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STUDIUM / Planung / Erfahrungen / Recherchieren wie die Profis - Teil V KONTAKT SITEMAP

Trefferanzeigen richtig bewerten - Evaluation von Literatur und Suchergebnissen

© Stefan Vorbeck; ZBW

Für jedes Referat, für jede Prüfung, für jede Hausarbeit und auch sonst einfach für jeden Studenten unabdingbar – die Recherche. Wie man richtig nach Büchern, Autoren, Inhalten und allem Relevanten sucht, das verrät exklusiv auf Academicworld,  jeden Monat neu,  Nicole Krüger, von der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften. Heute: Teil V: Trefferanzeigen richtig bewerten - Evaluation von Literatur und Suchergebnissen.

von Nicole Krüger, ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften

In EconDesk, der Online-Auskunft der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) werde ich häufig gefragt, was die wichtigsten Publikationen zu einem Thema sind. Diese Frage kann jedoch - wenn überhaupt - nur beantworten, wer zu dem Thema forscht oder sich tiefer eingelesen hat. Ein Verzeichnis, mit Hilfe dessen die Frage beantwortet werden kann, gibt es nicht. Das Einlesen in die Fachliteratur ist darum der einzige Weg, sich der Frage zu nähern.

Wie man aber aus Katalogen und Datenbanken die wichtigsten Treffer herausfiltern kann, die auch den Kriterien der Wissenschaftlichkeit genügen, dafür gibt es einige Anhaltspunkte.

Aktualität

Nach der Suche (Tipps zur Recherche-Strategie, Tipps zur Durchführung von Recherchen) sollte man sich zunächst einmal die Erscheinungsjahre der Publikationen ansehen und sich prinzipiell fragen, wie aktuell die Literatur sein muss, um für das Thema relevant zu sein. Das wird bei Themen der Naturwissenschaften (Physik, Biologie) anders sein als bei geisteswissenschaftlichen Themen (Geschichte, Philosophie). Recherchiere ich zu einem Thema, in dem sich Daten und Erkenntnisse schnell ändern, kann ich die älteren Publikationen aus der Liste i.d.R. als irrelevant einstufen.

Inhaltliche Relevanz

Um die inhaltliche Relevanz für mein Thema einzuschätzen, sehe ich nach, wie häufig und in welchem Zusammenhang der Suchbegriff im Titel, in den Schlagwörtern sowie ggf. in Abstracts oder Inhaltsverzeichnissen vorkommen.

Des Weiteren können folgende Kriterien geprüft werden:

Relevanz der Zeitschrift

Zeitschriften-Aufsätze sind i.d.R. wichtiger für mein Thema, wenn sie in einer hochangesehenen Zeitschrift erscheinen. Zeitschriftenrankings sind jedoch ein heikles Thema, u.a. da sie sich sozusagen selbst bestätigen - was höher gerankt ist, wird mehr zitiert, wird höher gerankt etc. Auch werden in den internationalen Rankings häufig nur angloamerikanische oder englischsprachige Zeitschriften berücksichtigt. Nationale Rankings gibt es nicht für alle Fachgebiete.

Tool-Tipp: Ein internationales Zeitschriften-Ranking für viele Fachgebiete ist die Datenbank Journal Citation Reports im Web of Science. Darin können Themengebiete gewählt und die Zeitschriftenliste dann nach "Impact-Factor" oder "Total Cites" sortiert werden.

Ein weiteres Zeitschriften-Ranking ist z.B. das freie Angebot Eigenfactor.

Verlag

Ein Blick auf die Verlagsangabe lohnt sich ebenfalls. Wurde die Publikation in einem renommierten Verlag herausgegeben, haben angesehene Fachwissenschaftlerinnen die Publikation inhaltlich geprüft. Eine Publikation im Selbstverlag der Autorin / des Autors oder in einer Schriftenreihe eines Instituts durchläuft meist weniger Prüfungen.

Auflage

Je höher die Auflage eines Buches, desto häufiger wurde es gelesen. Allerdings muss beachtet werden, dass z.B. Lehrbücher von mehr Personen gelesen werden als Publikationen zu einem spezielleren Thema. Auch können Publikationen, die gerade neu herausgegeben wurden, noch nicht in hoher Auflage erschienen sein und trotzdem sehr wichtige, neue Erkenntnisse enthalten. Die Auflage kann darum nur ein Randkriterium für die Bewertung sein.

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