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Recherchieren wie die Profis - Tipps von der ZBW

© Stefan Vorbeck; ZBW

Für jedes Referat, für jede Prüfung, für jede Hausarbeit und auch sonst einfach für jeden Studenten unabdingbar – die Recherche. Wie man richtig nach Büchern, Autoren, Inhalten und allem Relevanten sucht, das verrät von nun an exklusiv auf Academicworld – jeden Monat neu -  Nicole Krüger, von der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften. Heute: Teil I – die Thematische Recherche.

von Nicole Krüger, ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften

Thematische Recherche: Wie soll ich anfangen, wie kann ich strukturiert vorgehen?

Die meisten Studierenden, aber auch Wissenschaftler/innen und andere Personen, werden mit einem Recherchethema zunächst einmal das Internet aufschlagen: Google - Eingabe von durchschnittlich 1,7 Wörtern - Wikipedia. Das sind die ersten Schritte einer thematischen Recherche im Jahr 2009. Und das ist durchaus nicht das schlechteste Vorgehen, wenn dies nur der Anfang der Recherche ist.

Wer überstürzt in Wikipedia, Google oder einen Bibliothekskatalog einsteigt, wird hinterher häufig von Unsicherheit geplagt: "Ist mir wichtige Literatur durchgerutscht?", "Habe ich die wichtigsten Autor/inn/en zu dem Thema gefunden?". Fragen, die bei der Informationsrecherche immer wieder auftauchen. Denn niemand kann sich absolut sicher sein, ob es zu einem Thema einfach keine weiteren Informationen gibt oder ob Fehler in der Recherche unterlaufen sind.

Dennoch - es gibt einige Anker, an denen sich jeder festhalten kann, und die eine überstürzte und zufallsbeladene Aktion in ein strukturiertes Vorgehen verwandeln können.

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1. Grobe Orientierung über das Thema

Ein Gemeinplatz könnte sein, sich über sein Thema zunächst einmal grob in Lexika oder Lehrbüchern zu informieren, um zu prüfen, welche Aspekte unter einen Begriff fallen. In Lexika sind häufig auch wichtige Literaturstellen genannt - und an dieser Stelle ist auch die Wikipedia als weiterführende Quelle durchaus wertvoll.

Hier einmal ein Beispiel aus meinem Berufsalltag: Im Zusammenhang mit EconDesk (www.econdesk.de), dem Recherche- und Informationsdienst der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) (www.zbw.eu), bekam ich einmal folgende Anfrage: "Mein Thema ist 'Work Life Balance'. Könnten Sie mir eine Definition von Arbeit und Leben zuschicken?"

Hier wurde der Schritt  der ersten Orientierung über das Thema ausgelassen, denn sonst wäre der Studentin bewusst geworden, dass sich der Begriff auf Beruf und Privatleben bezieht und nicht auf Arbeit und das Leben an sich. Dieses Beispiel zeigt, dass auch Gemeinplätze es zeitweise wert sind, reflektiert und in Erinnerung gerufen zu werden.

2. Thesauri - Wortschätze, die Gold wert sein können

Nach einer groben Orientierung über das Thema sollte die Erstellung einer Wortliste mit Synonymen, Übersetzungen sowie Ober- und Unterbegriffen zu den einzelnen Aspekten des Themas beginnen. Diese Aufgabe kann - professionell - mit Hilfe eines sogenannten Thesaurus durchgeführt werden. Thesauri sind meist leider gut versteckte Schätze, und zwar Wortschätze systematisch geordneter normierter Begriffe eines Fachgebiets, die von Datenbankanbietern erstellt und verwendet werden, um Literatur inhaltlich zu beschreiben.

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