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LEBEN / Reviews / Buch / Cody McFadyen: Die Blutlinie KONTAKT SITEMAP

Ein Serienmörder sieht sich als direkter Nachfahre Jack The Rippers und macht seinem Namen alle Ehre

© David Sassir

Er ist clever, unberechenbar und mordet abgrundtief kaltblütig. Er nennt sich Jack Junior und behauptet, der direkte Nachfahre des berühmten Serienmörders Jack the Ripper zu sein. Und er hat es sich zum Ziel gesetzt, FBI-Agentin Smoky Barrett in einem Wettkampf um Leben und Tod herauszufordern…

Smoky Barrett, Leiterin der Abteilung für Serienmorde, befindet sich derzeit jedoch jenseits des aktiven Polizeidienstes. Traumatisiert durch den brutalen Mord an ihrem Mann und ihrer Tochter, die vor ihren Augen einem Psychopathen zum Opfer fielen, vegetiert sie am Rande des Wahnsinns vor sich hin - nur einen Schritt davon entfernt, sich das Leben zu nehmen.

Dann wird sie erneut mit dem Tod konfrontiert: ihre langjährige Freundin wird grausam ermordet aufgefunden – vergewaltigt, ausgeweidet und den Mord an ihr zusätzlich auf Video gebannt. Einen Mord dieses Ausmaßes hat selbst das Team von Smoky noch nicht erlebt.

Neben der Leiche noch eine Nachricht Jack Juniors mit der expliziten Aufforderung an Smoky, dass nur sie ihm das Handwerk legen könne und er solange weiter töten würde, bis sie ihn fasst.

Die Polizei im Visier des Mörders

Mit Hilfe ihres Teams nimmt Smoky die Ermittlungen auf, die sich jedoch als schwieriger erweisen, als gedacht. Jack Junior scheint mit allen Wassern gewaschen, hinterlässt am Tatort keine Spuren und scheint den Agenten immer eine Spur voraus – hinzu kommt die alles entscheidende Frage: hat Smoky überhaupt die Kraft, einen Mörder dieser Intensität zu jagen?

Je langsamer die Ermittlungen vor sich gehen, desto ungeduldiger wird Jack Junior. Er mordet erneut und allmählich geraten auch Smoky und ihr Team ins Visier seiner Gräueltaten… auf einmal muss ein jeder von ihnen um das fürchten, was er am meisten liebt.

Es ist nicht allein der erzählte Plot, der diesen Thriller zu einem äußerst spannenden und packenden Thriller macht. Es ist vor allem die Art und Weise, wie Cody McFadyen ihn sprachlich vermittelt.

Starke Figuren, spannender Plot

Erzählt wird fast durchgängig im Präsens und aus der Perspektive von Smoky Barrett. Durch diese Ich-Perspektive wird ein Kopfkino an Bildern beim Leser in Gang gesetzt, das ihn in das unheimliche Gefühl versetzt, selbst am Geschehen teilzuhaben.

Darüber hinaus versteht es Cody McFadyen seinen Protagonisten Leben einzuhauchen. Smoky Barrett und ihr Team sind keineswegs verschwommene Nebenfiguren, die zur Lösung des Falles beitragen, wie es in manch anderem Thriller der Fall ist, sondern werden zu eigenständigen Persönlichkeiten charakterisiert. Dennoch überlagern sie und vor allem auch die Auseinandersetzung mit Smokys Gemütszustand, mit dem der Leser konstant konfrontiert wird, nicht das Hauptgeschehen.  

Alles in allem ein gelungener Thriller mit der richtigen Mischung aus Grauen, Nervenkitzel und kriminologischer Verbrecherjagd. Wer Karin Slaughters „Belladonna“ mochte, wird dieses Buch verschlingen, mit dem Vorteil, dass bei Cody McFadyen sogar das Ende noch richtig gut ist!

KP

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