die Juristin Dr. Sabine Machhausen beschäftigte sich mit dem Thema „Islamic Finance“, bei dem dem Gewinnstreben aus religiösen Motiven Zügel angelegt werden. Sie analysierte islamische Anlageprodukte, die Finanzinstitute nach der Scharia konzipieren, und erörterte, inwieweit sie jeweils den islamischen Prinzipien entsprechen.

 

 

Wie muss sich unsere Gesellschaft aus moralischer Sicht Ihrer Meinung nach ändern, damit Finanzkrisen künftig verhindert werden können?

Die Verantwortlichen der Krise sind natürlich in gewisser Weise das ,Produkt’ eines Wertegefüges der Gesellschaft, in dem Geld einen hohen Stellenwert einnimmt. Hier geht es aber eigentlich um etwas Anderes: Wer sich stark fühlt, glaubt, sich nicht an Spielregeln halten zu müssen, weil er diese nach seinem Verständnis selbst aufstellt.  

Investmentbanker haben sich deswegen vor der Krise gerne auch als ,Masters of the Universe’ bezeichnen lassen und sie werden es unter Umständen wieder tun. Natürlich kann man mehr Moral, Solidarität, Miteinander und die Rückbesinnung auf nicht pekuniäre Werte fordern und niemand wird einem widersprechen. Das ist aber nicht zielführend, denn die ,Elite’, die tatsächlich die Möglichkeit hat, unsere Welt als Asset zu begreifen und nach einem solipsistischen Konzept auf dieser zu agieren, wird sich nicht angesprochen fühlen.

Woran es letztlich vielleicht fehlt, ist das, was man früher als ,Gottesfurcht’ bezeichnet hat. Man erkennt an, dass man Gottes Platz nicht einnehmen kann und auch nicht danach streben darf. Die Verantwortlichen der Krise litten meiner Einschätzung nach unter einem Gott-Komplex und haben einen babylonischen Turm aus toxischen Finanzinstrumenten gebaut. Die Gesellschaft sollte danach streben, diesen Komplex zu heilen. Je früher man damit beginnt, desto besser, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.




Die Berufseinsteigerfrage

Gefühlschaos: Fernbeziehung, Karriere, Kinderwunsch

Die Berufseinsteigerfrage:

"Mein Freund und ich leben seit fünf Jahren glücklich zusammen. Nun hat uns der Berufseinstieg in verschiedene Städte verschlagen, sodass wir uns nur am Wochenende sehen. Wir merken beide, dass dies für die Beziehung eine Belastung ist, da wir beide das Wochenende in erster Linie zur Erholung benötigen. Beiden ist klar, dass wir wieder an einem Ort leben wollen. Beide sind wir in unseren jeweiligen Jobs zufrieden, so dass jeder vom anderen erwartet, sich zu verändern. Ich argumentiere so, dass ich den anspruchsvolleren Job mit einem höheren Verdienst habe und dieser auch nicht mehr so leicht zu finden ist. Er sagt, dass bei einer beabsichtigen Familiengründung mein Karrierevorsprung sowieso nicht mehr ins Gewicht falle, da es dann auf ihn ankomme. Ich aber möchte nach einer Elternzeit wieder arbeiten. Was raten Sie uns?", fragt Anja F. (31) aus Düsseldorf.


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In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...


Serie: Studenten fragen Professoren

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Studenten fragen Professoren: Alltagsfragen

Frage: Warum hat der bayerische Dialekt so viele Gemeinsamkeiten mit der englischen Sprache?Antwort: Die Wurzeln bairisch-englischer Gemeinsamkeiten rühren daher, dass das Deutsche und das Englische relativ eng verwandte Sprachen sind und dem gleichen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie angehören. Das merken Sie am Wortschatz: Hand – hand, Maus – mouse, Buch – book. Oft geschieht es jedoch, dass ein Wort im Schriftdeutschen ausstirbt, aber im Dialekt weiterlebt. So englisch "foam", bairisch "Foam", was "Schaum" bedeutet – schriftdeutsch kaum mehr erkennbar in "abgefeimt". Oder das englische Wort "bone", das seine bairische Entsprechung in "Boa" hat und ein anderes Wort für "Knochen" ist. Manchmal setzen das Bairisch...