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Karriereplanung

Akademisierung der Pflege

Einmal Krankenschwester, immer Krankenschwester? Das soll zukünftig nicht mehr so sein. Die Politik möchte die Akademisierung der Pflege vorantreiben und ersinnt neue Konzepte. So sollen zum Beispiel neue Studienangebote in flexiblen Studienmodellen junge Leute anlocken und somit in Zukunft die Arbeit im Gesundheitswesen professioneller machen.

Jetzige Situation

Es ist ein altbekanntes Thema: Die Deutschen werden immer älter und dementsprechend steigt auch der Bedarf an Pflegekräften. Und wo mehr Bedarf vorhanden ist, da braucht es auch entsprechende organisatorische Strukturen, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Um dies zu gewährleisten, braucht die Pflegebranche Akademiker, die sich zum einen mit Kostenkalkulation und Personalmanagement auskennen, zum anderen aber durch passende praktische Erfahrungen auch um die speziellen Anforderungen in der Pflege wissen. „Die komplexeren medizinischen Fragen der alternden Gesellschaft erfordern eine teilweise akademische Ausbildung bei Pflege-, Physiotherapieberufen sowie im Hebammenwesen", sagt beispielsweise Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Wie sich die Branche verändert

Immer mehr Hochschulen führen Studiengänge für Gesundheitsfachberufe ein. Dazu zählen nicht nur klassische Pflege-Studiengänge, sondern auch weiterführende Masterangebote in angrenzenden Bereichen, wie z.B. Gesundheitsmanagement. Es werden sogar spezielle Berufsmessen veranstaltet (wir haben berichtet), um junge Menschen von den Studienmöglichkeiten zu überzeugen.

Flexible Studienmodelle fördern das Interesse

Um mehr junge Menschen von einer akademischen Ausbildung in der Pflege zu überzeugen, werden die neuen Studienangebote sehr flexibel konzipiert. Ein Klassiker ist das duale Studium, bei dem die Ausbildung z.B. in einem Altenheim oder Krankenhaus mit einem Bachelorstudium kombiniert wird. So erlangen die jungen Menschen zwei wichtige Fähigkeiten gleichzeitig: Den persönlichen Umgang mit Pflegebedürftigen und eine Verfestigung des Wissens durch Studieninhalte.

Eine andere Option für Berufstätige, die schon länger im Arbeitsleben stehen, sind berufsbegleitende Pflegestudiengänge. Hierbei kann man z.B. als Fern- oder Abendstudium neben dem Beruf noch eine akademische Qualifikation erlangen. Gerade in der Pflege, wo auch z.B. eine 2/3 Stelle möglich ist und damit Zeit zum Lernen geschaffen wird, ist ein berufsbegleitendes Studium ebenfalls eine gute Option.

Abstand nehmen sollten Studieninteressenten hingegen von Studiengängen, die auf Praxisanteile verzichten. Denn wer später in der Pflegebranche Karriere machen möchte, sollte auch die grundlegenden Basics kennen, vom Umgang mit Pflegebedürftigen bis zu den medizinischen Standards.

Kommen die Absolventen zurück?

Ein Problem für die Pflege wird aber sicherlich noch werden, dass nicht längst jeder Pflegestudent zurückkommt. Laut einer Studie des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung wechselten nämlich viele Absolventen dank des neuen akademischen Backgrounds in andere Branchen, wie z.B. zu Versicherungen oder Klinikberatungen.  




Die Berufseinsteigerfrage

Ist spezielle Frauenförderung eigentlich gerecht?

Die Berufseinsteigerfrage:

Stefan T. (27) aus Frankfurt am Main. schreibt uns: “Ich arbeite in einer Unternehmensberatung als Junior Berater. Mir und meinen männlichen Kollegen fällt deutlich auf, dass die weiblichen Beraterinnen von den Vorgesetzten klar bevorzugt werden. Neulich hat ein Partner dies offen damit begründet, dass es für die Firma viel schwieriger sei, Beraterinnen zu gewinnen und vor allem zu halten als männliche Berater und man von daher auch zu mehr Zugeständnissen bereit sei. Für die Kolleginnen gibt es beispielsweise spezielle Rhetorikschulungen, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Ich finde dieses Vorgehen nicht in Ordnung. Meine Kollegen raten mir aber von einer Beschwerde ab, da ich sonst schnell als Mimose oder Querulant dastehen würde. Muss man als Mann eine solche Zurücksetzung einfach runterschlucken, weil Frauen es lange schwerer im Beruf hatten?"


Serie: Netzperlen

Diese Woche: Notes of Berlin

Netzperlen:

In Berlin kommt alles zusammen: Verrückt- und Verruchtheit, Offenheit und Spießertum, Liebe und Hass - im deutschen Mekka für Kreative und Individualisten gibt es viel zu entdecken. Was für skurrile, poetische oder humorvolle Zettelchen und Botschaften überall in der Stadt versteckt sind, zeigt uns ...