|
KARRIERE / Branchenreports / Finanzen / Note 2- für Weltfinanzgipfel | |
KONTAKT | |
SITEMAP |
Experten der Universität Hohenheim bewerten Aktionsplan der G-20-Staaten für neue Welt-Finanz-Architektur
Als "exzellent" bewerteten Wirtschafts- wissenschaftler der Universität Hohenheim die Arbeit der Bundeskanzlerin auf dem Weltfinanzgipfel, wo Angela Merkel maßgeblich zum Ausgleich zwischen französischer und US-amerikanischer Maximalposition beigetragen hätte. In einer ersten Analyse der Abschlusserklärung der G-20-Staaten sprachen sich die Forscher am Sonntag dafür aus, die deutsche Bankenaufsicht zu stärken und als unabhängige Behörde zu etablieren, das Quasi-Monopol der Rating-Agenturen zu brechen und die geplante Neuordnung der internationalen Bilanzierungs-Vorschriften nach deutschem Vorbild auszurichten. Mit Blick auf die Auswirkung der bestehenden Krise forderten die Forscher ein mutigeres Konjunkturprogramm. Denkbar wären zum Beispiel Steuer-Gutscheine, um den privaten Konsum zu fördern. Mittelfristig müsse sich die Bundesrepublik von der bisherigen Fixierung auf Exporte lösen.
In Schulnoten: 2-. So beurteilt Banken-Experte Prof. Dr. Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim die Abschluss-Deklaration des am Samstag zu Ende gegangenen Weltfinanzgipfels: "Die formulierten Ziele sind vage, die am häufigsten gebrauchte Redewendung lautet: es sollte", erklärte der Wirtschaftswissenschaftler auf einer Pressekonferenz am gestrigen Sonntag. Die Abschlusserklärung sei immerhin eine Roadmap, die in die richtige Richtung weise. "Doch auch mit einer Roadmap kann man immer noch trefflich verfahren."
Trotz einschränkender Kritik sahen die Ökonomie-Professoren das Treffen der G-20-Staaten jedoch als "Riesenfortschritt", so Prof. Dr. Burghof: "Nachdem die Welt ein Jahr verschlafen hat, beginnt sie endlich, die Krise international zu bewerten. Speziell die Bundesregierung agiert wesentlich kompetenter, als noch vor zwei Wochen. Und die Bundeskanzlerin hat in Washington sogar exzellente Arbeit geleistet, um die Maximalforderungen von Frankreich auf der einen und den USA auf der anderen Seite in Balance zu bringen." Die eigentliche Arbeit, so waren sich die Hohenheimer Finanzexperten einig, werde allerdings jetzt erst beginnen.
Forscher nennen konkrete Empfehlungen
Konkret hatten sich die G-20 Staaten in ihrer Abschluss-Deklaration darauf geeinigt, die Finanzmärkte stärker zu überwachen, die Transparenz von Finanzprodukten zu steigern, das Risikomanagement zu verbessern sowie internationale Kooperationen und internationale Finanzeinrichtungen zu stärken. Aufgabe der Finanzminister ist es, dazu Details auszuarbeiten und die ersten Schritte noch bis zum 31. März 2009 umzusetzen. Das weitere Vorgehen soll eine Folgekonferenz am 30. April klären.Dazu leiteten die Ökonomie-Professoren folgende Empfehlungen aus der Abschlusserklärung ab:- Für eine stärkere Überwachung müsse die deutsche Bankenaufsicht gestärkt und als unabhängige Behörde aus der Aufsicht des Finanzministeriums entlassen werden
- Erhöhte Transparenz erreiche die Bundesrepublik, indem sie ihr konservatives Bilanzierungsrecht beibehalte, anstatt das ermessensbehaftete System internationaler Rechnungslegungsstandards zu übernehmen.
- Neben den konventionellen Stress-Tests muss das künftige Risikomanagement vor allem die hinter einem Zahlungsstrom stehenden Anreizstrukturen evaluieren, um die Anfälligkeit des Finanzsystems gegenüber groben Fehleinschätzungen von Risiken zu verringern.
- Zur Stärkung der internationalen Finanzeinrichtungen solle der Internationale Währungsfond die Rolle eines Frühwarnsystems übernehmen, das vorhandene Informationen aus einzelnen Banken zu einem Gesamtbild verknüpft, die tatsächliche Regulierung dann aber den nationalen Institutionen überlässt.
Gleichzeitig mahnten die Professoren gesamtwirtschaftlichen Handlungsbedarf an. Nach den vielversprechenden Ansätzen zur Stabilisierung des Bankensystems gehöre dazu:
- ein wesentlich mutigeres Konjunkturprogramm, das vor allem den privaten Konsum fördert
- keine Pauschalförderungen einzelner Industriezweige wie zum Beispiel der Auto-Industrie
- weniger Abhängigkeit von deutschen Exporten durch mehr Binnenkonsum
"Die Bankenaufsicht muss endlich als unabhängige Einrichtung etabliert werden"
| STUDIUM | KARRIERE | LEBEN | Mediadaten | KONTAKT | IMPRESSUM |






