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STUDIUM / Europas Geschichte auf Bildern KONTAKT SITEMAP

Schulwandbilder werden digitalisiert und für die Nachwelt erhalten

„Tabak“ – Schulwandbild aus der Reihe „Ausländische Kulturpflanzen“, 1892

Schulwandbilder waren im Unterricht von 1830 bis 1990 die zentralen Bildmedien. Sie zu digitalisieren und zu erforschen ist Ziel eines neuen Projekts, das die Europäische Union (EU) mit 200.000 Euro fördert. Wissenschaftler der Universität Würzburg haben es mit initiiert.

Schulwandbilder galten lange Zeit neben dem Schulbuch als wichtigstes Lehrmittel. Sie prägten als Bestandteil des kulturellen Erbes in Europa über Generationen hinweg nicht nur die Vorstellungen von Geschichte. Ebenso beeinflussten sie das nationale kulturelle Selbstverständnis.

Europaweites Lernen

Mit Schulwandbildern lässt sich die Frage nach der europäischen Identität beantworten. Schulwandbilder aus Deutschland wurden beispielsweise nach Dänemark exportiert. "Die Kinder dort bildeten sich so die gleichen Vorstellungen über die Häuser, in denen die Römer lebten, wie die Kinder in Deutschland", sagt Ina K. Uphoff, Leiterin der Forschungsstelle Schulwandbild an der Uni Würzburg.

Hier ein Beispiel dafür, wie Schulwandbilder ein eurozentrisches Weltbild vermittelten. Das Bild stammt aus dem Leipziger Verlag F. E. Wachsmuth (1890) und zeigt die Menschenrassen in fünf Charakterköpfen.

Digitale Erfassung

Die beteiligten Wissenschaftler treffen sich am 2. und 3. April im Toscanasaal der Würzburger Residenz. Neben der Würzburger Forschungsstelle Schulwandbild wirken das Nationale Schulmuseum Rotterdam (Niederlande) und das Dänische Schulmuseum Kopenhagen mit. Ziel ist es, alle in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden für den Schulgebrauch entworfenen Wandbilder für den Geschichtsunterricht digital zu erfassen, um sie auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersuchen und vergleichen zu können.Zu dem Kongress Europe and identity - History on wall charts in an european perspective werden rund 50 Teilnehmer erwartet. Es handelt sich dabei um Wissenschaftler und Kulturschaffende, die das Konzept des Projekts detailliert ausarbeiten möchten.

Weitere Informationen über den Kongress und Anmeldung unter:

http://www.historywallcharts.eu 

 

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