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Fernweh

95 Prozent Luftfeuchtigkeit

Mein Name ist Cornelia Glaser, ich bin 19 Jahre alt und mache gerade eine Ausbildung zur Rettungsassistentin, bevor ich dann Medizin studieren möchte. Nach dem Abi stürzte ich mich erst einmal ins Abenteuer – 16.000 Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt.

Weiter weg als die Fidschi-Inseln geht kaum: Cornelia Glaser suchte nach dem Abi wirklich das Weite © Cornelia Glaser

Noch bevor die Abiturvorbereitungen begannen, machte ich mir Gedanken darüber, wie ich meine freie Zeit vor Beginn des Studiums gestalten sollte. Schon seit langem steht für mich fest, dass ich Medizin studieren will. Sollte ich also die Zeit mit einem Praktikum im Krankenhaus überbrücken? Oder doch lieber reisen ? die Welt entdecken, neue Länder und fremde Kulturen kennenlernen?

Ich entschied mich für die Kombination aus beidem, nachdem ich im Internet auf die Seite von Projects Abroad gestoßen war, einer Organisation, die Praktika in zahlreichen Ländern anbietet, darunter auch für angehende Medizinstudenten. Etwas Exotisches sollte es sein ? weiße Strände, Palmen und türkisblaues Meer ? so fiel meine Wahl auf die Fidschi-Inseln.

Wie im Gewächshaus

Anfang Mai saß ich dann schon im Flugzeug. Nach einer dreißigstündigen Reise kam ich in Nadi an, mehr als 16.000 Kilometer von meiner Heimatstadt München entfernt. Bei Sonnenaufgang stieg ich aus dem Flugzeug und fühlte mich wie in einem Gewächshaus. Am Morgen liegt die Luftfeuchtigkeit auf den Fidschi-Inseln nicht selten bei 95 Prozent.

Mit dem Bus ging es dann weiter nach Osten, nach Suva, der Hauptstadt der Fidschi-Inseln. Kinder, die auf der Straße spielten, liefen barfuß dem Bus hinterher und riefen "Bula! Bula!", das heißt Hallo. So herzlich bin ich selten in einem fremden Land empfangen worden. Die letzten Meter ging es steil bergauf zum Bungalow der Familie Fong, die mich für zwei Monate aufnehmen wollte. Von meiner Gastmutter Michele, ihrem Mann Cyril und Hund Whisky wurde ich sehr herzlich empfangen.

Kava Kunde

Am nächsten Tag lernte ich die anderen Bewohner des Hauses kennen: Micheles Mutter Nana und den Bruder Tui. Cyril ließ es sich nicht nehmen, mir gleich Kava einzuschenken, das Nationalgetränk der Fidschianer. Die Grundlage ist ein bräunliches Pulver, das aus der zerstoßenen Wurzel des Pfefferstrauches gewonnen wird. Man vermischt es mit Wasser und trinkt auf abendlichen "Kava-Sessions" ganze Wannen davon. Ich konnte mich mit dem leicht bitteren Geschmack, der nach zu viel Genuss die Zunge taub macht, nicht anfreunden.

Auf Fidschi kochen die Männer oft und gerne. Überhaupt nehmen die Mahlzeiten eine sehr zentrale Rolle ein ? sei es das Frühstück am Morgen, für das ich mich immer am Papayabaum in unserem Garten bedienen konnte, das Mittagessen mit den Schwestern und Ärzten in meinem Health Center oder die Abendessen mit anschließender Kava-Session.

(K)ein Gespür für medizinische Versorgung


Dann begann ich mein Praktikum im Raiwaqa Health Center. Meine erste Woche verbrachte ich mit Doktor Shalini. Ein Patient ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Er kam barfuß mit einem notdürftig verbundenen Fuß in unser Behandlungszimmer und erzählte, dass er vor einer ganzen Woche auf einer Baustelle in einen rostigen Nagel getreten sei. Er habe es nicht früher geschafft, uns aufzusuchen ...

Dieser Fall ist beispielhaft für zwei Phänomene auf Fidschi. Erstens laufen fast alle Bewohner barfuß herum, was natürlich die Verletzungsgefahr enorm erhöht. Und zweitens herrscht generell ein fehlendes Bewusstsein dafür, wann medizinische Versorgung in Anspruch genommen werden sollte.

Nach einer Woche wechselte ich in das Nebengebäude des Health Centers, das IMCI Department (Integrated Management of Childhood Illness). Das ist eine Station, die über einen Warteraum im Freien mit dem Hauptgebäude verbunden ist. Hier beschäftigt man sich mit den kleinsten Patienten, die oftmals nur wenige Tage bis zu fünf Jahre alt sind.

Im krassen Gegensatz zu der zu Übergewicht neigenden erwachsenen Bevölkerung ? Adipositas, also Fettsucht, ist eine der häufigsten Erkrankungen auf Fidschi ? sind die Säuglinge oft unterernährt. Meine Aufgabe im IMCI Department bestand unter anderem darin, Säcke mit einer hochkalorischen Spezialmischung an die Mütter dieser Kinder zu verteilen. Ich durfte aber auch Kinder auf ihre motorischen Fähigkeiten und Reflexe hin untersuchen, sie wiegen und sogar impfen.

Nach zwei Wochen zog eine weitere Freiwillige zu mir in mein Zimmer. Claire war 19 wie ich und kam aus England. Fidschi war die letzte Station ihrer sechsmonatigen Weltreise. Von Anfang an verstand ich mich sehr gut mit ihr. Sie machte ein Praktikum in einer Grundschule. Ich habe sie dort einmal besucht. 50 Erstklässler schrien durcheinander, zogen an mir, wollten auf den Arm genommen werden und kämpften um meine Aufmerksamkeit. Ich war froh, am nächsten Tag wieder meine kleinen Patienten zu untersuchen, die deutlich weniger aufgedreht und anstrengend waren.

Auf Entdeckungsreise

Jedem Freiwilligen, der zwei Monate ehrenamtlich auf Fidschi arbeitet, stellt Projects Abroad die letzte Woche frei, um ihm die Gelegenheit zu geben, die Umgebung zu erkunden. Zusammen mit Claire brach ich zu den kleinen Inseln im Westen auf, die so schöne Namen haben wie "Blue Lagoon" und "Bounty Island". Dort sind die Strände wirklich wie auf den Postkarten: schneeweiß mit glasklarem Wasser und Palmen. Oft haben wir uns kostenlos Schnorchel-Ausrüstungen ausgeliehen und konnten damit Tintenfische, Schwertfische und Seesterne beobachten.

Der krönende Abschluss meiner Reise war ein Fallschirmsprung aus 4.200 Metern Höhe. Von oben waren die kleinen Inseln inmitten des Pazifiks kaum mehr zu erkennen. Nach einer Minute im freien Fall und fünf Minuten in der Luft landete ich wieder auf dem Boden der Insel, die für zwei Monate meine Heimat gewesen war.

Nähere Informationen zu "Projects Abroad" bekommt Ihr unter www.projects-abroad.de oder beim Infotag in Zürich am 31.3.2012!

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21 Fragen an: Barnaby Metschurat

Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Schauspielschule "Die Etage" in Berlin. Seitdem wirkt der 35-jährige sowohl in Kino- als auch in Fernsehfilmen und -serien mit. Mit dem Film L’auberge espagnole von 2002 reüssierte er international, und auch die Fortsetzung L’auberge espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg brachte ihm noch einmal Kritikerlob in seiner Rolle des Deutschen Tobias. Daneben spielt Metschurat auch Theater, unter anderem unter der Regie von Peter Zadek.


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Stefan T. (27) aus Frankfurt am Main. schreibt uns: “Ich arbeite in einer Unternehmensberatung als Junior Berater. Mir und meinen männlichen Kollegen fällt deutlich auf, dass die weiblichen Beraterinnen von den Vorgesetzten klar bevorzugt werden. Neulich hat ein Partner dies offen damit begründet, dass es für die Firma viel schwieriger sei, Beraterinnen zu gewinnen und vor allem zu halten als männliche Berater und man von daher auch zu mehr Zugeständnissen bereit sei. Für die Kolleginnen gibt es beispielsweise spezielle Rhetorikschulungen, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Ich finde dieses Vorgehen nicht in Ordnung. Meine Kollegen raten mir aber von einer Beschwerde ab, da ich sonst schnell als Mimose oder Querulant dastehen würde. Muss man als Mann eine solche Zurücksetzung einfach runterschlucken, weil Frauen es lange schwerer im Beruf hatten?"


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